Nachttanzdemo am 15.06.17: Redebeitrag der interventionistischen Linke (iL)

Am 7. und 8. Juli 2017 wird der G20-Gipfel die Stadt Hamburg besetzen. Die Oberhäupter der 19 reichsten und mächtigsten Staaten der Welt kommen zusammen. Es ist ein Gipfel der Despoten, der Herrschenden und ihrer Buchhalter. Sie wollen ihre Krisen beratschlagen: die Zukunft des globalen Kapitalismus. Das dort verhandelte zielt darauf ab, die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin zu unterwerfen: sei es durch den stetigen Druck des absoluten Wettbewerbs oder im Falle von Widerstand durch die Knüppel des Polizeistaates, oder beidem ! Konsens bei den Verhandlungen ist: das Diktat der Kapitalvermehrung.
Die Konsequenzen dieser Politik ist die weitere Vernichtung der Lebensgrundlagen , durch Krieg, Krise und Umweltzerstörung. Die Menschen die diesem Elend entfliehen wollen erwartet oft der Tot im Mittelmeer. Dieser Tot wäre nicht nur vermeidbar - er ist kalkuliert.

Wir aber stehen gegen die G20 und ihre Welt.
Deshalb gibt es am 5. und 6. Juli den Gegengipfel für globale Solidarität,
am 5. Juli die Nachttanzdemo,
am 6. die Antikapitalistische Demo, G 20- Welcome to hell,
am 7. Juli den Bildungsstreik: Jugend gegen G 20, die Blockadeaktionen Block G 20 rund um den Tagungsort, die Aktionen im Hamburger Hafen um die Logistik des Kapitals lahm zu legen, die Fahradaktion Colorfull Mass gegen den G 20 Gipfel und die Demo G 20 entern – Kapitalismus versenken.
Zum Abschluss findet am 8. Juli die Internationale Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G 20“ statt.
Und nicht zu vergessen, die vielen Aktionen von Hamburger*innen im Vorfeld und während des Gipfels gegen die Geiselhaft ihrer Stadt durch den G 20 Gipfel.
Um dies in ein Bild zu bringen: Wir sind ein Regenbogen, der auch die Farbe Schwarz enthält und der, der eisernen Beschränktheit der Herrschenden, die Vielfalt des Widerstandes entgegen setzt.
In Hamburg werden die Massen auf die Strasse gehen. Das Hamburger Abendblatt, nicht bekannt als ein Organ der Revolution, hat vor einigen Wochen eine Umfrage gemacht. Darin sprechen sich fast ¾ der Befragten gegen die Ausrichtung des Gipfels aus, 35 Prozent wollen an einer der geplanten Demonstrationen teilnehmen oder können sich eine Teilnahme vorstellen. Der Tagungsort des Gipfels liegt direkt neben rebellischen Kiezen, in einer Stadt die wahrlich genug davon hat die Prestigeprojekte der Herrschenden auszuhalten. In dieser Stadt hat der Zwangsapparat nicht weniger als 38 Quadratkilometer faktisch zur demokratiefreien Zone erklärt. Die Wut dieser Stadt richtet sich nicht auf uns sondern auf die die sich hinter den blauen Reihen auf dem Karolinenplatz verbarrikadieren.
Wir, die interventionistische Linke, werden versuchen so viele Menschen wie möglich mitzunehmen. Wir werden mit Zehntausenden in den Straßen im Herzen Hamburgs stehen, laufen, tanzen, sitzen, uns bewegen. Wir werden uns in mehreren Gruppen wie Finger durch die Straßen bewegen. Wir werden aus allen Richtungen auf die Orte des Gipfeltreffens zuströmen, auf die Messehallen, auf das Rathaus und die Elbphilharmonie, kurz: auf die sogenannte Rote Zone der Mächtigen. Wenn die Polizei uns aufhalten will, finden wir andere Wege zu unserem Ziel. Wo es nötig wird, werden wir Barrieren überwinden und Polizeiketten durchfließen. Wir werden uns schützen, damit wir nicht geschlagen werden, damit das Reizgas uns nicht die Augen verätzt und wir frische Luft atmen können. Wir suchen die politische Auseinandersetzung, aber nicht den körperlichen Angriff. Wir werden viele sein. Darin besteht unser Schutz. Wir bleiben auch über Nacht. Und wir werden laut sein. Mit allen, die da sind und für alle, die nicht da sein können.
Während die G20 weiter darauf besteht, dass es keine Alternative gibt -dass die Welt immer so bleiben wird wie sie ist- werden wir die Vielfalt des Widerstandes feiern. Wir werden der ständigen Wiederholung des Immer gleichen ein vielstimmiges Nein entgegensetzen. Ein Nein zum Patriarchat, zum Staat, zum Rassismus und zum Kapital. Wir sind verschieden aber uns eint die Ablehnung dieser Welt und die Sehnsucht nach einer Neuen.
Wir stehen ein für eine Freundschaft unter Gleichen in aller unserer Vielfalt, wir streiten für eine Solidarität der Freien in einer kommenden wirklichen Demokratie. Wir sagen: Den G20-Gipfel blockieren und die Rote Zone bunt gestalten!

Wir würden uns freuen wenn viele Menschen aus Tübingen sich an diesen Aktionen beteiligen und mit uns nach Hamburg fahren. Deshalb habe wir einen Bus organisiert, der am Mittwoch den 5. Juli nach Hamburg fährt. Die Rückfahrt ist am Sonntag den 9. Juli. Ab dem kommenden Montag können im Büro der Partei „Die Linke“ Buskarten erworben werden.
(Normalpreis Hin- und Rückfahrt 80€, ermäßigt nach Selbsteinschätzung mindestens 30€, Solipreis 90€)

Wer sich noch weiter informieren möchte, ist zu unserem NoG20-Podium
am Dienstag, 20. Juni, 20 Uhr Club Voltaire, Haaggasse 26b, Tübingen eingeladen.

Interventionistische Linke Tübingen