AfD-Kreisverband Tübingen gegründet – ehemaliger CDU-Rechtspopulist mit von der Partie

Wie das „Schwäbische Tagblatt“ verlautete hat sich am 16. Juni 2013 ein Kreisverband der Parteineugründung „Alternative für Deutschland“ (AfD) in Tübingen gegründet. Zum Direktkandidaten wurde ein Horst Speichert gewählt, der auch Sprecher des Kreisverbandes ist. Seine Stellvertreter sind Wolfram Schillinger und Markus Frohnmaier. Letztgenannter ist ein Rechtspopulist aus den Reihen der CDU und war dort in der „Aktion Linkstrend stoppen!“ (ALS) organisiert. Er war eine Zeit lang ALS-Regionalkoordinator für Schwaben und verfasste in dieser Funktion auch einen Brief an den CDU-Abgeordneten von Stetten, in dem er sich darüber beschwerte, dass dieser den Gangster-Rapper „Bushido“ als Praktikanten beschäftigte. Nun ist „Bushido“ mit seinen extrem frauenverachtenden und homophoben Texten durchaus allerhand Kritik wert (Zitat „Bushido“: „Sperr mal den Mund auf und füll ihr mit Sperma den Mund auf.“), doch ist die ALS auch nicht die Speerspitze der Emanzipation, sondern der Reaktion. In ihrem 2010 veröffentlichten „Manifest gegen den Linkstrend“ heißt es u.a.:
„Mit großer Sorge registrieren die Unterzeichner, wie sich die Führung der CDU mit der "Berliner Erklärung" vom 15. Januar offenbar endgültig von ihren Wurzeln und langjährigen Stammwählern verabschieden und die "Öffnung nach links" unumkehrbar weiter vorantreiben will.
Als Volkspartei mit christlich-konservativen und marktwirtschaftlichen Positionen ist die CDU seit Konrad Adenauer und Ludwig Erhard groß geworden und erfolgreich gewesen.
In den letzten Jahren hat sie jedoch wesentliche Grundpositionen aufgegeben. Immer mehr Mitglieder und Wahlbürger rücken von einer Partei ab, deren Führung
[...]* sich linke Gesellschaftspolitik zueigen macht, ob bei der Geschlechterumerziehung des "Gender Mainstreaming", Homo-Ehe oder der Gängelung von Unternehmen durch
* das "Antidiskriminierungsgesetz";
* eine gescheiterte Multi-Kulti-Integrationspolitik weiter vorantreibt, die selbst Sozialdemokraten wie Thilo Sarrazin als illusionär entlarven;
[...] * es unterläßt, die hunderttausendfache "straffreie" Kindestötung durch Abtreibung beim Namen zu nennen und für konsequenten Lebensschutz einzutreten;
* sich scheut, der Gefahr der Islamisierung entgegenzutreten, das christliche Erbe zu verteidigen und dem EU-Beitritt der Türkei eine klare Absage zu erteilen.
Wir fordern eine grundlegende politische Kurskorrektur, eine geistige Wende. Es geht um Deutschlands Zukunft und um das Leben unserer Kinder und Enkel.“
Also klassische Elemente eines Rechtspopulismus, der zumindest früher auch von Frohnmaier vertreten wurde.
Dass eine Person mit solche Positionen zur AfD abgewandert ist, dürfte in der „Wählerformation des Wohlstandschauvinismus“ kaum problematisch sein. Die „Parteivertretung der Euroskeptiker“ bedient durchaus auch Ressentiments und spielt mit rechtspopulistischen Elementen.
Als wichtigster AfD-Funktionär aus Tübingen darf der emeritierte Professor Joachim Starbatty gelten, der Vorsitzender des Beirats der AfD und Kandidat Nr. 1 auf der AfD-Landesliste Berlin ist. Starbatty publizierte im rechtspopulistischen Kopp-Verlag und ist immer wieder Referent bei rechten Gruppen, zuletzt am 19. Juni bei der extrem rechten Burschenschaft Rheinfranken in Marburg.

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