Wer verdient warum wie viel?

14.11.2017 19:00

Einladung zur Diskussion:

Wer verdient warum wie viel?
Gegen das moralische Rechten um Einkommensunterschiede
14.11.2017, 19:00,
Clubhaus Wilhelmstr 30
Linker Eingang, Linke Treppe, Linke Türe

Wer Antworten haben will auf Fragen wie…

- Ist es ein Skandal, dass mancher Konzernmanager zwischen 100- und 200-mal mehr verdient als die tariflich bezahlten Facharbeiter, die er kommandiert? Oder geht das in Ordnung, weil vom Geschick der Betriebsführer schließlich Job und Existenz von Zehn- oder gar Hunderttausenden abhängen?

- Ist es gerechtfertigt, dass ein Architekt oder ein Zahnarzt ein x-faches mehr verdient als seine Ange-stellten, weil er ja schließlich jahrelang studiert hat und außerdem das finanzielle Risiko trägt? Oder ist das nicht zu rechtfertigen, weil das, was diese Uniabsolventen tun, von ihren Angestellten mit nichtaka-demischen Berufsausbildungen genauso gut zu erledigen wäre, und weil Architekten und Zahnärzte ohne ihre Angestellten ihr Büro bzw. ihre Praxis zumachen könnten?

- Ist es gerecht, dass manche Immobilienbesitzer pur mit ihrem Grundstück stattlich Geld verdienen, während manche Bauern, die ihren Grund und Boden beackern, immer gerade so oder noch nicht einmal über die Runden kommen? Oder ist es ungerecht, dass die Landwirte Jahr für Jahr milliardenschwere Beihilfen aus Steuergeldern abgreifen?
… der wird sich auf unserer Veranstaltung schlecht bedient finden.

Wir wollen nämlich begründen, warum es ein Fehler ist, die Frage nach den Einkommensunterschieden als eine Debatte über die Gerechtigkeit aufzuziehen.
Denn erstens bleiben die Rechts- oder Unrechtsurteile, die da gefällt werden, praktisch belanglos. Denn das moralisierende Urteil, ein Managergehalt sei ungerecht hoch, zielt nicht auf Änderung. Zweitens sind sie theoretisch beliebig: Gegen jede Beschwerde über Ungerechtigkeiten beim Einkommen gibt es garantiert eine passende Verteidigung, die genauso logisch oder unlogisch ist. Uns fällt dabei drittens auf, dass bei solchen Gerechtigkeits-Debatten die Frage, die wirklich anstünde, nicht gestellt wird: Warum passen Beruf und Einkommen für so viele Leute so schlecht zu den Notwendigkeiten und Freiheiten, die das Einkommen – erworben durch Einsatz von Lebenszeit und -kraft – doch bezahlen muss und soll?

Können wir eine Alternative bieten? Ja!
Erstens die abschließende Kritik des Vorurteils, letztlich müsse doch irgendwie zu haben und zu finden sein, was keine praktische Erfahrung jemals bestätigt oder belegt hat: eine echte, logisch und moralisch nachvollziehbare Entsprechung von individueller Tätigkeit und Bezahlung. Diese Kritik am moralischen Rechten um Einkommensunterschiede soll am ersten Termin, am 14.11.2017, vorgeführt und diskutiert werden.

Und zweitens ein paar Hinweise darauf, für welche Dienste die Bürger in der Marktwirtschaft – vom Minilöhner bis zum Manager – ihre Kohle tatsächlich kriegen. Dafür – also für die Beantwortung der Frage „Wer verdient warum wie viel?“ – haben wir den zweiten Termin, am 28.11.2017, vorgesehen