Protest auf dem BIT in Tübingen gegen Bundeswehr und Siemens

Heute Vormittag kam es im Rahmen des Berufsinformationstages im Landratsamt zu Protesten gegen die Bundeswehr und es gab eine Flyeraktion gegen Siemens.
Etwa fünf empörte Tübinger*innen verteilten Infoflyer zu Siemens 826 Millionen € Deal zur Steigerung der Energieeffizienz im US-amerikanischen Militärstützpunkt Guantanamo Bay, welcher auch das völkerrechtswidrige und weltweit bekannte Foltergefängnis umfasst.
Darauf folgte anfängliches Flyern und Gespräche mit Schüler*innen zur Bundeswehr. Anschließend machte die Gruppe einen Die-In mit bunten Totenmasken vor dem Infotruck der Bundeswehr. Die Bundeswehr reagierte genervt, drehte die Musik lauter, verteilte die teureren "Geschenke" großzügiger und filmte das Geschehen. Währendessen wurde weiter Infomaterial verteilt und Diskussionen geführt. Das Landratsamt versuchte zunächst die Gruppe vom Platz zu verweisen, was jedoch nicht gelang. Das Landratsamt rechtfertigte die Präsenz des Bundeswehr-Infotrucks damit, dass die Bundeswehr ja ein ganz normaler Arbeitgeber sei und aus "demokratischen" Gründen da sei, denn sie sei Teil der Bundesrepublik. Es handelt sich aber auf keinen Fall um einen unbedenklichen Arbeitsgeber und eine verantwortungsvolle Berufsberatung, denn die Bundeswehr wirbt fürs Sterben und das auch bei Minderjährigen. Dadurch, dass das Landratsamt der Bundeswehr eine Plattform geboten hat, ist das Landratsamt mitverantwortlich für die ablehnenswerten und "verhinderungsnötigen" Rekrutierungsversuche der Bundeswehr hier in Tübingen.
Bundeswehr raus aus Tübingen!
Tod, Tod, Tod! Bundeswehr bringt Tod!
Kein Werben fürs Sterben - nicht in Tübingen und nirgendwo anders!

Bundeswehr – für Frieden und Sicherheit?

Bei der Bundeswehr geht es nicht um Frieden und Sicherheit.
Im Gegenteil: Auslandseinsätze werden zur Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen geführt. Profitinteressen deutscher Unternehmen spielen eine große Rolle. Mit ihrer Gewalt beteiligt sich die Bundeswehr außerdem daran, ein System zu verteidigen, welches auf Ausbeutung von Mensch und Natur basiert.

Bundeswehr – ein Arbeitgeber wie jeder andere?

Die Bundeswehr verspricht viel in ihrer Werbung. Mit den Hashtags #Retten, #Sichern, #Löschen, #Studieren oder #Handwerk will die Bundeswehr attraktiv für junge Menschen wirken. Sie rekrutiert sogar auch Minderjährige. Die Auswahl der Begriffe ist bewusst positiv gewählt.
Was dabei wegfällt:
Das verharmlosende Abendteuer-Image der Bundeswehr spiegelt keinesfalls die Realität wieder. Soldat*innen müssen töten, ihr eigenes Leben riskieren und erleiden später oft psychische und physische Folgeschäden. Bedingungsloser Gehorsam und sich stets unterordnen, gehören zum „Beruf“. Diesen „Job“ kannst du auch nicht einfach kündigen. Grundrechte wie die körperliche und geistige Unversehrtheit, sowie das Recht auf Leben, fallen weg. In repräsentativen Umfragen sagen Soldat*innen oft, dass sie den Dienst an der Waffe nicht weiterempfehlen würden, schon gar nicht dem eigenen Kind.

Des Weiteren fällt die Bundeswehr oft mit kuriosen Aufnahmeritualen auf. Hierbei geht es oft um Erniedrigung, rohe Gewalt bis hin zur sexuellen Nötigung. Rohe Leber essen, Kampftrinken mit Gasmaske oder ein brennender Docht im Hintern, alles keine Seltenheit.

Auch rechte Netzwerke innerhalb der Bundeswehr wurden aufgedeckt. Hier vernetzen sich Leute aus der Bundeswehr, der Polizei und aus Geheimdiensten. Diese legten Waffenlager und Todeslisten an und planen Ermordungen politischer Gegner*innen. Auch das Kommando Spezialkräfte fiel mit Rechtsrock und Hitlergrüßen bei einer Party auf. Auch ehemalige Soldat*innen berichten über rechte Äußerungen und Tendenzen in der Bundeswehr.

Damit ist klar – Die Bundeswehr ist kein Arbeitgeber wie jeder andere!

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