Flugblatt-Aktion anlässlich des Treffens der G20 // Streitgespräch mit Boris Palmer: „Ja, da ertrinken Menschen im Mittelmeer. Na und?!“

Eine Gruppe zu Hause gebliebener Aktivist*innen hat sich vergangenes Wochenende in der Öffentlichkeit mit den politischen Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg solidarisiert. Zu diesem Anlass wurde ein großes Transparent an der idyllischsten Tübinger Postkartenfassade am Neckar und in der Altstadt angebracht, so wie Flugblätter in der Innenstadt verteilt (Flugblatt im Anhang).

Während die bürgerlichen Bewohnenden Tübingens ausgelassen ihr Stadtfest feiern, werden in Hamburg demokratiefreie Zonen errichtet, Polizisten gehen mit brachialer Gewalt gegen friedlich Protestierende vor und die Herrschenden widmen sich weiter der Klimazerstörung, perversem Wachstumswahn und der Abschottung ihres Wohlstandes & ihrer Außengrenzen.
Unsere Message: Protest ist kein Verbrechen! Die Politik der G20 ist das Verbrechen!

Eines der Flugblätter verteilten wir auch an den OB Tübingens, Boris Palmer. Zu behaupten, er ließe sich auf eine Diskussion ein, wäre übertrieben. Dennoch kam ein Streitgespräch mit einer Aktivistin zu Stande, in dem Palmer wiedermal mit braunen Inhalten brillierte.
Palmer erwies sich als unfähig, den Begriff des Protests differenziert zu betrachten und hatte scheinbar nur von brennenden Autos gehört (nicht etwa von zehntausenden, hunderttausenden friedlich-kämpferisch Protestierender mit zig anderen Aktionsformen!). Dadurch wurde eine Diskussion über die Hintergründe der Proteste durch Palmer komplett unterbunden. Die Eskalation der Polizei in die Schuhe zu schieben, sei typisch für die Linke Szene und die Abschottungspolitik der EU kommentiert Boris Palmer mit einem genervten: „Ja, da ertrinken Menschen im Mittelmeer. NA UND?!“. Weiterhin sprach er uns Aktivist*innen ab, uns über die Politik der G20 zu empören, diese hätte schließlich unsere Leben erst ermöglicht. Die Aktivistin solle doch nach Afrika gehen oder ans Mittemeer um ihre Menschen dort zu retten. Palmer forderte von der Aktivistin, sich „hier und jetzt“ gegen die Gewalt in Hamburg aussprechen. Wir aber verurteilen die Gewalt und Ausbeutung der G20 und solidarisieren uns mit den politischen Protesten in Hamburg.

Transpi Neckarfassade