KI as a (Cloud) Service - Militärische Nutzung und gesellschaftliche Folgen

26.03.2019 18:43

Referent: Arkadi Schelling (FIFF)
Dienstag, 26.3.2019, 18:00 Uhr, Hörsaal 22 im Kupferbau der Uni Tübingen

Cloud Services bieten Dienste eines Rechenzentrums über das Internet an: vom Festplattenspeicher über virtuelle Server bis hin zu höheren Softwarefunktionen. In den letzten drei Jahren werden vermehrt Dienste rund um Künstliche Intelligenz angeboten. Diese Technik kann dadurch mit wenig Vorkenntnissen im großen Maßstab eingesetzt werden.

Insbesondere massenhafte Videoüberwachung mit Personen- und Laufwegerkennung wird privaten Unternehmen und staatlichen Behörden einfach gemacht. Bisherige Anwendungsbeispiele zeigen bereits, wie soziale Probleme durch technikgläubige Lösungsansätze verschlimmert werden. Auch die Wissens- und Machtkonzentration bei den Firmen, die Cloud Services anbieten, wird beleuchtet.

Die vier Branchenführerinnen – Amazon, Microsoft, IBM, Google – scheuen dabei nicht die Zusammenarbeit mit Polizeien, Geheimdiensten und Militärs. Während Amazon bereits seit 2014 der Cloud-Dienstleister für die US-Geheimdienste ist, wird im kommenden April verkündet, welche Firma den Zuschlag für ein Großprojekt des US-Verteidigungsministeriums erhält. Google hingegen zieht sich zwar öffentlich aus US-Militärprojekten zurück, kooperiert jedoch mit ATOS – einem französischen Softwarekonzern und großem IT-Dienstleister der Bundeswehr.

Arkadi Schelling arbeitet an der Universität Bremen als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Mathematik. Vor seiner Promotion zu topologischer Datenanalyse war er drei Jahre bei Berliner Start-ups im Bereich Maschinelles Lernen beschäftigt. Dort entwickelte er Algorithmen für smarte Stromzähler und nutzte Amazon Web Services – zur Überwachung von Handynutzer*innen, wie sich zeigte. Er engagiert sich bei der Bremer Cyber-Peace Gruppe des Forums Informatiker*innen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF).