Die Grenzen der Kritik

Kritik an Israel wegen dessen Politik gegenüber den PalästinenserInnen ist legitim. Genauso legitim wie die Kritik an Indien wegen Assam, an Indien und Pakistan wegen Kaschmir, an Papua-Neuguinea wegen Bougainville, an Indonesien wegen Westpapua, an Namibia wegen des Caprivi-Zipfels etc.
Auch hier richten sich Militäraktionen von parlamentarischen Demokratien gegen Minderheiten bzw. es werden Gebiete gegen den mehrheitlichen Willen ihrer Bevölkerung besetzt gehalten.
Noch einmal von ganz anderer „Qualität“ (gemessen an der Opferzahl, Charakter der Akteure und der Brutalität) sind die Konflikte im Dharfur (Sudan) oder im Ost-Kongo beispielsweise. Gibt es daher Demonstrationen gegen den Sudan oder gegen Ruanda, einem der wichtigsten Gewaltakteure im Ost-Kongo?
Seltsamerweise passiert das nur äußerst selten.
Kurdistan, Tibet, Afghanistan, Irak und immer wieder Palästina. Größer scheint die Landkarte für viele FriedensaktivistInnen nicht zu sein.
Eine Kundgebung zu dem israelischen Militär-Einsatz im Gaza-Streifen ließ da nicht lange auf sich warten und so gab es am Samstag, den 10. Januar auch in Tübingen 12 Uhr auf dem Holzmarkt eine Kundgebung mit anschließender Demonstration gegen den Krieg im Gaza-Streifen.

Aufgerufen hatten:
* der „Arbeitskreis Palästina“
* das „Friedensplenum / Antikriegsbündnis“
* die „Friedensmahnwache“
* die „Gesellschaft Kultur des Friedens“
* der „Verein arabischer Studenten und Akademiker“

Redner waren:
* Felicia Langer (79), nicht nur Trägerin des „Alternativen Nobelpreises, sondern auch Interviewpartnerin der offiziellen iranischen Rundfunkanstalt IRIB und der muslimisch-fundamentalistischen Onlineplattform „Muslim-Markt“ (MM), auf der auch einige deutsche Neonazis zu Wort kommen.
Laut Tagblatt benannte Langer den Gaza-Streifen „das größte Gefängnis der Welt“. Vermutlich meint sie damit nicht die Hamas-Regierung, die politische Gegner, vermeintliche Verräter und Homosexuelle in ihrem Machtbereich brutal verfolgt. Sie meinte damit wahrscheinlich Israels Abschottungspolitik gegenüber dem Gaza-Streifen, etwas das übrigens auch von Ägypten praktiziert wird. Ebenfalls sagte Langer auf der Kundgebung „Israel hat das Andenken an die Holocaust-Opfer verraten.“ Langer gehört selbst zu den Shoa-Überlebenden. Es ist aber eher fraglich, ob sie mit ihrer Aussage die Mehrheit der Shoa-Überlebenden, besonders diejenigen in Israel, vertritt.
* Hod Pall, israelische Kriegsdienstverweigerin und Medizin-Studentin in Tübingen
* Mahmoud El Ghoul, Tübinger Chemiker aus dem Gaza-Streifen

Auf der Kundgebung wurde der Konfliktakteur Hamas lediglich zweimal erwähnt und das auch nur im Zusammenhang mit der Aufforderung Israel möge doch endlich mit der Hamas verhandeln. Nach unbestätigten Angaben sollen an der Tübinger Kundgebung auch Mitglieder der türkisch-faschistischen „Grauen Wölfe“ (Bozkurtlar) teilgenommen haben. Nicht ganz unwahrscheinlich, haben diese doch in Reutlingen einen Stützpunkt und sollen über einen weiteren in Rottenburg verfügen.
Nach der Kundgebung veranstaltete eine Gruppe von etwa 30 bis 35 Personen, mehrheitlich Palituchträger und Kopftuchträgerinnen, eine Mini-Demonstration vom Hauptbahnhof Richtung Altstadt und wieder zurück.
Von Mitgliedern dieser Gruppe wurden mehrheitlich Parolen wie „Kindermörder Israel, Kindermörder Israel“, „Frauenmörder Israel, Frauenmörder Israel“, „Massenmörder Israel, Massenmörder Israel“ oder (laut unbestätigten Aussagen) „Allah Akbar“ („Gott ist groß!“) gerufen. Ein Mann auf diesem Mini-Demonstrationszug trug ein selbstgebasteltes Plakat mit der sinngemäßen Aufschrift „Stoppt den Holocaust im Gaza!“. Auch mitgeführt in diesem Aufzug wurden zwei große türkische Nationalflaggen.
Insgesamt war diese Mini-Demo keine Friedens-Demo, sondern klar erkennbar eine Anti-Israel-Demo. Friedenswille hat ja trotz aller berechtigten Wut und Empörung nichts mit (Vernichtungs-)Hass gegen ein ganzes Land zu tun.

Bei aller Kritik und Antikritik am israelischen Militär-Einsatz im Gaza-Streifen, aber hier wurde die Grenze der legitimen Israel-Kritik bei weitem überschritten. Zumindest die Anti-Israel-Demo im Anschluss an die Hauptkundgebung war radikal antiisraelisch ausgerichtet. In der Antisemitismusforschung werden zudem Israel-Nazi-Vergleiche wie „Stoppt den Holocaust im Gaza!“ als antisemitisch eingestuft.
Wobei die unterschiedliche Funktion der Anwendung von Nazi-Vokabular zu beachten ist. Deutsche Nationalisten und ihre Freunde versuchen darüber den Nationalsozialismus zu relativieren, um einen deutschen Nationalismus und manchmal auch eine Neuauflage des Nationalsozialismus wieder mehrheitsfähig zu machen. Denn Deutschland wird erst dann zu einem gesundeten Nationalismus zurückfinden, wenn es von seinem „Judenknacks“ befreit wäre. Alle Anderen verwenden diese Nazi-Vergleiche um auf das Leid ihrer speziellen Opfergruppe aufmerksam zu machen bzw. auszudrücken, dass es ihrer Opfergruppe am allerschlechtesten geht. Bei PeTa sind die neuen Nazis die ungerechten Tier-Halter, bei radikalen AbtreibungsgegnerInnen sind es die Abtreibungs-ÄrztInnen und bei den AntizionistInnen ist es Israel.
In allen beiden Anwendungsarten wird aber das Leiden der Nazi-Opfer instrumentalisiert und die Shoa relativiert. Der millionenfache industrielle Massenmord an der europäischen Judenheit ist nun einmal nicht gleich zu setzen mit dem Leid von Legehennen, der Abtreibung von Embryos oder dem schlechten Lebensumständen der PalästinenserInnen bzw. den Krieg auf ihrem Territorium.
Wie schon Hannah Arendt 1964 erkannte gibt es zwischen dem Versuch, den Kriegsgegner zur Aufgabe zu bewegen und dem Versuch ein komplettes Volk restlos auszurotten („Endlösung“) generelle Unterschiede.

*** „Wie“, „Wer“ und „Warum“ ***
Es geht nicht darum, dass gegen Krieg demonstriert wird, sondern um das „Wie“, „Wer“ bzw. „mit Wem“ und um das „Warum“.
Echte Pazifisten, die für Frieden eintreten wollen, werden von der einseitigen Verurteilung Israels, gesteigert bei vielen Teilnehmenden gar bis zum Israel-Hass, abgeschreckt. Wenn kein Wort zum antisemitischen Charakter der Hamas, die in ihrem Gründungsprotokoll aus dem antisemitischen Falsifikat „Protokolle der Weisen von Zion“ zitiert, fällt, dann wird der Konflikt nicht objektiv dargestellt. Wenn Hamas-, Hisbollah-Anhänger und sonstige Islamisten und Nationalisten (wie z.B. die türkischen „Grauen Wölfe“) nicht von einer Kundgebung verbannt werden, dann macht mensch sich als Befürworter von Frieden und Freiheit unglaubwürdig. Den Anhängern dieser Gruppen und Bewegungen geht es ja gar nicht um den Frieden, sondern um den Sieg ihrer Gruppe. Wohl mit am eindrücklichsten illustriert wird das an der Parole „Stoppt den Krieg, stoppt den Krieg, Intifada bis zum Sieg!“.
Wenn antisemitische Israel-Nazi-Vergleiche und andere Ausdrucksformen des Antisemitismus nicht konsequent geächtet werden, kann mensch sich schwerlich als progressiv oder emanzipatorisch gerieren.
Die echten PazifistInnen in Tübingen werden aufgefordert sich von derartigen Vorkommnissen konsequent zu distanzieren, darauf energisch zu reagieren und eine Wiederholung zu verhindern (z.B. durch Ansagen auf den kommenden Kundgebungen und Eingreifen bei Nicht-Beachtung).

*** Nicht nur in Tübingen ***
Tübingen ist mit solchen Vorfällen leider kein Einzel- sondern eher der Regelfall. Überall in Europa kommt es im Gefolge des eskalierten Nahostkonflikts dazu, dass sich ein islamisierter und antizionistischer Antisemitismus offener denn je auslebt.
Die Beispiele sind zahlreich: In Berlin taucht ein Ableger der „Grauen Wölfe“, einer türkisch-faschistischen Gruppe, auf der Unterstützungsliste einer großen Friedensdemonstration auf. Offene Hamas- und Hisbollah-Anhänger bevölkern zahlreich so manche Demonstration. Vereinzelt schließen sich den Anti-Israel-Demonstrationen sogar Neonazis an, wie beispielsweise in Bremen oder in Dortmund geschehen.

