Hausbar gegen das Cyber Valley

10.07.2019 20:00

Mit dem Cyber Valley soll das Neckartal zwischen Tübingen und Stuttgart zum “Ökosystem für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz” werden. Beteiligt sind neben den Universitäten Stuttgart und Tübingen die Automobilindustrie und Amazon. Ziel ist eine anwendungsorientierte und industrienahe Forschung und die schnelle Umsetzung neuer Forschungsergebnisse in die Praxis durch Startups und Risikokapital nach dem Vorbild des Silicon Valley – gefördert mit einem dreistelligen Millionenbetrag vom Land Baden-Württemberg. Außerdem soll die Stadt Tübingen ein öffentliches Grundstück an einen Projektträger verkaufen, der hier ein Amazon-Forschungszentrum für maschinelles Lernen aufbauen will.

Das Bündnis gegen das Cyber Valley nimmt das Vorbild Silicon Valley ernst, befürchtet weiter explodierende Mieten, eine verstärkte Ansiedelung von Rüstungsunternehmen und die Entwicklung neuer Überwachungstechnologien. Es wendet sich auch ganz grundsätzlich gegen eine weitere Ökonomisierung der Bildung, der Forschung und der Stadt. Es fordert eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz und Technikfolgenabschätzung, statt einer Subventionierung der klimafeindlichen Automobilindustrie. Kurz gesagt: “Eine Wissenschaft für die Menschen – nicht für die Industrie, Überwachung und Krieg”.

Das Bündnis gegen das Cyber Valley lädt deshalb gemeinsam mit dem Max-Punk-Institut zum informativen Umtrunk am kommenden Mittwoch, 10. Juli 2019, in die Hausbar der Schellingstrasse. Ab 20:00 Uhr werden im Garten Essen und Getränke serviert und im Keller Kurzvorträge, Bilder und Videos präsentiert. Das Max-Punk-Institut will dabei auch spielerisch den Umgang mit Social Scoring einüben: Wer offen für Input ist, erhält verbilligte Cocktails.