Udo Ulfkottes Buch „Vorsicht Bürgerkrieg!“: Die Endzeit naht!

Der Rechtsschreiber Udo Ulfkotte (* 1960) veröffentlichte im Rottenburger KOPP-Verlag 2009 das Buch „Vorsicht Bürgerkrieg!“ mit dem Untertitel „Was lange gärt, wird endlich Wut“.
Im Folgenden soll dieses Werk analysiert und kritisiert werden als anschauliches Beispiel für einen Rechtspopulismus aus der Mitte der Gesellschaft.

Alle folgenden Zitate stammen aus dem Buch „Vorsicht Bürgerkrieg!“ (3. Auflage September 2009, Rottenburg).
Der Buchtitel „Vorsicht Bürgerkrieg!“ hört sich übrigens sehr nach „Vorbürgerkrieg“ an, ein in der „Neuen Rechten“ verbreitetes Wort, dass eine Vorbürgerkriegs-Situation zwischen den so genannten „Autochtohnen“ und „Allochtohnen“ zu erkennen meint.

Der Inhalt des Ulfkotte-Buches liest sich über Strecken so, als ob Sarrazin von Ulfkotte abgeschrieben hat oder zumindest inspiriert wurde. Auf jeden Fall sind Sarrazin und Ulfkotte Brüder im Geiste. Das auch von Sarrazin verwendete Wort „Unterschichtenimport“ (z.B. Seite 106) könnte sogar direkt aus dem Zitatesteinbruch Ulfkottes stammen. Allerdings unterscheidet sich Ulfkotte inhaltlich manchmal auch von Sarrazin. Im Gegensatz zu diesem prügelt er nie verbal auf die deutschstämmige Unterschicht ein. Der erste Teil des Buches richtet sich eher gegen „raffgierige“ Manager, „Gierhälse“ und andere Etablierte. Er beklagt einen Werteverfall bei der Elite und regt sich über unfähige Manager auf und über Politiker die korrupt sind, Kokain nehmen oder sich mit Prostituierten vergnügen.
Neben dieser Politiker- und Managerschelte weist Ulfkotte auf die fortschreitende Verarmung in der Bundesrepublik hin. Dieser Teil des Buches liest sich fast so, als wenn Ulfkotte ein linker Autor wäre.

Nach diesem Buch-Teil zieht Ulfkotte aber vom Leder gegen „multikulturell-multikriminelle Zuwanderergruppen“ (Seite 56). Denn das Hauptfeindbild Ulfkottes sind Zuwanderer. Seine Angst dabei: „Irgendwann knallt es ganz einfach.“ (Seite 59). Er befürchtet einen „ethnischen Spannungen“ oder gar einen „multikriminellen Bürgerkrieg“ (Seite 94) zwischen „Zuwanderern und ethnischen Deutschen“.
Um seine Fantasie vom Krieg der Kulturen zu begründen, behauptet Ulfkotte entgegen aller Fakten eine Bevorzugung von MigrantInnen, z.B. trägt eines seiner Kapitel die Überschrift „Deutsche Arbeitsplätze – bevorzugt für Zuwanderer“ (Seite 98). In diesem Kapitel führt Ulfkotte ein paar Beispiele für eine Quoten-Regelung für MigrantInnen an. Dass diese Quoten dazu dienen den unterproportionalen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in diesen Sparten etwas entgegen zu setzen, verschweigt er.
Auch das die EU Millionen AfrikanerInnen auf Territorium holt (Seite 106-112), ist in Anbetracht der „Festung Europa“ eine glatte Umkehrung der Wahrheit.

Immer wieder beklagt Ulfkotte die Gewalt gegen Polizisten, Polizeigewalt existiert aber für ihn nicht. So behauptet er, dass „mordlüsterne Linksextremisten“ angeblich „Giftgas“ gegen die Polizei einsetzen würden (Seite 204). Allen Ernstes behauptet Ulfkotte auch: „Zuwanderer und Linksextremisten werden mit Samthandschuh angefasst. Sie dürfen all das, wofür Durchschnittsbürger ins Gefängnis gehen würden.“ (Seite 205)

Ulfkottes Buch ist ein typisches Beispiel für einen Einzelfall-Populismus. Er nimmt einzelne Fälle her und behauptet, sie seien Ausläufer eines größeren Phänomen. Er weiß durchaus um das Problem , dass er nur eine Kette von Einzelfällen präsentiert, also behauptet er diese seien typisch, bleibt aber einen Beweis schuldig. „Das sind keine Einzelfälle – es sind schlichtweg typische Fälle. Und es gibt sie in ganz Europa. Wir werden ausgenommen wie die Weihnachtsgänse.“ (Seite 113)
Ulfkottes Belege für seine Einzelfall-Sammlung sind fast durchgängig nur Zeitungsquellen (darunter auch BILD und MoPo), fast nie aber die Originalquellen. Die beeindruckenden 857 Fußnoten sind also in Wahrheit gar nicht so beeindruckend.
Es kann sogar tatsächlich stimmen, dass mit der Wirtschaftskrise die Unruhen zunehmen, wie Ulfkotte konstatiert. Ulfkotte aber deutet jedes Gewaltverbrechen bei dem MigrantInnen als TäterInnen beteiligt waren als Teil eines Bürgerkrieges. Auch Jugendunruhen wie in den Banlieues, woran durchaus auch Herkunftsfranzosen beteiligt waren, und riots wie in Athen schreibt Ulfkotte zum ethnischen Bürgerkrieg um.
So eine Interpretation ist natürlich falsch und entspringt einer rassistischen Sichtweise. Wenn Ulfkotte von „wir“ schreibt, dann meint er die Deutschen in völkischer Definition. Ob Menschen mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsbürgerschaft haben oder sich selbst als Deutsche verstehen ist ihm egal. Ulfkotte beansprucht die Definitionsmacht über Deutsch-Sein und die ist bei ihm völkisch.
Trotz seiner eher gemäßigten Sprache, kommt manchmal auch der ganz vulgäre Stammtisch-Rassismus bei dem ehemaligen FAZ-Journalisten zum Vorschein. So schreibt er: „Denn auch die neuesten Zuchtversuche einer neuen Menschenrasse – des Multikulti-Primaten – führen geradewegs in den Untergang. Das schlimmste Ergebnis des Multikulti-Primaten-Zucht sind immer mehr multikriminelle Primaten, die immer brutaler Unruhe in die Bevölkerung bringen.“ (Seite 155)

Natürlich huldigt Ulfkotte auch dem antimuslimischen Ressentiment, dazu hat er ja mit „SOS Abendland“ eigenes ein Buch verfasst, dass ebenfalls im Rottenburger KOPP-Verlag erschienen ist (siehe die Tueinfo-Rezension dazu). Auch in „Vorsicht Bürgerkrieg!“ verteidigt Ulfkotte das christliche Abendland gegen „die Muslime“ und käut allerhand antimuslimischen Ressentiments wieder. So behauptet er beispielsweise: „Der Islam lebte und lebt als Ideologie oftmals von nichts anderem als vom Transfer vorhandenen Wohlstands – und zwar immer in eine Richtung: von wohlhabenden »Ungläubigen« in Richtung der Muslime.“ (Seite 117)

Letztlich ist Ulfkotte ein selbst ernannter Vertreter des so genannten kleinen Mannes, der in typischer Stammtisch-Manier beklagt, wer ihm alles (angeblich) auf der Tasche liegt (Zuwanderer, Politiker, Linke).
Er geht aber noch weiter und prophezeit einen kommenden Bürgerkrieg in allernächster Zeit, den er vor allem als ethnisch sieht. Aber nicht nur, auch die bösen Extremisten von Links und Rechts mischen dann mit. Er selbst verortet sich in der Mitte. Seine düstere Untergangsprohetie nach Art von Spengler stützt er auf einen, angeblich von der Regierung erstellten, „Atlas der Wut“, in dem alle zukünftigen Unruheherde verzeichnet sind. Dazu liegt dem Ulfkotte-Buch sogar eine Karte bei, auf der sich der Leser/die Leserin kundig machen kann. Die darauf verzeichneten Unruheherde sind so genannte Problemviertel, Ulfkotte nennt sie abschätzig „Versagerstadtteil“ (Seite 269), die im Westen meist einen hohen MigrantInnen-Teil haben und im Osten oft die braunen No-Go-Areas für MigrantInnen sind.

Was nun will Ulfkotte eigentlich? Für eine extrem rechte Parteiformation kann er sich im Buch nicht begeistern, die lehnt er ab, obwohl er sich stellenweise so anhört wie ein Mitglied einer solchen Organisation. Vor den in Europa entstehenden rechten Milizen und Bürgerwehren warnt er sogar ausdrücklich, er sieht sie als Teil des kommenden Bürgerkrieges. Organisatorische Distanz, bei inhaltlicher Übereinstimmung eben.
Etwas überraschend wendet sich Ulfkotte am Buchende auch gegen eine verstärkte Überwachung. Man hätte angenommen, dass er nach seinen Katastrophenszenarien auf Law&Order setzt. Mit Ausnahme von Überwachung setzt er tatsächlich auch auf Law&Order, und auf Selbstjustiz. So empfiehlt er u.a. neben dem Kauf von Ackerflächen (um autark zu sein): „Treten Sie in einen Schützenverein ein. Lernen sie den Umgang mit Schusswaffen.“ (Seite 379) und „Zur Abwehr von Angreifern auf dem eigenen Grundstück in Krisenzeiten genügen Armbrüste.“ (Seite 379)
Generell aber setzt er auf den starken Staat: „In Zeiten wirtschaftlicher Not müssen wir uns ein Vorbild an jenen EU-Staaten nehmen, die ihre Arbeitsplätze zunächst einmal mit ethnischen Bürgern des eigenen Landes besetzen und Gastarbeiter wieder nach Hause schicken.“ (Seite 380)
Dazu passt, dass Ulfkotte unlängst in einem Interview forderte, die Stellen der Integrationsbeauftragten abzuschaffen und forderte stattdessen müsse es für integrationsunwillige Zuwanderer „Rückführungsbeauftragte“ geben. Allerdings hält Ulfkotte das Patent für diesen Vorschlag nicht. Die NPD fordert schon seit Jahren einen „Rückführungsbeauftragten“.

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Linker Watchblog zur Sarrazin-Debatte
mit umfangreichen Zitatesteinbruch:
http://brandsaetze.blogsport.de

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unmoderated

Kürzlich war Ulfkotte auch Teilnehmer einer Fernsehdiskussion im österreichischen Format "Club 2" des ORF. Aufhänger war das Buch Sarrazins, er vertrat Ulfkotte vertrat im Grunde dessen Position und verteidigte das Buch.

unmoderated

Sie sollten Ihre rosarote Brille ablegen und sich Europa mal genauer anschauen. Massen von bildungsfernen Mohammedanern strömen auf unseren Kontinent und werden demnächst autonome Gebiete fordern. Was Sie für ein Hirngespinst halten, ist Realität z.B. in Frankreich. Es ist nur eine Frage der Zeit bis Europa die Problematik des alten Jugoslawien trifft.

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Hilfe, ein bildungsferner Kultur-Rassist überflutet Tue-Info mit lächerlichen Kommentaren und könnte demnächst sogar fordern, hier Artikel veröffentlichen zu dürfen, indem er das, was wir für ein Hirngespinst halten, ausführlich breit treten darf. Dann wäre es nur noch eine Frage der Zeit, bis das BILD-Niveau erreicht wäre.
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