Doch das Problem liegt nicht nur in der Beteiligung anti-emanzipatorischer, also reaktionärer, Gruppen. Deren Beteiligung ist oft eher der Ausdruck einer Haltung, die sich auch bei den übrigen Friedensbewegten nicht selten findet: Israel sei der alleinige Aggressor, die Hamas sei nur eine Art von legitimer Widerstand-Organisation oder Israel heute sei nicht besser als die Nazis damals. Kurzum eine Dämonisierung Israels, doppelte Standarts und eine Delegitimierung Israels als Staat.

Solange es die Friedensbewegung nicht schafft sich von diesem Anhang und den antizionistischen Geisteshaltungen glaubwürdig abzugrenzen, solange macht sie sich unglaubwürdig und verschließt sich damit den objektiv beurteilenden PazifistInnen.
Doch auch einer erfolgreichen Abgrenzung zu den pseudopazifistischen Gruppen und Einstellungen hin, bliebe am Ende die Frage bestehen, warum nur bei einer Eskalation des Nahostkonfliktes demonstriert wird und nicht ebensoviele Menschen auf die Straße gegangen sind als vor zwei Wochen in der kongolesischen Kivu-Provinz von der christlichen Sekte „Lords Resistance Movement“ über 400 Unschuldige niedergemetzelt wurden?

Übrigens: Nicht der Nahostkonflikt macht Menschen zu AntisemitInnen, wie häufig gerne behauptet, sondern der Nahostkonflikt reaktiviert lediglich passive AntisemitInnen und macht sie zu aktiven. Und nicht der Nahostkonflikt verursacht Antisemitismus, sondern der Antisemitismus ist eine der Konfliktursachen des Nahostkonfliktes.

PS: Die Fotos der antiisraelischen Demonstration wurden zur Illustration online gestellt und, trotz der Abneigung des Autors gegen den auf der Demonstration formulierten Israelhass, nicht als eine Art von Feind-Suchbild, Outing oder dergleichen. Es lässt sich ja auch keine Einzelperson darauf genauer erkennen.

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sehr guter artikel, vielen dank!

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da geb ich dir recht!

unmoderated

Hallöchen,
war nicht dabei auf der Demo - man kann ja leider nicht auf allen Demos überall tanzen - trotz der ganzen Scheisse, die - wie du ganz gut zusammengefasst hattest - ständig irgendwo passiert!

Aber bei allem, was du so erzählst, woraus interpretierst du diesen Israel-Vernichtungs-Hass??...wohl kaum aus den Plakatslogans, denn die Sache mit Frauen-,Kinder-, und leider kann bei inzwischen gut 1000 Getöteten, die meisten (so hört man) seien Zivilisten,
auch von Massenmord gesprochen werden...und dies würde auch ich so feststellen, obwohl ich mich dagegen verwehre, als reaktivierter Antisemit bezeichnen zu werden!

Übrigens Pro-Israel-Demos gibts auch, in denen jeder Palestinänser mit einem radikalen Hamas-Mitglied gleichgesetzt wird...da hätte man sich vom Zentralrat der Juden inkl. Frau Knoblauch auch etwas mehr Objektivität in der Beurteilung der Verhältnismässigkeit des israelischen Gebahrens wünschen mögen!

So rufe ich hinaus: Fight the radicals!!

unmoderated

Von den 10% Fläche des britischen Mandatsgebietes, dass die Briten Israel zusicherten ist nach all den Querelen mit den Nachbarn am Ende noch 1/6 geblieben, der heutige Staat Israel.
Und selbst mit dieser geringen, zugestandenen Fläche konnten sich die arabischen Völker bisher nicht abfinden, nein, sie wollen Israel nach wie vor vernichten.

Wenn in diesem Konflikt irgendwen die Schuld trifft, dann diese feigen Hundesöhne von Hamas, die sich hinter ihren Kindern und Frauen verstecken und von dort aus Raketen auf unbeteiligte Zivilisten schießen.

Bevor diese uneinsichtigen Fundamentalisten nicht ins Meer getrieben wurden wird es keinen Frieden geben.

--soviel dazu aus der demokratisch-nationalen Perspektive--

die grundlegenden Hindernisse für Frieden sind zwei eingeschliffene kulturelle Muster die in einer besseren Welt abgeschafft wären: Religionen und der Nationalstaat!

unmoderated

"Von den 10% Fläche des britischen Mandatsgebietes, dass die Briten Israel zusicherten ist nach all den Querelen mit den Nachbarn am Ende noch 1/6 geblieben"

Find ich persönlich sehr interessant, kannst du das noch konkretisieren wann da welches gebiet zugesprochen wurde und in welchem zusammenhang?

unmoderated

lies einfach mal ein paar Wikipedia-Artikel zur Gründung Israels:

http://de.wikipedia.org/wiki/Israel

http://de.wikipedia.org/wiki/Völkerbundsmandat_für_Palästina

http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Teilungsplan_für_Palästina

unmoderated

auch wenn ich den Text grundsätzlich ok finde - einige Argumente sind leider auch recht doof geraten:

1. "Kurdistan, Tibet, Afghanistan, Irak und immer wieder Palästina. Größer scheint die Landkarte für viele FriedensaktivistInnen nicht zu sein."

Wenn jemand gerade auf eine Anti-Gaza-Krieg-Demo geht und Kritik an Israels Vorgehen äußert, ist es ein bisschen seltsam ihm vorzuwerfen, dass er nicht noch auf alle möglichen anderen Demos geht. Ob die Kritik an Israel zutrifft oder nicht, hängt doch nicht davon ab, auf wievielen Demos sich ihr Autor sonst noch herumtreibt, sondern davon, was er über den Krieg im Gaza-Streifen sagt. Deswegen ist es blöd und auch noch eine Heuchelei, wenn man die Kritik an Israel mit dem Hinweis abschmettert, dass der Kritiker nicht auch noch Indien und Pakistan und Namibia und Stalin und die Umweltverschmutzung und Hartz IV usw. kritisiert hat. Das haben die Verfasser des Artikels ja auch nicht getan (ich schreib jetzt mal "die Verfasser", obwohl ich nicht weiss, wieviele Leute den Text geschrieben haben). Heißt das jetzt, ich brauche diesen Text gar nicht mehr zu lesen und auf seinen Inhalt hin zu prüfen, weil ihr eh nicht Gescheites zu sagen habt und nur euren Palästinenser-Hass ausleben wolltet? Na offensichtlich nicht. Warum dann aber das Gleiche bei den Demo-Teilnehmern unterstellen?

2. "Langer gehört selbst zu den Shoa-Überlebenden. Es ist aber eher fraglich, ob sie mit ihrer Aussage die Mehrheit der Shoa-Überlebenden, besonders diejenigen in Israel, vertritt."

Seit wann entscheidet sich, ob eine Aussage zutrifft, daran, dass irgendeine Mehrheit sie vertritt. Wenn die Mehrheit die Aussage eures Textes nicht vertreten würde, würdet ihr ihn dann wieder löschen?

3. "In der Antisemitismusforschung werden zudem Israel-Nazi-Vergleiche wie „Stoppt den Holocaust im Gaza!“ als antisemitisch eingestuft. [...] Alle Anderen verwenden diese Nazi-Vergleiche um auf das Leid ihrer speziellen Opfergruppe aufmerksam zu machen bzw. auszudrücken, dass es ihrer Opfergruppe am allerschlechtesten geht [...] In allen beiden Anwendungsarten wird aber das Leiden der Nazi-Opfer instrumentalisiert und die Shoa relativiert."

Ist schon seltsam, wie die Antisemitismusforschung zu dieser Erkenntnis kommt. So wie zwischen Krieg und "Endlösung", gibt es doch wohl auch zwischen "auf das Leid ihrer speziellen Opfergruppe aufmerksam zu machen" und Judenhass einen ziemlich großen Unterschied, oder? Oder anders gefragt, inwiefern schadet man denn lebenden und toten Nazi-Opfern, wenn man sagt, dass es der eigenen Gruppe genau so schlimm gehe, wie den Juden damals?

4. "Übrigens: Nicht der Nahostkonflikt macht Menschen zu AntisemitInnen, wie häufig gerne behauptet, sondern der Nahostkonflikt reaktiviert lediglich passive AntisemitInnen und macht sie zu aktiven. Und nicht der Nahostkonflikt verursacht Antisemitismus, sondern der Antisemitismus ist eine der Konfliktursachen des Nahostkonfliktes."

