Zur Kritik des marxistisch-leninistischen Antiimperialismus

19.06.2019 19:00
19.06.2019 21:00

"Nationale Befreiung" im Nahen Osten? Zur Kritik des marxistisch-leninistischen Antiimperialismus

Dass sich eine radikale Linke für die "nationale Befreiung" einsetzt, versteht sich nicht von selbst. Im Kommunistischen Manifest schrieben Karl Marx und Friedrich Engels, das Proletariat habe "kein Vaterland". Anfang der 1920er Jahre erweiterte die Kommunistische Internationale allerdings den berühmten Aufruf von Marx und Engels zu: "Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker der Welt, vereinigt euch!" Die Solidarität mit "unterdrückten Völkern" galt bemerkenswerterweise im britischen Mandatsgebiet Palästina "den Arabern", nicht aber den dort lebenden Jüdinnen und Juden.
Der marxistisch-leninistische Antiimperialismus ging auf Wladimir I. Lenin zurück, der den Imperialismus als "Herrschaft des Finanzkapitals" definierte. Bis heute ist der "nationale Befreiungskampf" für antiimperialistische Linke sehr attraktiv, und der Vortrag wird ausführen, warum Nationalismus, Antiamerikanismus und Antisemitismus aus diesem Milieu nicht verschwinden.

Olaf Kistenmacher, Historiker aus Hamburg, veröffentlicht in der Jungle World, Konkret und Phase 2. 2016 erschien seine Dissertation Arbeit und „jüdisches Kapital“. Antisemitische Aussagen in der KPD-Tageszeitung „Die Rote Fahne“ während der Weimarer Republik.

Datum: 19. Juni 2019
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Hörsaal 24, Kupferbau Tübingen

Die Veranstaltung wird freundlicherweise vom Studierendenrat Tübingen unterstützt.

Eine Veranstaltung des Jungen Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hochschulgruppe Tübingen