Mitglied einer Tübinger Landsmannschaft publiziert in extrem rechten Verlag

Am 30. September 2010 erschien im Bublies-Verlag ein Buch mit dem vielsagenden Titel „Migrantengewalt – Wie sich unser Staat selbst entmachtet”. Autor ist ein gewisser Stefan Hug
(* 1968). In der Kurz-Biografie des Autors wird erwähnt, dass Hug Politikwissenschaft und Volkskunde in Kiel und Tübingen studiert hat.

Ebenfalls ein Stefan Hug tritt im Verbandsorgan der strammrechten „Deutschen Burschenschaft“ (DB), den „Burschenschaftlichen Blättern“, als Gastautor eines Beitrages mit dem Titel „Kritik der Korporationskritik“ auf. Als Information zum Autor dieses Artikels findet sich noch die Angabe, dass dieser Mitglied in der „Landsmannschaft Ghibellinia Tübingen“ ist. Die Landsmannschaften und Turnerschaften sind im Dachverband „Coburger Convent“ (CC) organisiert. Wie die DB hat auch der CC ein eigenes Verbandsorgan, die CC-Blätter. In den CC-Blättern 1/2010 wird der „Verbandsbruder Hug“ von der Ghibellinia Tübingen als Buchautor erwähnt. Er ist Autor des Werkes „Hollywood greift an! Kriegsfilme machen Politik …“, dass 2010 im Grazer Ares-Verlag erschien. Der österreichische Ares-Verlag gilt als sehr rechtslastig. Der Ares-Verlag wurde 2004 als politischer Neben-Verlag des Leopold-Stocker-Verlages gegründet. Nach einem im August 2006 bestätigten Urteil vom Grazer Oberlandesgericht in Österreich dürfen Kritiker_innen des Verlages dessen Programm als „rassistisch“, „antisemitisch“ und „rechtsextrem“ bezeichnen.

Der Stefan Hug, der im neofaschistischen Bublies-Verlag ein Buch zum Thema „Migrantengewalt“ publizierte, dürfte auf Grund von Namens-Gleichheit und biografischer Ähnlichkeit derselbe sein wie der Ghibelline Hug, der im Ares-Verlag veröffentlichte.

Der Bublies-Verlag mit Sitz in Schnellbach hat ein „nationalrevolutionäres“ Selbstverständnis und gab 1979 bis 2002 das neofaschistische Magazin „wir selbst“ heraus. Bublies hatte in der Bundesrepublik auch die Alleinvertriebsrechte an dem so genannten „Grünen Buch“, der Politbibel von Lybiens Autokraten Gaddafi, in der dieser versucht eine Synergie zwischen nationalistischen Sozialismus und Islam herzustellen.

Die pflichtschlagende (= fechtende) Landsmannschaft Ghibellinia zu Tübingen zählt(e) neben einem ehemaligen FDP-Bundesgeschäftsführer, einem ehemaligen EU-Botschafter und dem Geschäftsführer Finanzen der Tengelmann-Gruppe auch Ernst Weinmann, der 1947 wegen Kriegsverbrechen in Serbien gehängt wurde, zu ihren Mitgliedern.

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unmoderated

Hat jemand seine Werke schon gelesen? Oder macht mensch sich dadurch zum Mittäter? Ich würde es deswegen lieber vermeiden, mich mit ihm auseinanderzusetzen.

Alerta!

unmoderated

Mittäter? Wieso das denn? Brauchst die Bücher ja nicht zu kaufen.
In der UB gibt's allerdings nur zwei Bücher von ihm über Stocherkahnrennen und Maisingen.

unmoderated

Ich habe das Buch zwar (noch) nicht gelesen, aber bevor man sich eine vorschnelle Meinung zu seiner politischen Aussage macht, sollte man erstmal das Buch (zumindest) besehen haben! Der Klappentext spricht in meinen Augen nämlich eine andere Sprache als die "neutrale" Beschreibung zum Autor auf dieser Seite! Und da ich diesen Stefan Hug im Zuge seines Buches über das Stocherkahnrennen persönlich kennengelernt habe, kann ich nur sagen, dass er sich alles andere als nationalrevolutionär, neofaschistisch oder strammrechts gezeigt hat.

Feststellung bleibt in meinen Augen also, wie meist: Nicht alles glaube, was irgendeiner vorplappert.

PS: Dass man zur Richtigkeitsfestellung seines Beitrages den Buchstaben 's' in "Pfeffer_pray" ergänzen, macht mich in diesem Zusammenhang auch etwas stutzig...