Ereignisse am 30.4.08 vor dem Polizeirevier - Repression pur!

So, dann werd ich mal meine Ansicht von der Aktion vor dem Polizeirevier posten..

Ich bin irgendwann zur Gruppe vor dem Revier aufgestossen, meiner Schätzung nach etwa 40 Personen. Die Gruppe verhielt sich SEHR ruhig, es gab keine Provokation jeglicher Art, nichteinmal Sprechchöre etc.
Es parkten aber noch 2 Streifenwagen vor dem Gebäude; aus Angst, dass diese event. beschädigt werden könnten, kamen dann 3 Ordnungshüter heraus und baten die Menge, von den Autos wegzugehen. Da diese ja aber direkt vor dem Gebäude standen, ebenso wie wir, entschlossen sich die (freundlichen, ernst gemeint) Polizisten die Autos wegzuparken und taten dies dann auch.
Danach meinte der (quasi mit uns kommunizierende) Polizist, dass nun alles in Ordnung wäre und nichts weiter geschehen würde, wir könnten also hier bleiben (was in Betracht der ruhigen Menge auch nur logisch SCHIEN).
Nach einiger Zeit (10 min??) kamen aber plötzlich schätzungsweise 15 Kastenwägen mit Blaulicht angeheizt, schön hässlich uniformierte Truppen rannten durch die Gegend und kesselten die Menschen vor dem Revier. Dabei wurden auch weiter abseits stehende Personen mit in den Kessel gezogen bzw. gestossen und geschubst.
Die gesamte Gruppe reagierte daraufhin sichtlich perplex. Wir wussten nicht, was abging, warum die Gewalt und der Kessel. Wir sprachen also den Polizisten vom Anfang an, warum denn plötzlich so viele Starkuniformierte uns herumschubsten und kesselten. Der meinte daraufhin, dass er auch nicht wüsste, warum diese gekommen sind, da wir ja nichts gemacht hätten (!!!). Er sagte uns dann auch, dass er mit dem Einsatzleiter der Schildkröten reden würde, um zu erfahren, was los sei.
Deren Gespräch (das Gespräch zwischen dem Revier-Polizist und einem der Aggrobullen (meiner Ansicht nach des Einsatzleiters) hörte ich selbst mit. Sinngemäß ging es folgendermaßen:
Polizist: Ja hallo. Ähm, warum denn das Aufgebot hier, warum sind Sie denn gekommen?
Bulle: Zu uns hieß es hier würden Streifenwägen demoliert.
Polizist: Oh, nein, dem ist nicht so. O-TON: "Die sind alle ganz friedlich hier" (!!!)
Dann hab ich nimmer zugehört...einfach Hammer, des so mitzubekommen..
Unsere Gruppe wartete dann ziemlich deprimiert und ohne zu wissen warum wir festgehalten wurden. Schliesslich kam der Einsatzleiter, erkundigte sich, "mit wem man denn hier reden könne". Daraufhin bekam er mit, dass er gern eine offizielle Ansprache an alle halten dürfe. Dies tat er dann auch, für die paar Menschen die vor ihm standen und er erklärte, dass wir uns 100 Meter wegbegeben sollten. Als Grund hierfür nannte er, dass die Polizei Platz für ihre (da bin ich mir nichtmehr sicher, für was genau) Ermittlungen/Papierkram bräuche. Es war also offentsichtlich ein total aus den Fingern herbeigezogener Schein- und Nonsense-Grund.
Als die Gruppe (von der der großteil nichts von der Aufforderung mitbekam) nur langsam weglief, brüllte uns der Einsatzleiter an, dass er uns nun schon 2 mal (!!) Aufgefordert habe, des Platz zu verlassen, und wir wüssten, was bei der dritten Aufforderung passiere...
Daraufhin begab sich unser Haufen eben zur Seite (bin nicht Ortskundig, keine Ahnung wie das Gebäude nebenan heisst, in dessen Richtung wir also liefen), wobei hier auch schon, zur Beschleunigung geschubst wurde und daraufhin einige Ausrufe und Sprechchöreerschallten, die dann aber, nachdem wir in Ruhe gelassen wurden (100 Meter weiter) auch aufhörten.
