Katalanischer Sezessionismus gegen spanischen Zentralstaat Zweimal Volk, Staat und Nation zum Abgewöhnen

16.01.2018 19:00

Öffentliche Diskussionsveranstaltung:

Katalanischer Sezessionismus gegen spanischen Zentralstaat

Zweimal Volk, Staat und Nation zum Abgewöhnen

Dienstag, 16.Januar 2018, um 19 Uhr im Clubhaus Wilhelmstraße 30, linker Eingang, linke Treppe, linke Türe.

In Katalonien gibt es Sezessionisten, die einen eigenständigen katalanischen Staat gründen wollen – gegen die Regierung in Madrid, die auf der Einheit des existierenden spanischen Staates besteht. Das ist unvereinbar. Beide Seiten berufen sich dabei auf „das Volk“, das genau das jeweilige will: Katalonien als eigener Staat bzw. die spanische Zentralgewalt.

Keiner, der sich hierzulande nicht über die Legitimität der sezessionistischen Katalanen verbreitet. Verständnis gibt es für die lange, glorreiche, also trostlose und blutige Geschichte, die kein heutiger Katalane selber erlebt hat; das gilt für die Sprache, in der genauso viel Sinn und Unsinn erzählt wird wie in jeder anderen. Das gilt erst recht für das Gerede von einer überlegenen katalanischen Tüchtigkeit, die auch in Katalonien offenbar vor allem in der Verachtung für das spanische Restvolk besteht, das als minder tüchtig angesehen wird.

Besonders abwegig ist das Verständnis für die aufsässig gewordenen Katalanen, wenn auf die schlimmen ökonomischen Lebensumstände verwiesen wird, die im Zuge der Krise und der Krisenbewältigung des letzten Jahrzehnts die Existenz vieler Katalanen versaut haben. Dabei unterscheiden sich diese Lebenslagen gar nicht von denen der Krisenopfer im Rest Spaniens oder sonstwo. Auch ist auf der anderen Seite, auf der katalanischen, gar keine Gemeinsamkeit der Interessen abzusehen, auf die man zusteuern würde: Auch unter Katalanen gibt es schließlich die marktwirtschaftlich einschlägigen Unterschiede zwischen oben und unten, reich und arm.

Massen, die durch die Taten der politischen Herren in Madrid gebeutelt und zum Wohl und Wiederaufstieg des spanischen Kapitalismus eingespannt werden, wünschen sich andere Herren, eigene nämlich. Ist dann alles in Ordnung, wenn die ihnen denselben Kapitalismus auf katalanisch verabreichen?

Auch wenn der volkstümliche Wunsch nach einer echt eigenen Herrschaft heutzutage als völlig normal gilt – was taugt dieses Projekt eigentlich?

Anhand von Zitaten wollen wir die guten(?) Gründe prüfen, die für das katalanische Unabhängigkeitsprojekt bzw. für den Verbleib im spanischen Staat angeführt werden.