Homophobie gibt es auch in Tübingen

Das populäre Online-Lexikon Wikipedia definiert den Begriff „Homophobie“ wie folgt: „Homophobie bezeichnet hauptsächlich eine soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete Aversion bzw. Feindseligkeit oder die irrationale, weil sachlich durch nichts zu begründende Angst vor homosexuellen Menschen und ihren Lebensweisen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Homophobie)
Tübingen ist dabei – leider – keine Ausnahme. Auch hier gibt es Erscheinungsformen von Homophobie.

Bestimmte Formen von Homophobie sind sehr einfach erkennbar, andere sind eher versteckt.
In Tübingen sind im letzten Monat z.B. vereinzelt homophobe Aufkleber polnischen Ursprungs mit der Aufschrift „Zakaz Pedalowania“ aufgetaucht. Diese Aufkleber waren auf Grund der eindeutigen Symbolik schnell als homophob identifizierbar und wurden dann auch entfernt. Bei den, sich kuschelweich gebenden, Turbo-Christen in Tübingen hingegen muss mensch erst einmal nachbohren, bevor er/sie heraus hat, welche homophobe Einstellung hier mit sich herumgetragen wird.
Trotz vieler (gesetzlicher) Verbesserungen ist Homophobie noch längst nicht ausgestorben und äußert sich auch in Deutschland immer wieder gewalttätig (wie neulich in Berlin). Es gibt einige Milieus in Tübingen wo Homophobie besonders häufig zu finden ist. Nachfolgend wollen wir diese Milieus genauer vorstellen.

*** Christliche Fundamentalisten (Katholiken & Evangelikale) ***
Die christliche Homophobie basiert auf bestimmten alttestamentarischen Bibelstellen wonach Homosexualität Sünde sei. Dieser homophobe Biblizismus zeigt sich auch bei den evangelikalen Gruppen, die verstärkt in Tübingen und Umgebung aktiv sind.
Von der mitgliederstarken „Tübinger Offensiven Stadtmission“ (TOS) soll gerüchteweise einem bekennenden Homosexuellen schon mal ein Exorzismus angeboten worden sein.
Das auch in Tübingen sehr aktive evangelikale Missionswerk „Campus für Christus“ soll die Lektüre des homophoben Buches „Das Drama des gewöhnlichen Homosexuellen“ von Gerard J.M. van den Aardweg (http://www.gaynial.net/pdf/aardweg.pdf) empfehlen und auch sonst homophob auftreten (www.gaynial.net/pdf/erlebnisbericht-campus_fuer_christus.pdf).
Ansonsten findet sich in der modernen christlichen Homophobie die so genannte „Ex-Gay-Bewegung“, von KritikerInnen auch „Umpolungsorganisationen“ genannt. Gläubigen Homo- und Bisexuellen soll durch die Institutionen der „Ex-Gaybewegung“ über Kurse und Seminare zurück in die bibelkonforme, heterosexuelle „Normalität“ verholfen werden. Hier findet sich die alte Sicht auf Homosexualität als kurierbare Krankheit wieder. Die „Ex-Gaybewegung“ ist besonders im evangelikalen Nordamerika verbreitet, hat aber inzwischen auch in der Bundesrepublik ihre Ableger („Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft“, „Wüstenstrom“).

*** Islamisten ***
Auch unter Muslimen findet sich Homophobie. Unbekannt ist, wie stark religiös begründete Homophobie unter den Tübinger Muslimen verbreitet ist. In Tübingen gibt es eine Zweigstelle der islamistischen Organisation „Mili Görus“. Hier dürfte religiöse Homophobie am ehesten zu finden sein.

Das Ract!-Festival 2006 hatte sich als Schirmherr-Organisation den reaktionären „Zentralrat der Muslime in Deutschland“ (ZMD) auserwählt (vgl. Tueinfo-Artikel dazu). Obwohl auf der Homepage des Zentralrates bezüglich der Sexualität viele Themen angesprochen werden (siehe z.B. Punkt 17 „Islam und Selbstbefriedigung?“) wird das Thema Homosexualität auf den ersten Blick ausgespart. Etwas versteckt findet sich das Thema aber doch in Punkt 9 „Analverkehr“:
„Dies heißt, dass die sexuelle Beziehung innerhalb der Ehe in jeder Art erlaubt ist, es sei denn, sie wurde ausdrücklich verboten. Ausdrücklich verboten wurde der Geschlechtsverkehr während der Menstruation (hier ohne Beleg) und Analverkehr:
Nach Ahmad, Tirmidhi, Nasai, Ibn Madscha hat der Prophet (Friede sei auf ihm) gesagt: "Nähert euch den Frauen nicht anal.". Er bezeichnete den Analverkehr als "kleine Homosexualität".“
Hier wird deutlich, dass Homosexualität im ZMD – indirekt – als sehr negativ eingestuft wird.

