Afrin-Solikomitee wird ab jetzt erweitert zum Rojava-Solilomitee

Vor dem 18.März 2018 war Afrin eines der drei Kantone Rojavas in Nordsyrien, das sich trotz schwieriger Umstände in vieler Hinsicht positiv entwickelte: Afrin wurde ein Zentrum der Textilindustrie, die Versorgung von hunderttausenden Flüchtlingen wurde ermöglicht ,die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung verbesserte die Ernährungslage der Bevölkerung, die sich von 2012 bis 2018 verdreifachte. Garant dieser positiven Entwicklung war der Aufbau einer demokratischen Selbstverwaltung, die die Menschen und ihre Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellte unabhängig ihrer ethnischen , religiösen oder geschlechtlichen Zugehörigkeit. Es gab keinen einzigen Angriff auf das Nachbarland Türkei, aber immer wieder Attacken des türkischen Militärs auf Afrin bis zum großen türkischen Angriff mit Unterstützung von Dshihadisten am 18..Januar 2018. Die Zivilgesellschaft wurde Tag und Nacht mit Luftangriffen drangsaliert. Fast 2 Monate verteidigte sich Afrin gegen den militärisch weit überlegenen Angreifer. Seitdem fliehen Menschen vor Plünderungen, Morden, Vergewaltigungen, ethnischen Säuberungen. Nach der Okkupation Afrins wurden Familien faschistisch-islamistischer Kämpfer angesiedelt. Die Selbstverteidigungskräfte führen einen Guerillakrieg gegen die Besatzer. Dieser Bruch des Völkerrechts konnte geschehen, weil Russland , das die Lufthoheit über Afrin hatte, grünes Licht gab nach einem Wirtschafts-Deal mit dem Erdoganregime. Die Alliierten unter Führung der USA ließen ihren Natopartner Türkei und die mit ihm verbündeten Dhihadisten stillschweigend auch.mit Waffen made in Germany das Nachbarland Syrien überfallen. Erst nach internationalen Protestdemonstrationen gab es Kritiken von der deutschen Regierung an dem völkerrechtwidrigen Angriff. Aber letztlich waren die guten Wirtschaftsbeziehungen und der Flüchtlingsdeal mit dem Erdoganregime ausschlaggebend. Nach der türkischen Okkupation am 18.März 2018 war das Schicksal Afrins für die deutsche Regierung kein Thema mehr. Dasselbe Szenario droht jetzt Kobane und Cizire in Rojava nach dem angekündigten Abzug der US-Armee aus Minbic. Mittlerweile umfasst das vom IS befreite Gebiet Nordsyriens über 4 Millionen Menschen und 70% der syrischen Produktion .Das bedeutet auch eine Gefahr für das faschistische Erdoganregime. Erdogan ist jedes Mittel recht um die erfolgreichen Kurd/innen , und die demokratische Konföderation in Nordsyrien zu vernichten und mit einem militärischen Überfall den türkischen Machtbereich zu erweitern. Die Revolution in Rojava zeigt, dass eine andere Welt möglich ist. Sie ist der gelebte Beweis für eine Gesellschaft beruhend auf den Prinzipien der direkten Demokratie, der Frauenbefreiung, der Ökologie und dezentralen, kommunalen Organisierung. Wir protestieren gegen den drohende Angriff auf Rojava durch das Erdogan-Regime auch mit Hilfe von deutschen Waffen, gegen die deutsch-türkische Regierungs-Zusammenarbeit und gegen die Kriminalisierung der kurdischen und demokratischen Bewegung.