Wie soll man das verstehen? Alle Araber werden schon als "passive AntisemitInnen" geboren und dann nur noch durch die Bombardierung ihrer Häuser "aktiviert"?

unmoderated

ein bisschen Quellenstudium zur Begriffsbildung des Semitismus (und seines Anti-) legt sehr schnell offen, dass der Begriff eigentlich mal überdacht werden sollte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Semit

Und wenn Israelis gegen den Krieg und ihre Armee demonstrieren finde ich das gut. Nur auf palästinänsischer Seite sollte man mal erkennen wer der wahre Feind ist. Der sitzt nämlich in den eigenen Reihen und heißt Hamas. Die Palis sollten endlich kapieren wer ihnen Elend und Leid bringt - ihre eigenen Führer...

unmoderated

zu 1):
ich denke, der autor wollte damit nur kritik an der sogenannten friedensbewegung üben, die, wenn man sich deren mobilisierung ansieht, eben genau nur bei konflikten in den genannten ländern aktiv wird.

zu 2):
wer sagt denn sowas?

zu 3):
was sind denn Israel-Nazi-Vergleiche sonst?das ist relativierung oder etwa nicht?
kannst du das beispiel krieg/endlösung erläutern?wüsste mal gerne wie du da drauf kommst!

zu 4):
genau. du scheinst lesen und schlussfolgern zu können! so sehr kann man doch gar nicht zwischen den zeilen lesen, um auf so etwas zu kommen!

unmoderated

zu 1):
Dass der Autor so eine Kritik äußern wollte, ist mir schon klar. Was mir nicht so ganz klar ist, worin die Kritik nun eigentlich bestehen soll. Im Text steht zum Beispiel der folgenden Satz:

"Doch auch einer erfolgreichen Abgrenzung zu den pseudopazifistischen Gruppen und Einstellungen hin, bliebe am Ende die Frage bestehen, warum nur bei einer Eskalation des Nahostkonfliktes demonstriert wird und nicht ebensoviele Menschen auf die Straße gegangen sind als vor zwei Wochen in der kongolesischen Kivu-Provinz von der christlichen Sekte „Lords Resistance Movement“ über 400 Unschuldige niedergemetzelt wurden?"

Das ist doch nicht ernst als eine Frage gemeint. Wenn es so wäre, wäre die Antwort ziemlich simpel: von dem Gemetzel in der Kivu-Provinz hat wahrscheinlich kaum ein Mensch erfahren, von dem Krieg im Gaza-Streifen dagegen sind die Zeitungen seit Tagen voll. Außerdem scheinen Gruppen wie "Arbeitskreis Palästina" und „Verein arabischer Studenten und Akademiker“ von dem Konflikt in Gaza persönlich mehr betroffen zu sein als von dem Konflikt im Kongo. Natürlich gehen sie wenn überhaupt, dann zuerst auf diese Demo.
Ich glaube, die Frage im Text ist eher als eine rhetorische Frage gemeint, um die Demo-Teilnehmer bloßzustellen: Egal wie richtig die geäußerte Kritik an Israel auch sein mag, sie soll nicht zählen, weil die Leute, die sie vortragen, so etwas wie verkappte Antizionisten sind - sonst wären sie ja zu irgendeiner anderen Demo gegangen, anstatt ausgerechnet Israel zu kritisieren. Da habe ich schon oben versucht zu zeigen, wieso das ein schlechtes Argument und eine blöde Kritik ist.

zu 2):
Der Text sagt das. Felicia Langer hat eine Kritik an Israel - sie meint, es habe mit seiner Kriegsaktion "das Andenken an die Holocaust-Opfer verraten". Und dann wird ihr im Text sozusagen entgegnet, dass die Mehrheit der Shoa-Überlebenden das vielleicht gar nicht so sieht. Da wird sich also gar nicht mit dem Inhalt ihrer Aussage befasst, sondern platt erklärt, dass sie mit ihren Beschuldigungen wohl falsch liegen muss, - weil die Mehrheit ist ja gar nicht auf ihrer Seite.

zu 3):
Ja, es ist eine Relativierung. Ich habe mich nur verwundert, wie "die Antisemitismusforschung" daraus den Vorwurf des Antisemitismus konstruiert. Im Text steht, dass es einen Unterschied zwischen einem Krieg und einer sog. "Endlösung" gibt. Ich habe mich darauf bezogen und gemeint, dass wenn man schon so viel Unterscheidungsvermögen besitzt, man auch sehen sollte, dass es mit Judehass nichts zu tun hat, wenn Leute diese Relativierung begehen, um "auf das Leid ihrer speziellen Opfergruppe aufmerksam zu machen". Oder nochmal anders gefragt: Warum soll diese Relativierung in diesem Fall so schlimm sein? Sie schadet doch keinem.

zu 4):
Ich bekenne mich jetzt damit wahrscheinlich zu meiner geistigen Beschränktheit - aber doch! Das, was ich geschrieben habe, war das erste, was mir spontan zu diesem Satz eingefallen war. Wenn diese Interpretation nicht stimmt, lasse ich mir gerne erklären, wie es dann gemeint sein soll, dass Antisemitismus zwar den Nahostkonflikt , aber der Nahostkonflikt nie und nimmer den Antisemitismus verursacht, sondern nur "aktiviert".

unmoderated

...egal was sie treffen...denn Israel und nur Israel darf sich sowas leisten!!!
UNO, Zivilisten oder Hamas ist ja auch egal,
denn alles was sich da in Gaza rumtreibt sind eh nur Terroristen!!!
...und wenn die Operation Gegossenes Blei alias Massenmord die israelischen Warlords befriedigt hat,
kann man ja gönnerisch eine neue Waffenruhe ausrufen und dann die Grenzen wieder dicht machen,
damit die Leute im grossen Freilandgefängnis Gaza erstmal ihre Wunden lecken können!

unmoderated

du hasts raus!
meine fresse

unmoderated

...wieso, was los mit deiner Fresse...tut sie weh oder is sie einfach nur hässlich???
...so oder so - es gibt Schlimmeres, zum Beispiel, was da in Gaza mit den Leuten passiert!!

unmoderated

da widerspricht doch auch niemand.
krieg ist IMMER scheiße, manchmal aber nötig!

unmoderated

...sind dann die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ebenso notwendig gewesen oder als etwas dem scheinbar "notwendigen Kriege" inhärentes???

Ich fordere, dass ausnahmslos alle Verstösse gegen die Genfer Konventionen in den letzten 3 Wochen vor das UN-Kriegsverbrechertribunal kommen!!!
...leider wird es wohl eher ein Wunschtraum bleiben, dass die in der Befehlskette federführenden israelischen Politiker (wie E.Olmert und E.Barak)
ebenso wie führende Hamas-Köpfe des militärischen Flügels zur Rechenschaft gezogen werden.

unmoderated

Der Artikel-Verfasser zu den Kommentaren:

Ich sag das jetzt mal klipp und klar: Ich bin GEGEN diesen Krieg. Dabei bin ich nicht einmal ein grundsätzlicher Pazifist. Ich glaube nicht, dass Hitler durch einen Sitzstreik aufgehalten worden wäre.
Israel ist für mich auch nicht der brutale Aggressor, sondern es ist mit 5.000 Raketen von der Hamas ausgiebig provoziert worden. Mir ist auch klar, dass die Hamas mit ihrer Strategie von Wohngebieten aus zu operieren, Mitschuld an den zivilen Todesopfern hat. Hauptleidtragende dieses Konfliktes, sind aber unschuldige Zivilisten. Sowohl im Gaza-Streifen, als auch in Städten wie Sdederot, die hochtraumatisiert sind. Mir ist auch klar, dass es zwischen dem plural verfassten Staat Israel und der antisemitisch-islamitischen Hamas bedeutende Unterschiede gibt. Trotzdem hat Israel natürlich auch eine Mitschuld an den zivilen Todesopfern. Wenn der israelische Generalsstab die Zivilisten auffordert das Kampfgebiet zu verlassen, klingt das als ob diese eine Wahl hätten, haben sie aber nicht. Israels Ziel ist es nicht, wie gerne verbreite, so viele Menschen wie möglich zu töten. Aber es nimmt bei der Erreichung seines Zieles, die Ausschaltung der Hamas, auch nicht viel Rücksicht auf zivile Opfer.

ZITAT: Wenn jemand gerade auf eine Anti-Gaza-Krieg-Demo geht und Kritik an Israels Vorgehen äußert, ist es ein bisschen seltsam ihm vorzuwerfen, dass er nicht noch auf alle möglichen anderen Demos geht. Ob die Kritik an Israel zutrifft oder nicht, hängt doch nicht davon ab, auf wievielen Demos sich ihr Autor sonst noch herumtreibt, sondern davon, was er über den Krieg im Gaza-Streifen sagt.

Das ist nicht der Punkt. Es geht nicht um die Kritik an sich, sondern um die Kritik an der Art der Kritik. Es geht darum, ob sich so viele in der Bundesrepublik für den Frieden in Nahost, in Tibet, Kurdistan oder im Irak und Afghanistan einsetzen (das ist ja eigentlich gut, wobei die Art der Kritik noch beachtet werden muss), sondern warum bei anderen Konflikten nicht.
Hier bieten sich natürlich mehrere Erklärungen an:
1. In Deutschland leben viele Flüchtlinge & Einwanderer und ihre Nachkommen aus diesen Konfliktregionen. Das diese Communities sich vor allem für die Konflikte in ihren Herkunftsregionen interessieren, wo sie oft noch Familie und Freunde haben, ist ja mehr als verständlich. Manchmal verwundert es aber, dass palästinensische Flüchtlinge nur gegen Israel, aber nur selten gegen die arabischen Regime demonstrieren, die den PalästinenserInnen seit Jahrzehnten aus politischen Gründen die Integration verweigern und sie weiterhin in Lagern leben müssen (z.B. im Libanon).
Auch dass sich Buddhisten mehr für Tibet als für Tschetschenien interessieren ist nachvollziehbar.
In der Friedensbewegung aktive Menschen haben aber meist den Anspruch generell für den Frieden einzutreten. Daher kann dieser Einwand kaum geltend gemacht werden.
Außerdem leben in Deutschland auch mehrere tausend geflohene Tamilen aus Sri Lanka oder geflohene Sikhs aus Indien, die aber kaum Zuspruch und Unterstützung aus der Friedensbewegung erfahren. Was jetzt kein Appell sein soll, die teils sehr nationalistischen politischen Gruppen dieser Communities zu unterstützen.
2. Viele Konflikte erfahren nur eine geringe Medienöffentlichkeit.
Doch die Informationen sind durchaus verfügbar. Zudem hat die Linke ja eigentlich den Anspruch unabhängig von den bürgerlichen Mainstream-Medien zu agieren. Doch meist folgt sie diesen in bestimmten Themen treu wie ein Hund seinem Frauchen.
Wenige, lobenswerte Ausnahmen wie die iz3w beispielsweise.
3. Es gibt in der deutschen Linken eine traditionell gewachsene Aufmerksamkeit für bestimmte Regionen, z.B. für Lateinamerika oder den Nahen Osten.
Aber auch hier gilt: In der Friedensbewegung aktive Menschen haben aber meist den Anspruch generell für den Frieden einzutreten. Daher kann dieser Einwand kaum geltend gemacht werden.

