Bodies that Shatter - Zum Geschlechtsverhältnis des Selbstmordattentats

04.12.2019 19:00

Bodies That Shatter – Zum Geschlechterverhältnis des Selbstmordattentats

Veranstalterin: Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hochschulgruppe Tübingen
Ort: Kupferbau, Hörsaal 25, Hölderlinstraße 5, Tübingen

Vortrag und Diskussion mit Yasemin Makineci

Das Selbstmordattentat ist eine Marke des praktisch gewordenen Antizionismus. Wesentlich für seinen antisemitischen Charakter ist sein Verhältnis zum Tod und damit zur Leiblichkeit, dass das Selbstmordattentat nicht zu einem (letzten) Mittel der Wahl der Verzweiflung fassen lässt, sondern sich zum Selbstzweck verdichtet. Anhand der Vorstellung einer idealtypischen islamischen
Volksgemeinschaft – basierend auf Schriftüberlieferung und seiner politischen Schule – speist sich eine Gesellschaftsvorstellung, die auf das Individuum in einer Gewalt dergestalt wirkt, die den Djihad zu mehr als lediglich des Mordens macht. Der taktische Vorteil des Frauseins durch als Babybauch getarnte Bomben erweitert den weiblichen Körper um ein weiteres Schlachtfeld in der islamischen
Geschlechtersegregation und des Märtyriumkultes.

In dem Vortrag soll anhand von Beispielen skizziert werden, wie Selbstmordattentäterinnen rekrutiert werden sowie einige einführende Begriffe der Psychoanalyse des Täter- und Täterinnenbewusstseins Raum finden, um das Selbstmordattentat als Ideologie der „Befreiung irdischen Leidens“ deutlich zu machen.

Yasemin Makineci, geboren 1990 in Berlin, lebend in Leipzig, beschäftigt sich mit Staatskritik, Psychoanalyse und Kritischer Theorie des Antisemitismus und der Medizin. Vorträge und Publikationen zu Antisemitismus und Islamkritik, islamisches Geschlechterverhältnis sowie Psychoanalyse des Suicide Bombing, zuletzt im Sammelband "Freiheit ist keine Metapher" (Querverlag Berlin).

Die Veranstaltung wird freundlicherweise vom Studierendenrat Tübingen unterstützt.