Bunt statt Farbe – Gegen den Bürgerschoppen der Tübinger Verbindungen

Rechten Eliten keine Plätze bieten
Bedauerlicherweise gehören Verbindungen und Verbindungsstudenten inzwischen wie selbstverständlich zum Tübinger Stadtbild. Nahezu ungestört können die Korporierten neue Mitglieder werben und Selbstdarstellung im öffentlichen Raum betreiben. Sei es nun durch sexistische Flyer für ihre Partys, Zimmeranzeigen für günstigen Wohnraum, welche oft Männern vorbehalten sind, Führungen durch die Verbindungshäuser am Österberg, ihr uniformiertes Auftreten bei manchen Uni-Veranstaltungen oder ihre Infostände beim Dies Universitates.
Unserer Meinung nach muss damit endlich Schluss sein. Es muss wieder ein breites Bewusstsein für die Kritik an studentischen Verbindungen geschaffen werden!
In Studentenverbindungen finden sich in zugespitzter Form die in der Gesellschaft verankerten Diskriminierungsformen wieder. Darunter fällt nicht zuletzt der Elitegedanke, Nationalismus oder Sexismus. Darüber hinaus setzen sie sich aktiv dafür ein solche Strukturen zu erhalten.
Warum sollten wir ihnen also weiterhin die Möglichkeit geben ihr elitäres, patriarchales, konservatives und veraltetes Weltbild zu festigen und zu verbreiten?

Der Bürgerschoppen
Nach jahrelangen Gegenprotesten mussten die Tübinger
Studentenverbindungen ihr traditionelles Maieinsingen in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai aus ihrem Terminkalender streichen.
Stattdessen findet nun seit 2009 der so genannte Bürgerschoppen statt. Damit wurde die an üblere Zeiten erinnernde Ästhetik von uniformierten Fackelträgern gegen ein scheinbar harmloseres öffentliches Event bei Sonnenschein ausgetauscht, dabei haben sich aber weder Teilnehmende noch Inhalte geändert.
Boris Palmer, der grüne Oberbürgermeister, der sich in letzter
Zeit häufig mit dem Vorwurf des Rassismus und der Befeuerung von Fremdenhass konfrontiert sah und offizielle Vertreter der Universität Tübingen traten dabei bereits mehrfach als Redner in Erscheinung. Damit versuchen die Studentenverbindungen einmal mehr ein scheinbar harmloses Bild von sich selbst zu zeichnen um eine Akzeptanz in der so genannten Mitte der Gesellschaft zu erreichen.
Dem wollen wir nicht tatenlos zusehen und unsere Kritik entgegensetzen!
Deshalb kommt alle am Sonntag, den 6. Mai, um 9.00 Uhr auf den Tübinger Holzmarkt zur Kundgebung gegen das Anbiedern an die reaktionären Seilschaften.
Lasst uns ein deutliches Zeichen gegen studentische Verbindungen setzen!
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*[ART]* – Antifa Reutlingen Tübingen
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