Warum also diese seltsame Schwerpunktsetzung?
Die übrigens nicht nur im Krieg, sondern auch im Frieden stattfindet. Die Gegner der israelischen Grenzbefestigung scheinen ganz ähnliche Objekte in der marokkanisch besetzten Westsahara gegen die POLISARIO, zwischen dem pakistanisch und dem indisch besetzten Teil Kaschmirs gegen irreguläre Bewaffnete, zwischen Indien und Bangladesch gegen Einwanderer (bisher noch in Planung) oder zwischen dem spanischen EU-Vorposten Mellia und Ceuta und dem Rest Afrikas gegen Flüchtlinge (wobei es ein Unterschied ist [vermeintliche] Terroristen oder Flüchtlinge auszusperren) kaum zu beachten. Alle sind voller selbstgerechter Empörung gegen den Antiterrorzaun/-mauer, aber um die ganzen anderen mal mehr, mal weniger manifesten Grenzen schert sich kein Aas.

Meiner Ansicht gibt es für die Aktivität/Nichtaktivität von Friedensbewegten bei einem Konflikt u.a. einen bestimmenden Grund. Die Themen sind häufig nicht neutral gewählt, sondern fungieren zum Teil als Projektionsfläche. Hier folgt die linke Minderheit auch den Medien der Mehrheit.
Benötigt wird für weitergehende Aktivität eine positive oder negative Identifikationsfigur. Das Menschen leiden ist anscheinend keine generell ausreichende Voraussetzung für engagiertes Aktivsein. Es reicht bei vielen nicht aus, dass es den Verdammten dieser Erde dreckig geht. Es mußt noch etwas hinzukommen: Ein klares Freund- oder Feindbild.
Meiner Ansicht verläuft das auch oft unbewusst. Und ganz so unnnachvollziehbar ist es ja nicht, dass mensch gerne irgendeine Partei ergreift und nicht einfach nur abstrakt für den Frieden ist. Noch dazu gibt es den Hang, sich auf die Seite der Underdogz bzw. vermeintlich Angegriffenen und Bedrohten zu stellen. Dabei wird deren politische Einstellung aber total ignoriert. Wer sich zu sehr für den Iran oder Saddam Hussein stark macht, der fällt damit den Linken, die in den Folterkellern dieser Regime leiden mussten, in den Rücken.
Das alles hört sich natürlich erst einmal krass an und jedeR Friedensbewegte, der das liest wird sich erst einmal vor den Kopf gestoßen fühlen.
Und es gilt für die beiden Fraktionen: Antideutsche wie Antiimps. Wobei ich schon einen Unterschied darin sehe, ob ich mich nach der „der Feind meines Feindes ist mein Feund“-Logik wie die Antiimps vor jedes brutale Regime stelle, dass gegen die USA ausgerichtet ist (Iran, Irak) und es abfeiere oder ob ich mich vor den pluralen Staat Israel stelle. Über ihren Tellerand schauen aber beide Bewegungen kaum hinaus.
Kommt Israel als positive Identifikationsfigur nicht darin vor, wird der Konflikt kaum wahr genommen. Oder anders ausgedrückt: Für das Schicksal der Homosexuellen im Iran (etwa 3.000 wurden schätzungsweise von dem Mulla-Regime ermordet) interessieren sich erst viele, seit ihr Blick auf den Iran gelenkt wurde, weil dessen Führung aus Antisemiten besteht. Die Lebensbedingungen von Frauen und Homosexuellen in Saudi-Arabien aber bleiben kaum interessant. Hier gibt es keine Identifikationsfigur.
Bei der Antiimp-Fraktion funktioniert die Wahrnehmung nur, wenn die üblichen beliebten Feindbilder (USA, Israel) oder Freundbilder (Venezuela, Kuba, PKK) in Erscheinung treten.
Alles außerhalb bleibt erstmal unbeachtet. Dass China in Afrika als imperiale Großmacht auftritt beispielsweise. Oder der Konflikt in Somalia.

Das heißt aber, dass die viele Linke ihrem internationalistischen / globalen Anspruch nicht gerecht werden, sondern nur mit pawlowschen Reflexen reagiert. Darüber hinaus, vergessen sie eine der wichtigsten Maximen überhaupt: Der Feind steht zuallererst im eigenen Land. Bayer und nicht McDonalds ist das Problem. Aldi und nicht Walmart. Der deutsche Krieg im Kosovo hat bei weitem nicht so viele Menschen auf die Straße gebracht, wie jeder Deutschlandbesuch des US-Präsidenten Bush.

ZITAT: Deswegen ist es blöd und auch noch eine Heuchelei, wenn man die Kritik an Israel mit dem Hinweis abschmettert, dass der Kritiker nicht auch noch Indien und Pakistan und Namibia und Stalin und die Umweltverschmutzung und Hartz IV usw. kritisiert hat.

Es ging nicht um soziale oder ökologische Themen, sondern um Konflikte und die Frage warum nur bestimmte Konflikte soviel Aufmerksamkeit erfahren und andere nicht. Der oder die KritikerIn hat ja gar keine Ahnung, wo die Verfasser sonst aktiv sind. Ansonsten siehe oben.

ZITAT: Oder anders gefragt, inwiefern schadet man denn lebenden und toten Nazi-Opfern, wenn man sagt, dass es der eigenen Gruppe genau so schlimm gehe, wie den Juden damals?

Denkst Du nicht mensch könnte Leute verletzten, wenn ihr mehrjähriges Leiden mit dem einer doofen Legehenne oder eines Fötus verglichen wird? Doch auch bei richtigen menschlichen Opfern ist der Vergleich verfehlt. Es stimmt einfach nicht, dass irgendwo weltweit etwas stattfindet oder stattgefunden hat, dass dem industriellen Massenmord an sechs Millionen Juden auch nur annähernd ähnelt. Außerdem fallen diese Vergleiche bei Konflikten, doch fast nur wenn es um Israel geht. Niemand redet von einem Holocaust im Sudan, im Kongo, auf Sri Lanka oder sonstwo. Das wäre natürlich auch falsch. Wenn es um den jüdischen Staat Israel geht und Nazi-Vergleiche fallen, dann geht es aber gar nicht mehr nur um eine gewollte Skandalisierung oder Opfergruppenkonkurrenz. Da geht es doch darum den jüdischen Staat Israel zu destabilisieren, dessen Notwendigkeit ja im Antisemitismus und in seiner schlimmsten Ausformung (der Shoa) begründet liegt. Der Vorwurf an den jüdischen Staat bzw. Israelis, viele davon Nachkommen von Überlebenden und Überlebende selbst, sie seien nicht besser als die Nazis, soll sie verletzen und die Rolle von Juden als größte Opfergruppe des schlimmsten Völkermordes in der Geschichte in eine neue Täterrolle transformieren.
Das IST definitiv antisemitisch!

ZITAT: Wie soll man das verstehen? Alle Araber werden schon als "passive AntisemitInnen" geboren und dann nur noch durch die Bombardierung ihrer Häuser "aktiviert"?

Die rationale Reaktion auf einen Konflikt unter dem mensch leidet, ist es nicht einem Akteur die alleinige Schuld zu geben (nie der Hamas, immer Israel), Karikaturen im Stürmer-Stil zu veröffentlichen, alle Juden zu hassen, eine weltweite Verschwörungstheorie aufzubauen etc.
Die rationale Reaktion besteht doch nicht darin, „die Juden“ für alles Unglück in der Welt und meines speziell verantwortlich zu machen. Und weil es „die Juden“ sind die Schuld sind, werden auch „die Juden“ angegriffen. Auch Zivilisten (wie z.B. bei Attentaten in Israel). Weltweit.
Wer ist Schuld?
Statt der eigenen korrupten Führer (Arafat war ein Multi-Millionär), die im Luxus schwelgen, sind es aber „die Juden“ bzw. allein Israel.
Statt der religiösen Fanatiker, die mein Wohnzimmer als Raketen-Abschusstation benutzen, sind es „die Juden“ bzw. allein Israel.
Statt der benachbarten arabischen Regime, sind es „die Juden“ bzw. allein Israel.

