PEGIDA-Versteher Patzelt bei der Tübinger Burschenschaft Arminia angekündigt

Die Burschenschaft Arminia Straßburg zu Tübingen kündigt für den 10. Juli 2015 einen Vortrag mit Prof. Dr. Werner J. Patzelt zum Thema „Umgang mit Pegida, Wie diskursoffen ist unsere Gesellschaft und repräsentative Demokretie [sic!]?“ an.

Patzelt ist geschäftsführender Direktor des Instituts für Politikwissenschaft der TU Dresden und hat an der TU Dresden den Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich inne. Zudem ist er Mitglied im Kuratorium der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und im wissenschaftlichen Beirat des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. Hier ist er stark an der Ausformulierung der so genannten Extremismustheorie beteiligt. Nach dieser wird eine demokratische Mitte von fiesen Extremist*innen von links und bedroht.

Auf jeden Fall ist das CDU-Mitglied Patzelt ein Nationalkonservativer, der viel Verständnis für die konservative bis extreme Rechte hat. So riet er im Juni 2004 nach Erfolgen der NPD bei der Kommunalwahl der CDU zu einer stärkeren Ausrichtung nach rechts, u.a. empfahl er in einem Aufsatz die „CDU muss am rechten Rand fischen“. Ähnlich äußerte er sich auch am 31. Dezember 2011 im Internetmagazin „The European“: „Vaterlandsliebe, Stolz auf ein gutes Land und der Wunsch nach Beheimatung in einer tradierten Kultur gehören zu den Anliegen sehr vieler Bürger, die einfach nur gute Deutsche sein wollen. Sie hochfahrend auszugrenzen, treibt sie in Parteien- und Staatsverdrossenheit und bringt sie zum hilflosen Schwanken zwischen Nichtwählen bzw. Protestwählen. Gewiß mag man hoffen, die Union werde diese Lücke schließen. [...] Noch aber spricht wenig für eine solche Entwicklung vor der Gründung einer neuen Rechtspartei. Zu ihr dürfte es nach Einleitung eines neuen NPD-Verbotsverfahrens kommen. Motivieren wird die Einsicht, wie wenig es unserer Demokratie bekommt, wenn sich alle Parteien zwischen dem linken Rand und der rechten Mitte tummeln, die Rechten aber keine sie in den Verfassungsbogen einbindende Alternative wählen können.“
Solche Thesen vertrat er auch in seinen Interviews mit der ultrarechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“.

Zu Studentenverbindungen weist Patzelt allgemein ein starkes Näheverhältnis auf. Unter anderem war er regelmäßig Schirmherr der Ringvorlesung „Füxe, Kneipen und Couleur“, die von der korporierten „Gesellschaft zur Förderung studentischer Kultur“ (GFSK) meist jährlich organisiert wird. Auch bei der Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia referierte er bereits zweimal. Einmal 26. Mai 2011 zum Thema „Wieviel Platz ist zwischen CDU und NPD?“ und bei einem Europaseminar am 2. November 2012.
Für den extrem rechten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ hielt er am 8. Juni 2006 hielt er sogar die Festrede.

Spiegel-Online nennt Patzelt „Dresdens Vorzeigepolitikprofessor“, aber in der Dresdner Studierendenschaft gilt er vielen als Versteher die rassistische PEGIDA-Bewegung. Beispielsweise warfen ihm Kritiker*innen vor in einem Vortrag am 6. Januar 2015 wie ein PR-Berater von PEGIDA gewirkt zu haben. Überhaupt begeistert er sich für PEGIDA und hat kaum Kritik. So schreibt in seinem FAZ-Artikel vom 21. Januar 2015 „Die Verortung von Pegida. Edel sei der Volkswille“: „Zwar marschieren bei Pegida schon auch Rechtsradikale. Doch die allermeisten der vielen Tausenden von Demonstranten gehören in Dresden zum ganz normalen Volk. Es sind Arbeiter und Angestellte, auch etliche Selbständige, von der Mittelschicht bis zu den „kleinen Leuten“, von CDU-Wählern bis hin zum rechten Rand, mit vielen Nichtwählern dabei.“
Tatsächlich marschiert in Dresden ein 'ganz normale Volk' von RassistInnen und RechtspopulistInnen. Vorurteilsstrukturen wie Rassismus reichen eben weit bis in die 'demokratische Mitte'.

Interessant am Programm der Arminia ist auch das für den 29. Mai eine Teilnahme am Festakt in Eisenach zum Jubiläum „200 Jahre Burschenschaftliche Bewegung“ eingetragen ist. Diese wird vom extrem rechts dominierten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ organisiert, den die Arminia vor ein paar Jahren verlassen hatte. Offenbar wurden dabei aber nicht alle Verbindungen gekappt.