BDS als "Neuformulierung der Judenfrage"

06.12.2018 18:00

Die Hochschulgruppe des Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Tübingen veranstaltet nächste Woche einen Vortrag mit Florian Markl. Kommt zahlreich!

Ihren Selbstdarstellungen zufolge sei die Israel-Boykottbewegung BDS 2005 als Reaktionen auf einen Aufruf der „palästinensischen Zivilgesellschaft“ entstanden, trete bloß für die Einhaltung der Menschenrechte der Palästinenser ein und habe mit Antisemitismus nichts zu tun. So gut wie nichts davon trifft zu. Die Berufung auf die palästinensische Zivilgesellschaft soll die tatsächlichen Wurzeln der Boykottbewegung vernebeln; BDS geht es weder um Menschenrechte, noch um die Lebensumstände der Palästinenser, sondern um die Verdammung und Delegitimierung Israels; und BDS vertritt tatsächlich alten Hass in neuem Gewand. In der BDS-Propaganda wird Israel, der ‚Jude unter den Staaten‘, auf grotesk verzerrte Art und Weise diffamiert, ausgesondert und völlig anders behandelt als alle anderen Länder der Welt. Hieß es früher: „Kauft nicht beim Juden!“, so lautet die Parole heute: „Boykottiert Israel!“.

Florian Markl ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter des unabhängigen Nahost-Thinktanks Mena Watch in Wien. Zuvor war er Archivar und Historiker beim Allgemeinen Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus und Lehrbeauftragter an der Universität Wien. Zuletzt (2018) ist von ihm und Alex Feuerherdt das Buch Vereinte Nationen gegen Israel. Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert bei Hentrich & Hentrich erschienen.

Diese Veranstaltung wird vom StuRa der Uni Tübingen unterstützt.