Natürlich ist Antisemitismus den PalästinenserInnen nicht angeboren, aber im arabischsprachigen Raum sind seit Jahrzehnten antisemitische Theorien offen im Umlauf. Und zwar nicht abseitig, sondern in den offiziellen Medien (TV, Radio, Presse). Es liegen Bücher offen auf, die pures antisemitisches Gift sind und deshalb hierzulande auf dem Index stehen. Dagegen gab es von den Herrschern nie Einspruch. Solange „die Juden“ bzw. Israel für alles verantwortlich gemacht wird hat man einen nützlichen Blitzableiter für die Probleme, die die Herrscher selbst verursachen. Nicht ohne Grund wird der Nazi und Ex-Ku-Klux-Klan-Anführer in Syrien wie ein offizieller Staatschef empfangen.
Die Leute wurden nun seit Jahrzehnten mit diesem Gift gefüttert, dass zeigt natürlich irgendwann Wirkung (ein paar Beispiel gibt es auf der Homepage der NGO Palestine Media Watch: http://www.pmw.org.il/). Da braucht es noch einen Auslöser.
Weltweit ist es nicht anders, eine Eskalation des Nahost-Konfliktes bewirkt bei AntisemitInnen, dass sie sich in ihrem Wahn bestätigt sehen („da sieht man mal, die Juden wieder“) und sich trauen es offen auszuleben („man muss doch mal endlich sagen, dass die Juden auch nicht besser sind“, „Einfluss der Lobby“ etc. pp). Dass es in Frankreich im Zuge der Eskalation des Nahostkonfliktes zu vermehrten Angriffen auf Synagogen kam ist ja nicht eine logische Folge dieser Eskalation. Vielmehr leben sich hier wegen des Konfliktes aufgebrachte Antisemitinnen in ihrem Wahn aus. Aber das antisemitische Versatzstück Israel = Juden, also attackiere ich die nächste Synagoge, war ja schon vorher vorhanden.
Hier noch ein paar andere Gruselnachrichten aus dieser Abteilung:
http://orf.at/090109-33679/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090109-33679%2F33...
http://jungle-world.com/artikel/2009/03/32463.html
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5ikigJqycQj-4kz68lv92J...
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0...
http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/art391,94102
http://www.antisemitism.org.il/eng/events/37334/Poland_%E2%80%93_Graffit...
http://www.antisemitism.org.il/eng/events/37338/France_-_Synagogue_spray...
http://www.zeit.de/online/2009/03/frankreich-banlieus-antisemitismus

Auf deutschen Strassen wird gerufen „Tod den Juden!“, Israelfahnen werden verbrannt, Steine auf jüdische Gebäude geworfen, und bei Demos Flyer ausgeteilt, die zum Boykott jüdischer Produkte aufruft!!!
Egal, wie ich zu dem Konflikt stehe, bei solchen antisemitischen Äußerungen, werde ich mich gegen alle „Friedens“-Demonstrationen stellen, auf denen derartiges geduldet wird.

unmoderated

"Natürlich ist Antisemitismus den PalästinenserInnen nicht angeboren, aber im arabischsprachigen Raum sind seit Jahrzehnten antisemitische Theorien offen im Umlauf."

Ich will ja nicht kleinkariert sein, aber bei so nem heiklen Thema erscheint mir eine richtige Begriffsdeutung doch angebracht. Der Antisemitismus kann den Palästinensern aus dem Grund nicht angeboren sein, dass sie selbst zu der ethnischen Gruppe der Semiten gehören so wie Äthiopier, Araber, Hyksos, Malteser, Minäer, Sabäer, Ostsemiten, Akkader, Babylonier...etc.
nur so nebenbei http://de.wikipedia.org/wiki/Semit

unmoderated

der lange beitrag war ganz gut.

Und ich finde es auch eindeutig antisemitisch, wenn irgendetwas gegen "die Juden" aus der Kritik am Krieg herausgeht.

Und dass Palästinenser nicht anitsemitisch sein können, ist ein Missverständnis, da sich Antisemitismus nicht auf semitische Sprachgruppen bezieht, sondern mittlerweile mit "Judenhass" allgemein übersetzt werden könnte.

Klar ist auch, dass für Konflikte nicht nur eine Seite verantwortlich gemacht werden kann. In der Linken ist es aber (auch von Antiimp-Traditionen aber auch so) eher so, dass Sympathie für die Schwächeren aufkommt. Das ist ein Reflex, den ich als Reflex nicht kritisieren möchte, schließlich ist das auch im individuellen Leben gut, wenn einer übel fertiggemacht wird, erst mal für ihn Sympathie zu ergreifen. Wenn das nachhaltig aber so bleibt, und die Aktion des "Schwächeren" nicht hinterfragt wird, wirds natürlich problematisch (siehe FARC in Kolumbien, die ebenso auf Kosten der Zivibevölkerung Krieg führen). Aber ich denke nicht, dass das aus Antisemitismus heraus entsteht, dass diese Sympathie für die Schwächeren die unreflektiert weitergetrieben wird. Und bei betrachtung der Phosphorbomben und der eingesperrten Situation der Gaza-Bewohner, kann ich es stückweit noch verstehen, dass die Schuld erstmal bei Israel gesucht wird, was natürlich nicht richtig ist.

Ich denke es ist sogar wichtig, Verständnis für Kritik am Stärkeren aufzubringen, um nicht überall Antisemiten zu sehen und sich dann vergeblich zu fragen, wo das herkommt! Auch die Hamas wurde nicht unbedingt gewählt, weil sie so "toll" antisemitisch sind, sondern weil die Fatah eben auch ein korrupter Haufen sind (wie im endeffekt wahrscheinlich auch die Hamas und alle Regierungen überhaupt).

unmoderated

sorry aber "antisemitisch" kann nur sein, wer nicht semit ist oder selbsthass verspürt. ich weiß, dass auf begriffen rumreiten nerven kann, aber es ist nun mal ne tatsache, dass der begriff antisemitismus falsch verwendet wird und es manchmal sinnvoll ist mit solchen fehlern zu brechen ;-)

unmoderated

zu sagen, semiten können keine antisemiten sein hört sich ähnlich an wie:
migranten können keine nazis sein, schwarze keine rassisten und frauen keine sexistinnen.
sorry, aber da stimmt irgendwas nicht!

unmoderated

1.
"Das ist nicht der Punkt. Es geht nicht um die Kritik an sich, sondern um die Kritik an der Art der Kritik. Es geht darum, ob sich so viele in der Bundesrepublik für den Frieden in Nahost, in Tibet, Kurdistan oder im Irak und Afghanistan einsetzen (das ist ja eigentlich gut, wobei die Art der Kritik noch beachtet werden muss), sondern warum bei anderen Konflikten nicht."

Du hast mich ein bisschen falsch verstanden. Ich wollte nicht bestreiten, dass viele (wahrscheinlich tatsächlich die meisten) Leute, die auf solche Friedensdemos gehen, gar nicht gegen den Krieg, sondern gegen eine der kriegsführenden Parteien demonstrieren. Das erklärt ja erst überhaupt, wieso es "Friedensdemos" gibt, bei denen Israel aufgerufen wird, die Hamas möglichst schnell auszurotten, und gleichzeitig "Friedensdemos", bei denen gefordert wird, Israel Einhalt zu gebieten. Der Ruf nach Frieden ist dann eigentlich immer: Legitimation der Gewalt der einen oder der anderen Seite.

Wogegen ich mich aber schon wenden wollte, ist, dass du die Parteilichkeit der Demoteilnehmer nicht ihren Aussagen und Slogans entnimmst (anderswo machst du das richtig und da steckt sie ja auch drin), sondern der Tatsache, dass so wenige Demos gegen die Massaker in Kongo oder sonstwo stattfinden. Und das halte ich immer noch für ein schlechtes und auch ein bisschen gemeines Argument. Du sagst damit im Endeffekt nämlich: Wogegen man nicht demostrieren geht, da hat man auch nichts dagegen oder vielleicht sogar was dafür. Also weil man nicht auf ALLE Anti-Kriegs-Demos geht, hat man wohl auch nichts gegen Krieg und Gewalt AN SICH. Aber das stimmt so einfach nicht. Schon wegen der Tatsache, dass kaum ein Mensch ein Vollzeit-Antikriegsdemonstrant ist, werden die meisten wohl eh nur ein paar Demos besuchen können. Und da spricht auch nichts dagegen, wenn sie auf den Demos, wo sie sind, was Vernünftiges von sich geben.

Ich habe schon versucht darauf anzuspielen, dass man dasselbe Argument nur ein bisschen zu erweitern braucht, um die ganze Friedensbewegung aber auch dich selbst in Verruf zu bringen. Man braucht nur zu sagen: Aha, ihr demonstriert nur gegen den Krieg/Kritisiert nur schlechte Antikriegsdemos und gar nicht gegen die Umweltverschmutzung, dann habt ihr wohl auch gar nichts gegen die Umweltverschmutzung - dann seid ihr wohl gar nicht wirklich "links" oder "emanzipatorisch", sondern ... ! Da sagst du zwar: "Es ging nicht um soziale oder ökologische Themen, sondern um Konflikte und die Frage warum nur bestimmte Konflikte soviel Aufmerksamkeit erfahren und andere nicht." Aber genauso könnte dir auch ein Teilnehmer der Anti-Gaza-Krieg-Demo sagen: "Es geht hier aber nicht um Kongo oder Pakistan, sondern um den Krieg im Gaza."

