Wissenschaft als verdeckter Rassismus

11.11.2019 18:15

Einladung zum Gastvortrag: Jessé de Souza: "Wissenschaft als verdeckter Rassismus"
am 11.11.2019, 18 Uhr c.t. im Neuphilologicum, Raum 215, Wilhelmstr. 50

In seinem Vortrag sucht der brasilianische Soziologe den Begriff des Rassismus so zu fassen, dass er für alle Herabsetzung von Gesellschaften oder "Kulturen" brauchbar wird. Die Hypothese wird anhand der Modernisierungstheorie für das Nord-Südgefälle anschaulich gemacht. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten.

Jessé José Freire de Souza studierte Jura an der Universidade de Brasília und danach Soziologie an der Universität Heidelberg, wo er 1991 promoviert wurde. 1995 absolvierte er ein Postdoc-Studium in Psychologie an der New School for Social Research in New York. 2008 wurde er an der Universität Flensburg habilitiert. Souza war von 2003 bis 2013 Professor an der Bundesuniversität von Juiz de Fora und Leiter des dortigen Ungleichheitsforschungszentrums. Danach leitete er das Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada (ipea). 2018 verließ er das Land.

Publikationen (Auswahl):

- Die Naturalisierung der peripheren Ungleichheit: Ein neues Paradigma zum Verständnis peripherer Gesellschaften. Vorwort Axel Honneth.
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007

- Die Soziale Konstruktion der peripheren Ungleichheit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008.

- mit Boike Rehbein: Ungleichheit in kapitalistischen Gesellschaften. Weinheim: Beltz, 2014.

Eine Veranstaltung des Deutschen Seminars (Prof. Dr. Dorothee Kimmich) in Zusammenarbeit mit dem Brasilien-Zentrum, dem Forum Scientiarum und dem Tübingen Interdisciplinary Centre for Global South Studies