*** Verbindungsstudenten ***
Nicht überall im Verbindungsmilieu ist Homophobie gleich stark verbreitet. Bei den traditionelleren und (wert- und struktur-)konservativeren Verbindungen ist Homophobie häufiger anzutreffen. Das liegt im Eigenverständnis dieser Korporationen als Bund von „echten“ Männern begründet. Hier darf natürlich nicht ein, dem Klischee nach verweichlichter und verweiblichter, schwuler Mann geduldet werden. Allerdings ist solchen archaischen Männerbünden wie Studentenverbindungen immer auch eine gewisse Homoerotik implizit. Unter dem Ausschluss von Frauen entstehen hier sehr tiefgehende Umgangsformen und Freundschaften, die anderswo so nicht zustande kommen.
Trotzdem findet sich eine sehr starke Homophobie bei vielen Verbindungen, besonders bei den Burschenschaften. Die Tübinger Burschenschaft Arminia Straßburg beherbergte sogar im September 2006 den Studienzentrum-Weikersheim-Hausphilosophen Günther Rohrmoser, der auf dem Haus der Arminia Folgendes von sich gab:
„Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde, lieber Herr Krieger,
[…]
Wir brauchen nicht nur russisches Öl, sondern wir brauchen diesen russischen Konservativismus als Gegengewicht gegen die liberale Dekadenz, die sich bei uns ausbreitet.
Ich will nicht darüber frohlocken, daß sie den Hauptvertreter des deutschen Schwulentums in Moskau ins Gesicht geschlagen haben, aber ich bin sicher, daß durch diesen Vorgang Rußland neue Freunde, wenn nicht 10, dann 100 000 dazugewonnen hat.
Wir sind durch den seltenen Anblick konfrontiert worden - hier ist ein Land, das sagt schlicht: Wir wollen das nicht.
Meine Damen und Herren, die diskutieren nicht über unendliche Gesichtspunkte, die da-für oder dagegen sind. Sie sagen: Wir wollen es nicht. Und sie handeln danach.
Und das Volk macht Front auf den Straßen.“
(aus: V. D. Die Wiederkehr der Geschichte, Prof. Dr. Günter Rohrmoser )
Der angegrüßte „Herr Krieger“ ist der Armine Daniel Krieger, der auch Chef der SZW-Jugendorganisation „Jungweikersheim“ ist, im Rahmen von deren jährlichen Seminar dieser Vortrag stattfand.

*** Fußballfans ***
Auch im „Männersport“ Fußball ist Homophobie stark verbreitet. Homophobe Stadiengesänge sind eher die Regel, als die Ausnahme. Mit Fußball-Großereignissen schwappen dann solche Gesänge und Sprüche in das aufgeheizte, vergrößerte Fan-Publikum.
Bei der WM 2006 stimmten, wie auch auf einem Youtube-Video dokumentiert , frenetische Fußballfans an der Neckarbrücke homophobe Gesänge gegen die Eck-Germania-Burschenschaft an („Burschenschaft Germania, homosexuell!“). Dieser Gesang ist ursprünglich eigentlich ein Fan-Gesang. Bei der EM 2008 wurde er in Tübingen dann wieder, auf den Fußball-„Gegner“ Österreich bezogen, verwendet.

*** ganz „normale“ Jugendliche ***
Außerhalb der oben benannten Milieus findet sich Homophobie aber auch bei ganz „normalen“ Jugendlichen. Diese Homophobie wird in der Musik reflektiert und transportiert. Die Umgangs-Schimpfwörter „Schwuler“, „Tunte“, „Schwuchtel“ bzw. die entsprechenden Adjektive finden sich heutzutage auch in vielen Hip-Hop-Texten, aber auch in anderen Musikrichtungen wie Black Metal.
Nochmal etwas anders gelagert ist die Lage bei homophoben Dancehall-Stücken aus Jamaika. Hier sind die Texte nicht nur negativ, sondern eindeutig gewaltbejahend und –verherrlichend gegen homosexuelle Menschen gerichtet. Von Fans dieser Musik wird manchmal eingewendet, dass die Texte in Deutschland sowieso nicht verstanden würden. Aber erstens verstehen langjährige Fans durchaus den Inhalt und zweitens ist das noch lange kein Grund Musik zu promoten und zu verwenden, die auf Jamaika brutale, ja sogar tödliche Folgen für Homosexuelle hat. Gegen diese Begleitmusik zu Hass und Totschlag wendet sich auch die unterstützenswerte Kampagne „Stopp Murder-Music!“.

