GEA: Bitumen-Angriff auf Tübinger Polizeiposten

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Der Polizeiposten in der Tübinger Südstadt ist vergangene Nacht mit Bitumenfarbe beschmiert worden. Auf einer Plattform, die der linken Szene zugeschriebenen wird, existiert ein Bekennerschreiben.

Zwischen Mittwoch, 17.30 Uhr, und Donnerstag, 7.30 Uhr, wurde der Polizeiposten in der Tübinger Südstadt mit Bitumenfarbe beschmiert. Das Gebäude war in dieser Zeit nicht besetzt.

TÜBINGEN. Der Vandalismus in Tübingen scheint kein Ende zu nehmen. In der Nacht auf Donnerstag wurde der Polizeiposten in der Südstadt mit Bitumenfarbe beschmiert. Wieder taucht auf der Plattform indymedia, die der linken Szene zugeschriebenen wird, ein Bekennerschreiben auf. Innerhalb eines Monats ist das bislang die vierte bekannte Attacke mutmaßlich linker Aktivisten. Ende Dezember brannte ein Kleinbus vor einer christliche Freikirche in Tübingen, am 15. Januar wurde der Briefkasten des Tübinger Parteibüros der Grünen mit Bauschaum gefüllt, am vergangenen Sonntag wurde das Autohaus Seeger Opfer eines Bitumen-Angriffs. Und nun sogar ein Polizeiposten.

Laut Polizeipressesprecher Christian Wörner wird die Polizei immer wieder Opfer von Sachbeschädigungen. Ein derartiger Schaden sei aber bislang noch nicht verursacht worden. Der Eingangsbereich und die Fassade des Gebäudes am Lorettoplatz wurden auf einer Fläche von etwa 20 Quadratmetern beschmutzt. Der Sachschaden wurde bislang noch nicht genau beziffert, die Polizei geht allerdings von mehreren Tausend Euro aus.

Auf der Website de.indymedia.org ist heute um 13.43 ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Gründe für die Aktion gebe es viele, heißt es dort. »Denn die Polizei ist ein autoritärer Haufen und obendrein auch noch mit allerlei (Rechts-)Konservativen und Nazis durchsetzt. Sie schiebt ab, verprügelt Menschen und verbreitet Lügen. Zum Beispiel nach Silvester in Leipzig«, schreibt der anonyme Verfasser.

Konkret solle sich die Aktion gegen das Polizeigesetz Baden-Württembergs richten. Außerdem wolle man auf diesem Weg »Grüße an die drei von der Parkbank senden«. Dabei handelt es sich um drei Personen, die zur linksextremen Szene gehören sollen. Ihnen wird vorgeworfen, zum zweiten Jahrestag der Proteste gegen den G-20-Gipfel im Juli vergangenen Jahres vier Brandanschläge in Hamburg geplant zu haben. Ihr Prozess startete diesen Monat.

Die Polizei ermittelt derzeit, ob der Vandalismus beim Posten in der Südstadt in Zusammenhang mit der Attacke auf das Autohaus Seeger steht. Genaueres könnten die Beamten zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sagen. Doch der Verfasser des jüngsten Bekennerschreibens geht sogar auf den Vorfall vom Sonntag ein: »Grüße auch an die Leute, die vor ein paar Tagen Mercedes in Tübingen besucht haben - hat uns gefallen.« Dass das Autohaus Seeger nicht Mercedes ist, wurde, wie schon bei der Attacke, auch hier konsequent ignoriert. (GEA)