4. Pressemitteilung von der Besetzung des Hotel Hospiz

4. Pressemitteilung. 15.12.2018, 16.30 Uhr
Soeben ist die Podiumsdiskussion zum Thema „Wohnraumproblematik in Tübingen“ zu Ende gegangen. Anwesend war eine Vertreterin des Wohnraumbündnisses, eine Architektin, ein Besucher der Besetzung, der die Forderungen der Besetzer*innen wiedergegeben hat und die zwei Wohnraumbeauftragten der Stadt. Vertreter*innen der Kirche wurden ebenfalls eingeladen, wollten oder konnten jedoch nicht an der Diskussion teilnehmen. Die Dekanin Hege kam jedoch kurz zu Besuch.
Das Podium widmete sich der Frage nach Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten der unterschiedlichen Akteure auf dem Wohnungsmarkt. Die Stadt kann das Zweckentfremdungsverbot und in manchen Fällen ein Vorkaufsrecht anwenden, private Verkäufer können Vorgaben in den Kaufvertrag aufnehmen, oder sich für ein gemeinschaftliches Projekt entscheiden. Gründe für die hohen Mieten in Tübingen sind Leerstand und z. B., dass die Universität nur für 15 % der Studierenden Wohnraum schafft. Verschärfend kommt hinzu, dass durch die Universität Tübingen in der Innenstadt viele Gebäude nicht als Wohnraum genutzt werden.
Die Aussage der Wohnraumbeauftragten, dass auch private Akteure*innen - also auch die Kirche - Auflagen, wie eine Mietpreisbindung für bis zu 30 Jahre, in ihre Kaufverträge aufzunehmen können, bekräftigt die gesellschaftliche Verantwortung der unterschiedlichen Akteur*innen, solche Vorgaben zu machen. Das Versäumnis der Kirche solche Auflagen im Kaufprozess zu fordern, wird von den Besetzer*innen angeprangert.