2.
"Denkst Du nicht mensch könnte Leute verletzten, wenn ihr mehrjähriges Leiden mit dem einer doofen Legehenne oder eines Fötus verglichen wird?"

Doch, es gibt bestimmt Menschen, die sich dadurch verletzt fühlen. Aber es müssen dann wohl Leute sein, die sich eingebildet haben, dass ihr Dasein als Opfer (ausgerechnet!) der Nazi-Gewalt sie zu ganz besonderen Menschen macht, und auf ihre ehemalige Opferrolle irgendwie stolz sind. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, dass sich jemand durch so etwas verletzt fühlt.

"Wenn es um den jüdischen Staat Israel geht und Nazi-Vergleiche fallen, dann geht es aber gar nicht mehr nur um eine gewollte Skandalisierung oder Opfergruppenkonkurrenz. Da geht es doch darum den jüdischen Staat Israel zu destabilisieren, dessen Notwendigkeit ja im Antisemitismus und in seiner schlimmsten Ausformung (der Shoa) begründet liegt. Der Vorwurf an den jüdischen Staat bzw. Israelis, viele davon Nachkommen von Überlebenden und Überlebende selbst, sie seien nicht besser als die Nazis, soll sie verletzen und die Rolle von Juden als größte Opfergruppe des schlimmsten Völkermordes in der Geschichte in eine neue Täterrolle transformieren. Das IST definitiv antisemitisch!"

Nein, ich glaube, das siehst du falsch. Wenn Israel mit Nazis verglichen wird, geht es nicht primär darum jüdische Gefühle zu verletzten oder Juden zu dämonisieren. Das kann zwar dabei rauskommen, aber ist, denke ich, nicht der eigentliche Sinn der Sache. Das sieht man z.B. daran, dass richtige Hardcore-Antisemiten Israel so gut wie nie mit Nazis vergleichen, weil sie die Nazis selber toll finden, weil sie damals so viele Juden umgebracht haben. Es ist meistens nicht antisemitisch, wenn man Israel mit Nazis vergleicht, sondern was anderes.

Gerade weil der israelische Staat seine Gewalttaten schon immer mit der Behauptung rechtfertigt hat, dass er damit die Juden vor einem neuen Holocaust schützt, also seine Feinde und Kritiker gleich schon als Antisemiten definiert und in die Nähe der Nazis gerückt hat, bietet es sich für seine Gegner natürlich an, auf den gleichen Zug aufzuspringen. Gerade von Israel und den westlichen Demokratien wird ständig betont, dass die Nazis die Bösesten unter den Bösen waren und jede Gewalt gegen sie vollkommen in Ordnung geht. Das wird dazu benutzt um, wie gesagt, die eigene Gewalt zu rechtfertigen. Siehe z.B. den Balkankrieg, wo Deutschland sich beteligt hat, um angeblich einen neuen Holocaust oder zumindest sowas ähnliches zu verhindern. Also, weil die gegnerische Partei als Nazis zu bezeichen, eine Rechtfertigung des eigenen gewalttätigen Vorgehens gegen sie ist, ist "Holocaust" ein relativ beliebter moralischer Titel, mit dem man seine eigene Seite ins moralische Recht setzt. Die Sache wird zwar besonders brisant, wenn man Israel mit diesem Vorwurf konfrontiert, weil Israel sich selbst immer als der größte Feind aller Nazis bezeichnet. Aber es ändert nichts an der Sache: die Empörung über irgendeinen neuen Holocaust ist auch in diesem Fall kein Antisemitismus, sondern eine moralische Heuchelei, mit der man die Sympathien auf seine Seite holen will.

3.
"Die rationale Reaktion besteht doch nicht darin, „die Juden“ für alles Unglück in der Welt und meines speziell verantwortlich zu machen."

Natürlich ist das nicht die rationale Reaktion. Aber du machst es dir auch ziemlich leicht mit deiner Erklärung des arabischen Antisemitismus: Da kursieren irgendwelche Heftchen und Bücher mit vollkommen schwachsinnigen Theorien, die an sich ziemlich unglaubwürdig sind, und wenn sie eine Zeit lang kursiert haben, glauben das irgendwie alle.

So geht das doch nicht. Ich werde auch mit ziemlich viel Gift aus den bürgerlichen Medien gefüttert, aber deswegen werde ich doch nicht irgendwann aus Versehen ein Nationalistenarschloch oder ein Befürworter der sozialen Marktwirtschaft oder ein Fan von Dieter Bohlen - da können die mich noch so viel beschallen (vor allem das letzte nicht :-)). Ob man Schwachsinn glaubt, ist keine Frage der Quantität des Schwachsinns oder der Kontaminationsdauer, sondern eine seiner Qualität und des eigenen Interesses. Und hälst du es wirklich für so unglaublich, dass man auf "die" JUDEN schimpft, nachdem ein Staat nach eigenem Bekunden IM NAMEN "DER" JUDEN und FÜR DAS WOHL "DER" JUDEN einem das Haus weggebombt oder die Nahrungsmittelversorgung zugedreht hat?

Dazu braucht man überhaupt keine antisemitischen Propagandahefte gelesen zu haben, sondern nur ein gesundes Staatsbürgerbewusstsein. Die Palästinenser denken sich nämlich nach solchen Schickanen: Also wenn man uns wie den letzten Dreck behandelt, woran liegt das dann? Na wohl daran, dass wir keinen eigenen Staat haben, in dem wir als Mehrheit nicht mehr verfolgt oder bedroht werden. Die haben den gleichen Gedanken im Kopf, wie Theodor Herzl damals. Und was steht diesem blühenden und mächtigen Palästinenserstaat im Wege? - Ganz offensichtlich "die" Juden und ihr Staat, der sich für sie zuständig erklärt hat und da so gewalttätig für ihr Wohlbefinden sorgt. Also, denkt sich der palästinensische Nationalist, müssen die Juden "ins Meer", denn solange sie nicht da angekommen sind, hat der Staat Palästina keinen Platz unter der Sonne.

So wird man ziemlich schnell ein anti-zionistischer Freiheitskämpfer und vielleicht auch ein Antisemit. Und erst dann fängt man an die von dir beschriebene Hetze gegen die Juden zu verbreiten. Der Fehler, den die Palästinenser dabei machen, ist der, dass sie aus ihrer miesen Behandlung durch einen STAAT nicht den richtigen Schluß ziehen und STAATSkritiker werden, sondern einen eigenen Staat herbeisehnen und StaatsFANS sind. Der Fehler der Israelis wäre damit wohl auch geklärt.

unmoderated

"Alle Anderen verwenden diese Nazi-Vergleiche um auf das Leid ihrer speziellen Opfergruppe aufmerksam zu machen bzw. auszudrücken, dass es ihrer Opfergruppe am allerschlechtesten geht. Bei PeTa sind die neuen Nazis die ungerechten Tier-Halter, bei radikalen AbtreibungsgegnerInnen sind es die Abtreibungs-ÄrztInnen und bei den AntizionistInnen ist es Israel."

Ich würde Antizionismus nicht so verallgemeinern, dass eine Gleichsetzung von Israel mit Nazideutschland eingeschlossen wird. Schließlich basiert Zionismus auf der rassistischen Aussage "Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land", welche abgeleht werden kann, ohne Judenhass oder Vertreibungsgedanken zu hegen. Antizionismus einfach mit der Idee der Vernichtung Israels und der Vertreibung/Tötung seiner jüdischen Bewohner_innen gleichzusetzen, finde ich sinnlos und engstirnig. Es gibt auch leben und Schutz ohne Nationalstaaten. Manche Menschen (im allgemeinen werden sie Anarchistinnen genannt) glauben sogar, dass es ohne Nationalstaaten besseres Leben und besseren Schutz gibt. Gegen einen Nationalismus (beim Zionismus eben der jüdische) zu sein, ist nicht grundsätzlich verwerflich, sondern nur wenn er tatsächlich oben genannte Greulideen einschließt, bzw. sich auf Israel beschränkt!

antiimperialismus und anitzionismus geht auch emanzipatorisch, ebenso wie antideutsch (alle drei müssen jedoch nicht!)

bsp: die Anarchistin, die die letzte Infotour der Anarchists against the Wall machte, sieht sich als Antizionistin, erhebt aber ihre Stimme gegen antisemitische und antiisraelische Sprüche, wenn sie die bei ihren Aktionen in der Westbank hört

unmoderated

ZITAT: Ich würde Antizionismus nicht so verallgemeinern, dass eine Gleichsetzung von Israel mit Nazideutschland eingeschlossen wird. Schließlich basiert Zionismus auf der rassistischen Aussage "Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land", welche abgeleht werden kann, ohne Judenhass oder Vertreibungsgedanken zu hegen.

Der Ursprungs-Gedanke des Zionismus besteht darin, dass verfolgte Juden einen eigenen Staat anstreben, um da als Mehrheit nicht mehr verfolgt und bedroht zu werden. Das ist keine rassistische Aussage, denn die Grunderkenntnis von Theodor Herzl (ausgelöst durch den Dreyfus-Fall und den Anfeindungen in der Burschenschaft, deren Mitglied er zeitweilig war) war, dass Juden trotz Aufklärung und Emanzipation weiterhin vom Antisemitismus bedroht sind. Daraufhin begründete er eine säkulare jüdische Nationalbewegung zur Schaffung einer „jüdischen Heimstatt“, einer Art Rettungsinsel für vom Antisemitismus bedrohten Juden weltweit. Der Zionismus ist und war eine Spielform des Nationalismus, aber kaum rassistisch. Juden aus Äthiopien wurden ebenso in Israel aufgenommen, wie aus den arabischen Ländern oder aus Europa.
Der Unterschied zwischen dieser Art des Nationalismus und anderen ist, dass er eine Reaktion auf einen Chauvinismus darstellt. Genauso wie „Black Power“ die Antwort auf „White Suprematism“ bildete.