Wir gaben also im Prinzip schön artig und friedlich nach (was bestimmt daran lang, dass angesichts der krassen Gewaltausschreitungen von seiten der Bullen auf dem Burschimarsch sich die Resignation breit machte) und warteten nun die geforderten hundert Meter weiter weg darauf, dass die restlichen in Gewahrsam genommenen Personen freigelassen wurden.
Soweit so gut, nicht gerade angenehm gewesen und erst recht nicht verständlich, da unsere Gruppe auch vor dem Gebäude ruhig war, aber naja, die Cops warn eben wohl noch nicht ausgelastet genug und wollten noch ein bischen Spaß haben, ...was solls...!
Aber auch diese Ruhe hielt dann nicht lange an, als plötzlich erneute sehr viele Wannen angefahren kamen und BFE-Einheiten asu den Wägen sprangen..
Man hatte, wie schon beim ersten Kessel, das Gefühl, dass hier NIEMAND mit NIEMANDEM abgesprochen war.
Denn die neuen, nochmal um einiges agressiveren BFE-Freaks sprangen aus ihren Wägen und drängten uns von der gleichen Seite wie die anderen Mannschaften davor, nochmals um insgesamt schätzungsweise 150/200 Meter zurück.
Dazu muss man noch wissen, dass wir wieder total perplex waren und erneut keiner raffte, was da abging..Die neuen Schildkröten stossen und prügelten sich regelrecht voran, also uns zurücktreibend...dabei hatten sie wirklich null Rücksicht, schrien uns zusätzlich noch an und lebten sich mal wieder toll aus..
Während des zurückgerängtwerdens versuchten wir
1. den Einsatzleiter von davor nochmal sprechen zu können (Ergebnis = 0, da keiner auf unsere Fragen einging), da er uns ja sagte, dass wir 100 Meter weiter sollten, was wir ja auch gemacht hatten..
2. von den neuen Prügelbullen zu erfahren wer nun der neue Chief sei, oder auch nur, was sie von uns wöllten, also was wir tun sollten. Diese waren aber so damit beschäftigt, uns gewaltsam zurückzudrängen, dass es wohl keiner von ihnen für notwendig hielt und zu sagen, was sie eigentlich vorhatten oder von uns wollten.
Das endete dann darin, dass wir eben immer weiter zurückliefen, bis die Cops irgendwann (vielleicht aus Langeweile?..) stehenblieben und uns den Weg in Richtung Revier versperrten. Zudem stellten sie sich auch noch auf den Platzt vor dem Nachbargebäudes des Reviers, auf den sie uns durch ihre sinnlos-Aktion getrieben hatten. Wir hatten nun also die Möglichkeit zu warten, bis vllt die nächsten Jungbullen ankämen und auchmal ihre Übungsrunde durchführen würden oder uns nach hinten zu verzeihen.
Ich schätze die Kastenwägen der Polizei auf 40... in Anbetracht, dass wir 40-60 Leute warn,friedlich OHNE EINEN Schildkrötenbullen auskamen und der Revierpolizist nett mit uns plauderte (dass er uns ja verstände, und es schon ok sei, dass wir da warten würden) natürlich sehr verhältnismäßig, in Anbetracht dessen, dass wir NICHT DAS GERINGSTE GETAN hatten, auch total verhältnismäíg, und die Gewalt, die sie sinnlos anwendeten war auch sehr verhältnismäßig, da wir uns zurückdrängen liessen ohne uns aktiv zu wehren, dass sie VON ANFANG AN KEINEN PLAN hatten, warum sie uns kesseln, zurücktreiben und nochmal weiter zurücktreiben und stossen ist auch NUR VERHÄLTNISMÄßIG, in Anbetracht dessen, dass wir friedlich da standen...!
Man, was ein deprimierendes Ereignis, mir fällt kein Wort ein um's passend zu beschreiben...
Die totale Willkür, Spiel- und Übungswiese für unerfahrene aggresive Bullen und blinder Gehorsam, auch wenn der Einsatzleiter selbst nicht weiß, warum er eine friedliche Gruppel kesseln und zurücktreiben soll...man man man...
Ach ja, vergessen: ich selbst habe keinen Grund mitbekommen, warum wir das zweite Mal (so agressiv) zurückgedrängt wurden.
Falls das noch einer weiß bitte als Kommentar posten..