*** What’s to do?***
Zuallererst einmal: Das Maul aufmachen! Wenn Menschen sich in Deiner Umgebung homophob äußern, dann sollte mensch sie darauf ansprechen. Oft wird mensch dann als politisch überkorrekt abgestempelt. Trotzdem sollte das nicht entmutigen, denn:
Homophobie verletzt Menschen!

Wichtig ist es die Basis von Homophobie anzugreifen, die konstruierte heterosexuelle „Normalität“. Solange nämlich Heterosexualität als die Norm da steht (Heteronormativität), so lange wird Homosexualität als „unnormal“ da stehen. Also im Biologie-Unterricht mal kritische Fragen stellen etc.

Bei schwerwiegenderen Fällen empfehlen wir eine Meldung an die lokale Presse oder an die lokale Antifa-Gruppe (in Tübingen: tuebingen.antifa.net).

Wenn ihr von anderen homophoben Vorfällen in Tübingen wisst, dann ergänzt sie doch bitte.

Bild: 
Bild: 
unmoderated

was ne erkenntnis...wow

unmoderated

k.T.

unmoderated

"Hier darf natürlich nicht ein, dem Klischee nach verweichlichter und verweiblichter, schwuler Mann geduldet werden."

Ich krieg für mich den gedanklichen Zusammenhang zwischen "verweiblicht" und "schwul" noch nicht so ganz hin.

Es gibt einerseits bestimmte Männerbilder in der Gesellschaft: Stark, mutig, stolz, durchsetzungsfähig, rational kalkulierend u.ä. Wenn man dem Bild nicht entspricht, ein Feigling, eine Heulsuse, ein Schwächling usw. ist, ist man kein richtiger Mann mehr, sondern - so die Behauptung - mehr eine Frau, also "verweiblicht".

Aber inwiefern ist man verweiblicht, wenn man Sex mit dem gleichen Geschlecht hat? Oder hat es nichts damit zu tun? Ist der Grund für die Homophobie der, dass der Mann dem Ideal eines Mannes nicht entpricht, oder dass er die Regeln der Heteronormativität verletzt, oder beides? Und wie hängen die beiden Sachen zusammen? Bitte um Aufklärung!

unmoderated

> Nicht überall im Verbindungsmilieu ist Homophobie gleich stark verbreitet.

Es gibt sogar Studentenverbindungen bzw. Korporationsverbände, die Homophobie bewusst ablehnen. So gab es in den vergangenen Jahren sowohl im KV als auch im CV (die beiden großen katholischen Korporationsverbände), bekennende Homosexuelle als Mitglieder des Vororts (Verbandsvorstand). Neu ist das nicht. In den späten 90ern gab es z.B. im KV zeitweilig die Charge eines Verbandsfuxmajors, die mit einem Homosexuellen besetzt war. Leider weiß ich nicht genau, wie die Lage in anderen Verbänden ist.

In meiner eigenen Korporation gab es vor einigen Jahren einen offen homosexuellen Bundesbruder, der allerdings wegen des Abbruchs seines Studiums wieder ausgetreten ist. Das Thema, "Umgang mit homosexuellen Bundesbrüdern" wird bei uns in Fuxenstunden besprochen und zwar keineswegs mit homophoben Untertönen.

> Allerdings ist solchen archaischen Männerbünden wie Studentenverbindungen immer auch eine gewisse Homoerotik implizit.

Dass bei Männerbünden eine "gewisse Homoerotik implizit" ist, mag sein. Die Bezeichnung "archaisch" für Studentenverbindungen empfinde ich innerhalb dieser Diskussion als unangemessen. Mir persönlich und anderen Korporierten wurde von Außenstehenden schon an den Kopf geworfen, Verbindungsstudenten seien "Schwuchteln" - und zwar von Leuten, die sich selbst als "links" betrachten.

Ob in schlagenden Verbindungen im Allgemeinen Homophobie besonders ausgeprägt ist, weiß ich nicht. Jedoch reicht die genannte Faktenbasis - der Vortrag eines CDU-Rechtsaußen bei der ASB! Arminia - nicht aus, um dies zu beurteilen. Das Gegenmittel gegen solche Homophobie müsste jedenfalls im unaufgeregten und sachlichen Gespräch mit der jeweiligen Korporation liegen. Dies wird in Tübingen bisher versäumt.

> Unter dem Ausschluss von Frauen entstehen hier sehr tiefgehende Umgangsformen und Freundschaften, die anderswo so nicht zustande kommen.

Schön, dass das hier endlich einmal anerkannt wird.