ZITAT: Antizionismus einfach mit der Idee der Vernichtung Israels und der Vertreibung/Tötung seiner jüdischen Bewohner_innen gleichzusetzen, finde ich sinnlos und engstirnig. Es gibt auch leben und Schutz ohne Nationalstaaten. Manche Menschen (im allgemeinen werden sie Anarchistinnen genannt) glauben sogar, dass es ohne Nationalstaaten besseres Leben und besseren Schutz gibt. Gegen einen Nationalismus (beim Zionismus eben der jüdische) zu sein, ist nicht grundsätzlich verwerflich, sondern nur wenn er tatsächlich oben genannte Greulideen einschließt, bzw. sich auf Israel beschränkt!

Das ist eine innerisraelische Debatte. Genauso wie Antideutsche innerhalb Deutschlands, etwas anderes sind als außerhalb. Zudem sind die „Anarchists against the wall“ nach allem was ich weiß eher Postzionisten. Zudem finde ich es komisch, dass sich die „emanzipatorischen Antizionisten“ nie als Anti-Frakreich-isten, Anti-Moldawien-isten oder als Anti-Guinea-isten bezeichnen.
Toll, wenn mensch antinational ist, aber erst mal bitte auf den Nationalismus im eigenen Land konzentrieren, dann die ganzen Chauvinismen auflösen, dann Antisemitismus und erst dann macht es Sinn Israel aufzulösen, nämlich weil es nicht mehr notwendig ist.

unmoderated

der blackpower bzw. der black nationalist bewegung stehe ich nicht ganz so ablehnend gegenüber wie manch anderen nationalisten, aber dass "befreiungsnationalismus" spätestens nach ihrem "großen erfolg" ziehmlich scheiße werden, haben wir ja schon öfters erfahren, nicht nur bei Israel!

Zitat: innerisraelische Debatte. Genauso wie Antideutsche innerhalb Deutschlands, etwas anderes sind als außerhalb.

Auch solche national-orientierte Denkweisen, finde ich sehr kritisch! Also "Deutscher" muss ich so und so über Deutschland denken, andere dürfen das anders sehen. Und bei Israel ebenso. Aha, jetzt verstehe ich warum die AntiDs gegen Internationalismus sind: weil sie in einen (etwas anderen) Nationalismus zurückkehren! Ist es irgendwie schon nicht so?

Ich finde global kann gesagt sein: alle sollten sich als wichtigstes gegen ihre die Nation wehren, der sie zugeordnet werden und möglichst gleichzeitig gegen alle anderen auch! Da der Einfluss der USA kulturell (ein Großteil der Fernsehserien sind us-amerikanisch, das beliebteste Reiseziel der Deutschen usw.) groß ist, finde ich da gegen USA-Nationalismus oder US-Konsumkultur sein, aus der selben Logik heraus legitim! Und natürlich, noch wichtiger, gegen diesen EU-Quasinationalismus, der "uns EU-Bürger" als die bessere Supermacht darstellen will!
(und nur weil auch Nazis das teilweise auch schlecht finden, heißt es nicht dass ich es gut finden muss!)

Und noch was: Wer mit wissen der Phosphorangriffe auf Palästinenser diese Kriegsführung immer noch als "legitime Selbstverteidugung" verkauft, hat meiner Ansicht nach sehr rechtskonservative Ansichten!

unmoderated

irgendwie find ich diese diskussion ja schon wieder bezeichnend:
bei welchem Krieg oder bei welcher Auseinandersetzung wird derart viel berichtet und diskutiert, auch innerhalb "der Linken"?
ich finde, das sollte man sich einmal überlegen und dann nochmal überlegen, ob Antizionismus gleich Antisemitismus ist, was Antisemitismus denn eigentlich ist, und ob "die Linke" nicht doch antisemitischer ist, als sich jeder eingestehen mag.
Bei keinem anderem Krieg wird gefordert, dass "alle Verstösse gegen die Genfer Konventionen in den letzten 3 Wochen vor das UN-Kriegsverbrechertribunal kommen", bei keinem anderen Krieg wird sich gefragt, ob die "Kriegsverbrechen" nötig sind.

unmoderated

...Israel ist ja über jede Kritik erhaben!

Vor allem als Deutscher bzw. (für all die antideutschen Diskussionsteilnehmer) in den politischen Grenzen Deutschlands Geborener darf man sich scheinbar eine objektive Meinung über die Unverhältnismässigkeit dieser militärischen Operation Israels nicht leisten!

Sonst wird man gleich als Antisemit bezeichnet!
...oder wie wärs mit "linkem Nazi-Kommunistenschwein"?

unmoderated

Israel ist über alle Kritik erhaben? So ein Quatsch aber auch. Israel wird immer rauf und runter kritisiert.
Die UNO hat eine Menge Resolutionen gegen Israel erlassen. In einiger wird sogar die Staatsideologie (Zionismus) als „Rassismus“ eingestuft. Das ist bisher bei keiner anderen Staatsideologie so gemacht wurden.
Die viel blutigeren, undemokratischen arabischen Regime konnten durch den arabisch-muslimischen Block jede Resolution gegen den weitaus brutaleren Krieg im Suda oder die Frauen-Unterdrückung in Saudi-Arabien verhindern.
Es geht nicht darum, ob man Israel kritisieren darf, sondern darum, wie mensch es kritisiert und auch wie mensch im Verhältnis dazu andere kritisiert.
Seit dem Zweiten Weltkrieg sind den Angaben von Friedensforschern nach 25 Millionen Menschen in inneren Auseinandersetzungen getötet worden, aber "nur" 8000 davon im israelisch-palästinensischen Konflikt. Damit rangiert dieser Konflikt, gemessen an der Zahl der Opfer, an 46. Stelle der Konflikte.

Die islamistische Regierung im Sudan hat durch ihre Truppen und unterstützte Milizen zehntausende getötet und hunderttausend vertrieben.
Gegen wen erlässt die UNO resolutionen wie am Fließband?
Israel!

Das Mullah-Regime im Iran hat in den Jahren seiner Existenz allein 3.000 Homosexuelle umgebracht.
Gegen wen wird Straßentheater gemacht?
Israel!

Die indische Regierung baut in Kaschmir eine Antiterror-Mauer/Zaun, der die Teilung der Provinz zementiert. Wessen Antiterror-Mauer/Zaun wird aber als einziger kritisiert?
Der Israelische!

Im D.R. Kongo sind in den letzten 10 Jahren vermutlich 5.000.0000 Menschen bei direkten Kriegshandlungen oder in Folge von diesen umgekommen (übrigens die BRD schiebt trotzdem Menschen in den Kongo ab). Dass im Ostkongo geförderte Coltan, dass der Konflikt-Finanzierung dient, findet sich in vielen technischen Geräten. Die Ausfuhr des Coltans findet u.a. über den Konflikt-Akteur Rwanda statt.
Dass Boykott von welchem Staat wird stattdessen verlangt?
Israel!

Im Libanon vegetieren palästinensische Flüchtlinge und (vor allem) ihre Nachkommen in Flüchtlingslagern dahin. Der libanesische Staat verweigert Ihnen, im Gegensatz zu Jordanien beispielsweise (wo 60% der Bevölkerung gut integrierte Nachkommen von palästinensischen Flüchtlingen sind), die Staatsbürgerschaft und die Arbeitserlaubnis. Wer aber wird für diese Zustände verantwortlich gemacht?
Israel!

Die so genannten Friedensfreunde müssen sich schon mal fragen lassen warum ihr Horizont im Nahen Osten endet.
Gräueltaten an Unschuldigen, also an Angehörige der Zivilbevölkerung, sind durch gar nichts zu entschuldigen. Aber warum sind euch die Opfer anderswo bitteschön so egal. Wenn tausend Leute in Israel/Palästina sterben gehen in Deutschland zehntausende auf die Straße und sind anscheinend sogar bereit allerhand AntisemitInnen neben sich tolerieren. Wenn aber hunderttausende sterben, wie im Kongo, dann bleiben die Straßen leer. Warum?
Kümmert euch um alle Menschen oder lasst es bleiben!

!

unmoderated

DANKE

unmoderated

...immer schön Danke sagen, wenn du was bekommst

unmoderated

...kannste jetzt mal wieder absetzen!
...Hätt mich auch gewundert, wenn nicht gleich ein Haufen Israel-Verteidigungskläffer loslegen, sobald etwas Kritisches diesbezüglich veröffentlicht wird.
Obwohl ja sogar israelische Soldaten ihre militärische Führung selbst kritisieren.

Hier nochn link, damit du deine haltlosen Behauptungen a la: "Gegen wen erlässt die UNO resolutionen wie am Fließband?
Israel!"

überprüfen kannst:
http://www.un.org/documents/scres.htm

Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass sobald Israel Gefahr läuft, im Text einer Resolution zu sehr kritisiert bzw. verurteilt zu werden, sofort "the Big Brother" zu Hilfe eilt, Vetos zückt usw...