Naja, was soll man sagen,...ich hab mich dann irgendwann mit einer kleinen Gruppe auf den Weg gemacht, weg vom Revier..wie ich es noch mitbekommen habe, hatten andere geplant noch eine Kundgebung anzumelden und event. die Presse dazuzuholen, um weitere Repressionen und agressiven Ausschreitungen vorzubeugen oder sie wenigstens auf Band zu haben... schade dass das ganze nicht gefilmt wurde...

Ist halt mal wieder so, dass niemand etwas mitbekommen hat, die Bullen hatten ihren Spass...und......UNS BLEIBT NUR DER HASS!

[Subjektiver Augenzeugenbericht, Kritik gern gesehn vielleicht hab ich ja was grob falsch wahrgenommen..]

p

unmoderated

guter bericht - habe die ereignisse auch genauso erlebt. ich glaube auch, dass es vor dem zweiten zurückdrängen weder eine aufforderung gab noch ein grund genannt wurde. allerdings kam später ein bulle der meinte, dass dies unser zugewiesene platz sei - na toll!!!
hinzuzufügen ist, dass das zweite zurückdrängen unverhältnismäßig brutal war: es wurde getreten, an die kehle gegriffen und ins gesicht geschlagen.
was für ne scheiße.........

unmoderated

Danke für den Bericht, das muss zumindest ein Nachspiel haben. Ich habe den Bericht an das Tagblatt gemailt. Gestern wurde nach diesem irrsinnigen Übergriff noch irgendeine Adresse angegeben, bei der Gedächtnisprotokolle gesammelt werden. Wo war das?

In der Doblerstrasse bei der After-Party ging der Scheiß gleich weiter. Die Cops haben am Fuße des Österbergs (von dem die Burschies kamen!) einen Mob auf die Strasse getrieben, kreischende Frauen herausgezogen und gnadenlos provoziert. Wieder kam es zum Schlagstockeinsatz. Wer das war und wer das angeordnet hat, war wieder nicht zu erfahren. Über diesen "Anton Saile", den vermeintlichen Einsatzführer, der von "null Verletzten" geredet hat ist irgendwie auch nichts herauszubekommen.

unmoderated

Anton Saile ist erster Polizeichef von Tübingen...

unmoderated

fettes dankeschön an alle, die um 3 oder halb vier nachts noch vor der wache standen und auf die festgenommenen gewartet haben...war echt ein verdammt gutes gefühl, dass ihr trotz allem ausgeharrt habt und dann einfach nur da wart und geklatscht habt! --- solidarität muss praxis werden....danke nochmal! auch an den EA!
als ich bei dem fingerabdruckgedönse war, gings mal kurz drunter und drüber. ich hab gehört, dass auf dem gang heftiges rumgestreite war, hat sich ganz schön hart angehört. von wegen miserabler zusammenarbeit und imageproblemen der polizei oder so...keine ahnung, ob das jetzt direkt mit dem vorfall zu tun hat?!?!

unmoderated

...auf jeden Fall war der Einsatzleiter der brutalen Übergriffe vor dem Polizeigebäude und vor dem besetzten Haus der Selbe. Ist jeweils kurz erschienen, bevor er seine testosterongeschwängerten Befehlsempfänger hat draufschlagen lassen.

NI PERDON NI OLVIDO!!!

unmoderated

Schaut euch auf
www.rtf1.de
die Nachrichten vom 1. Mai an!

Darin:

*Bürgermeister Lucke erläutert die "Position" der Stadtverwaltung/des Oberbürgermeisters

*Einsatzleiter Anton Saile von der Polizei:
"[...] Insgesamt war aber noch mehr Störerpotenzial als in den vergangenen Jahren unter de Zuschauer. Wir rechne mit mindestens 150 gewaltbereiten Autonomen, die sich dauernd in der Zuschauermenge bewegt haben und an verschiedenen Stellen eben auch versucht habe die Absperrungen zu überrennen. [...]"