Offener Brief der Beschäftigten des Uniklinikums Tübingen: Es geht um uns. Wir brauchen Euch!

Es geht um uns.
Wir brauchen euch.

Offener Brief der Beschäftigten des Uniklinikums Tübingen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Patientinnen und Patienten,
Liebe Tübingerinnen und Tübinger,

Wir appellieren an eure Solidarität, denn es kann so nicht weiter gehen.
Wir brauchen dringend mehr Personal für unser Krankenhaus.

Es geht um die Patient*innen. Damit sie wieder als solche gesehen werden und nicht mehr nur als Wirtschaftsfaktor und gewinnbringende Durchlaufposten. Das Patient*innenwohl leidet derzeit massiv unter dieser Art des Spar- und Personalmanagements. Mehr Personal
bedeutet mehr Zeit am Bett der Patient*innen und garantiert eine angemessene und sichere Versorgung. Diese ist im Moment oft einfach
nicht möglich.

Und es geht um uns.
Wegen der starken Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem der letzten Jahre ist es zu drastischen Einschnitten in unserem Berufsalltag gekommen. Viele von uns, wenn nicht sogar alle, sind schlicht überlastet. Durch das ständige Einspringen aus dem Frei, Überstunden und die permanente Unzufriedenheit darüber, dass wir unsere Arbeit nicht unseren eigenen Ansprüchen entsprechend machen können, kommen wir täglich ans Limit. Wir wollen Arbeitsbedingungen, die es uns erlauben, unseren Beruf so auszuüben, wie wir es gelernt haben und so, dass wir in diesem Beruf auch alt werden können. Dieser Notruf ist nicht neu: Wir haben demonstriert, wir haben mit der Politik gesprochen, wir haben mit dem Arbeitgeber verhandelt. Wir sind zur Verwaltung gezogen und haben die „rote Karte“ gezeigt. Aber verändert hat sich nichts. Der Arbeitgeber ist sich sogar nicht zu schade zu behaupten, ver.di rede uns die Belastung seit drei Jahren bloß ein. Wenn ein*e Patient*in in Not gerät, erwarten alle, verständlicherweise, dass wir sofort da sind. Wenn die Pflege in Not gerät, erwarten alle, dass wir abwarten, aushalten und irgendwie weiter machen. Doch die Karte „Weiter so“ haben wir nicht mehr auf der Hand.

Wir sind streikbereit. Wenn der Arbeitgeber bei den Verhandlungen am 7. Dezember unseren Forderungen für Entlastung nicht nachkommt, werden wir streiken. Auch wenn der Arbeitgeber versucht, uns unser Grundrecht auf Streik vorzuenthalten, unsere Forderungen zu ignorieren oder uns auf juristischem Weg ein Bein zu stellen. Wir werden zeigen, dass wir dieses Spiel im Namen der Patient*innen und zum Schutz unserer eigenen Gesundheit nicht länger mitspielen wollen und können.

Dafür brauchen wir eure Unterstützung.
Denn es geht um unser gemeinsames Krankenhaus.
Es geht um unsere Gesundheitsversorgung.
Es geht um uns. Steht mit uns auf für ein Gesundheitssystem, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht!

Wie kannst DU uns unterstützen?
Komm zu unserer Demo am 13. Dezember um 17:30 Uhr vor der Frauenklinik (Calwerstraße 7, 72076 Tübingen) und bringe deine Freund*innen und Familie mit! Bring ein Licht mit zur Demo, damit ein Lichtermeer entsteht.

Sprich mit deinen Freund*innen und Verwandten über die Zustände am UKT und erkläre, warum es wichtig ist sich dagegen zu stellen.
Hänge Plakate in den Schaufenstern, Hauseingängen und -fenstern, schwarzen Brettern, Autos etc. aus und zeige so deine Solidarität. Ganz Tübingen und Umgebung muss Bescheid wissen! Es geht alle an!

Herzlichen Dank.
gez.: die Beschäftigten am UKT