Übrigens interessant, wie du die politische Führungen von Israel, Sudan, das Mullah-Regime im Iran, D.R.Kongo ...in einem Atemzug nennst,
oder wolltest du damit nur sagen, es gibt noch Schlimmere und Schlimmeres, deshalb ist Kritik an der Vorgehensweise Israels auch unzulässig?
Was ne Verteidigungsstrategie!!!

unmoderated

...auf dass die AntiDs und Zionisten wieder blind die Aktionen Israels verteidigen!!!
...demnächst dann auch mit einer Koalition weit rechts von der Mitte!!!
...aber egal "Israel is cool"...nee!...für die ganz platten
"Israel - über jede Kritik erhaben" für die pseudo-Intellektuellen!

Zitiert aus: http://de.news.yahoo.com/26/20090319/tpl-soldaten-schockieren-mit-aussag...

Tel Aviv (dpa) - Israelische Soldaten haben die Öffentlichkeit mit Aussagen über wahlloses Töten von Zivilisten und mutwillige Zerstörung während des jüngsten Gaza-Kriegs schockiert. Diesen Artikel weiter lesen

Israelische Medien berichteten, die Soldaten hätten entsprechende Zeugenaussagen vergangenen Monat während einer Versammlung an einer Militärakademie gemacht. Sie erzählten von sehr lockeren Dienstvorschriften, was das Schießen auf Zivilisten betraf. Die Aussagen wurden in dieser Woche in einem Informationsblatt für Absolventen der Akademie veröffentlicht.

Einer der Kommandeure erzählte etwa von einer Anweisung, eine ältere Palästinenserin zu erschießen, die in etwa 100 Meter Entfernung von einer israelischen Stellung auf der Straße ging. Er sprach dabei von «kaltblütigem Mord». Ein anderer Kommandeur erzählte, wie ein Scharfschütze eine Mutter und ihre zwei Kinder erschoss, weil sie versehentlich eine falsche Straßenabbiegung nahmen. «Ich glaube nicht, dass er sich besonders schlecht fühlte, weil er aus seiner Sicht nur nach seinen Vorschriften handelte.»

Insgesamt habe der Eindruck vorgeherrscht, «dass das Leben von Palästinensern sehr, sehr viel weniger wichtig ist als das Leben unserer Soldaten», sagte er. Beim Stürmen von Häusern, in denen sich Zivilisten aufhielten, hätten Soldaten häufig wahllos und ohne Vorwarnung um sich geschossen. «Die Vorgesetzten sagten uns, dies sei in Ordnung, weil jeder, der dageblieben ist, ein Terrorist ist», erzählte einer der Soldaten. «Ich habe das nicht verstanden - wohin hätten sie denn fliehen sollen?» Andere Soldaten hätten ihm gesagt, man müsste alle töten, «weil jeder Mensch in Gaza ein Terrorist ist».

Viele Soldaten hätten auch mutwillig den Besitz palästinensischer Familien zerstört, «weil es ihnen Spaß macht». «Wir können sagen, sooft wir wollen, dass die israelische Armee moralisch überlegen ist, aber im Feld ist das einfach nicht so.»

Der Leiter der Akademie, Danny Samir, sagte über die Aussagen während der Versammlung: «Für uns war das ein totaler Schock.» Die israelische Organisation Rabbiner für Menschenrechte nannte die Vorfälle einen «moralischen Tsunami» und rief zur nationalen Trauer und Buße auf.

Während der drei Wochen langen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen zum Jahreswechsel wurden nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsorganisation PCHR insgesamt 1434 Palästinenser getötet und weitere 5303 verletzt. Unter den Todesopfern seien 960 Zivilisten, teilte die Organisation vor einer Woche zum Abschluss einer Untersuchung in Gaza mit. Israel wollte mit dem Einsatz den Raketenbeschuss israelischer Ortschaften durch militante Palästinenser aus dem Gazastreifen unterbinden. Die Angriffe gehen jedoch weiter.

Siehe dazu auch: http://de.news.yahoo.com/2/20090315/tpl-prominente-juristen-fuer-interna...

Weltbekannte Juristen haben eine internationale Untersuchung des dreiwöchigen Konflikts im Gazastreifen gefordert, in der es um Verletzungen des Völkerrechts gehen soll. In einem von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstützten offenen Brief heißt es, bei den bereits angekündigten Ermittlungen der UNO solle das Vorgehen aller Konfliktpartien beleuchtet werden. Es dürfe nicht nur um Angriffe gegen UN-Einrichtungen im Gazastreifen gehen.

Die Unterzeichner nannten die Ereignisse im Gazastreifen "zutiefst erschütternd". Zivilisten dürften unter keinen Umständen Angriffsziele sein. Zu den Unterzeichnern gehören Richard Goldstone, der frühere Chefankläger des Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien und des Internationalen Tribunals für Ruanda sowie Antonio Cassese, der Vorsitzende der Internationalen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen für Darfur.

Israel hatte Ende Dezember eine 22-tägige Offensive auf den Gazastreifen begonnen, bei der mehr als 1100 Palästinenser starben. Die israelische Armee reagierte damit auf den Beschuss Südisraels vom Gazastreifen aus.

unmoderated

Hier nochn link aus einer "seriöseren" Quelle:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/1625

Am 14. März 2009 haben wir, das Internationale Aktionsbündnis Stuttgart, eine Kundgebung mit dem Friedensaktivisten Joachim Guilliard und ein Straßentheater unter dem Motto: „Israelische Kriegsverbrecher und ihre imperialistischen Unterstützer vor Gericht“ organisiert.

Wir wollten damit auf die Situation in Palästina aufmerksam machen und die Realität des Krieges, die die palästinensische Bevölkerung Tag für Tag erleben muss, für einige Momente zur Realität der Stuttgarter Innenstadt werden lassen - niemand sollte an dem Unrecht und Leid vorbeigehen können.

Gewehrsalven, Bombenexplosionen und Schüsse erfüllen die Stuttgarter Innenstadt. Auf der Straße liegen blutüberströmte Leichen. Menschen rennen hilflos schreiend durcheinander und suchen Schutz. Soldaten patrouillieren durch die Straßen und schießen die Wehrlosen nieder. Sie schreien um Hilfe, rufen: „Mörder!“

Die letzten Schüsse. Die Schreie verhallen. Stille legt sich über den Platz.

Langsam regt sich der Mob. Die Toten stehen wieder auf. Sie rufen laut „Der Widerstand stirbt nie“, sammeln sich und entwaffnen geschlossen die Soldaten. Sie fesseln sie, führen sie über den Platz und übergeben sie dem Gericht. Jemand aus dem Mob verließt die Anklage, geschlossen rufen alle: „Wir klagen an!“

Die traurigen Fakten des Krieges: „Über 1400 Tote, über 5500 Verletzte und Verstümmelte, 70% der Toten sind zivile Opfer, der Einsatz von Phosphor-Bomben, Streubomben und uranabgereicherten Bomben, die komplette Zerstörung der Infrastruktur, Zerbombte Krankenhäuser, Schulen und Warenlager, die Aufrechterhaltung einer tödlichen Blockade, die Entziehung jeglicher Lebensgrundlage, die Ermordung der palästinensischen Bevölkerung.

Während des Theaters wurden Flugblätter verteilt, viele Menschen blieben stehen und folgten skeptisch und erstaunt dem Geschehen.

In der Rede des Internationalen Aktionsbündnisses und in der Rede von Joachim Guilliard wurden die politischen Hintergründe des Krieges dargestellt. Dabei wurden die PassantInnen zur Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung aufgerufen.

Während auf der einen Seite die AktivistInnen Kriegsverbrechen thematisierten, die Tausende von Todesopfern fordern, hatte die Polizei nichts besseres zu tun als die Anmelderin der Kundgebung anzuzeigen. Die Begründung, der versammlungsberechtigte Bereich wurde überschritten und die Straße wurde durch das Ketchup, das die Künstler als Blut benutzten, beschmutzt. Sie muss nun mit einer Anklage und einer Geldstrafe rechnen. Diese Anzeige ist als das zu verstehen was sie ist, eine Provokation und schlichtweg eine Frechheit.

Wir rufen zur Solidarität mit der Anmelderin auf.

Gegen Krieg und Besatzung!

unmoderated

Zitat: "Gegen Krieg und Besatzung!"
sieht meiner Meinung nach aber anders aus.

erzähl mir nicht, du warst einmal auf ner Demo gegen den Krieg im Sudan!

unmoderated

...wer nicht gegen Krieg und Menschenrechtsverletzungen in x und y demonstriert,
darf auch nicht gegen Krieg und Menschenrechtsverletzungen in z demonstrieren?!
...oder argumentierst du nur deswegen so, weil z in diesem Fall Israel ist?

unmoderated

...und wie schauts bei Dir aus??

Demonstrierst du garnicht, da du ja scheinbar den Standpunkt vertrittst, wenn man nicht gegen alle Kriege und Menschenrechtsverletzungen protestiert, dann darf man nie dagegen demonstrieren?

erzähl mir nicht, du warst einmal auf ner Demo gegen die Unterdrückung der Uiguren in Ostturkestan!

?

unmoderated

klar, diese schilderungen sind auch nur eine Sache von Israel.
Sowas kommt in jedem Krieg vor.
Ja, das ist scheiße, überall und nicht nur in Israel.
Ich will das sicherlich nicht rechtfertigen, aber was soll diese Argumentation???