Zum Schluss: Es gibt in Verbindungen wie im Rest der Gesellschaft Homosexuelle, aber auch Homophobie, jedoch meines Erachtens nicht in erhöhtem Umfang. Hier sind die Altherrenvereine, die Korporationsverbände, die Aktivenvorstände und in besonderem Maße die Fuxmajores gefordert, durch Aufklärungsarbeit gegen Homophobie vorzugehen.

unmoderated

Die Quelle Wikipedia zieht den Blog ins Lächerliche!
Homophobie als Feindseligkeit gegeüber Schwulen und Lesben zu bezeichnen widerspricht etymologisch dem Wortsinn eindeutig:
Homophobie ist die Angst vor Menschen, nicht die Feindseligjekit gegenüber Schwulen.

unmoderated

Das Wort "Feindseligkeit" in diesem Sinne zu verwenden widerspricht etymologisch dem Wortsinn eindeutig: es bedeutet nämlich ganz und gar nicht, dass man seinen Feinden Seligkeit wünscht.

unmoderated

"Mir persönlich und anderen Korporierten wurde von Außenstehenden schon an den Kopf geworfen, Verbindungsstudenten seien "Schwuchteln" - und zwar von Leuten, die sich selbst als "links" betrachten"

Tja, es ist durchaus auffällig, dass von Seiten der Linken dem politischen Gegner gerne (angebliche) homosexuelle Neigungen vorgeworfen werden. So ganz kommen die mit Ihrer eigenen Toleranz wohl doch nicht klar...
Ähnlich schizophren, wie heute den "Burschis" Antisemtismus vorzuwerfen und morgen mit Palästinensertuch um den Hals für die Vernichtung Israels zu demonstrieren...

Naja was solls, wer mit 14 nicht links ist, hat kein Herz, wer es mit 24 immer noch ist, keinen Verstand !

unmoderated

Kleine Anmerkung. Vor etwa 8 Jahren gab es auf der "Hellen Welle", dem sülzig-nervigen Haussender "der guten Nachrichten" der TOS eine Radiosendung zum Heilen von Schwulen.

Ich zweifle ja, dass man dort dazu gelernt hat, fände es aber sehr lohnend, das mal herauszufinden. Somit: Vielleicht will jd. mal vorübergehend TOS-Veranstaltungen besuchen oder ein kleines Interview dazu mit Ihnen machen?

unmoderated

Du Wurst! Du versuchst Deine Koprporation in diesem Forum zu verteidigen? Den Schuß hast Du wohl noch nicht gehört!
Gruß
Verbindungsstudent II

unmoderated

also bei dem anderen Artikel über die Tos ebenfalls auf dieser Seite haben wir als Kommentar einen kleinen Erfahrungsbericht hingeschrieben, denn wir waren in der Tos Gemeinde Tübingen, und wir können sagen es hat sich nichts bei denen geändert, immer noch Homophob durch und durch.

Nichts aus der Außenwelt wird geduldet außer die eigen Ideologie.

Gruß

unmoderated

also im Fußball, natürlich sehr verbreitet wenn man schwul ist dann is man ja kein Mann mehr! Viele werden diskriminiert und als Mädchen abgestampelt, aber auch bei normalen Jugendliichen, also die wissen meistens gar nicht was sie von sich geben, da sie einfach nur was von sich geben was meistens keinen sinn hat.

Homophobie fängt schon in im kleinen an und darf echt nicht unterschätzt werden! hierzu hab ich echt nen neuen üblen Artikel von den rechten gefunden und da steht bei ataka bulgarien echt was übles!Wahl zum europäischen Parlament

Europawahl: Mehr Ergegnisse mit einem Klick auf die Grafik - Wahlkreise, Sitzverteilung und mehr.

Über 60 Millionen Menschen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. FR-online.de informiert über die EU, die Wahl und mehr.

Interaktive Grafiken:
Interaktive GrafikEU-Wahl Länderergebnisse | Interaktive GrafikLissabon-Vertrag | Interaktive GrafikEU-Wahl in Deutschland | Interaktive GrafikRund um die EU-Wahl
Fotostrecke: FotostreckeSchräge EU-Kandidaten | Lexikon: Europa von A - Z
Usergrafik Zur Übersicht Wahlen 2009

Usergrafik
Usergrafik

Europawahl
Der wirre Rand
Es wird bald ruppiger zugehen in Straßburg und Brüssel: Rechtspopulisten und -extremisten aus vielen Ländern haben Sitze im EU-Parlament erobert.

Jobbik aus Ungarn kam aus dem Stand auf drei Sitze. Der Name der Partei lässt sich mit "Die Rechteren" oder "Die Besseren" übersetzen. Sie warnt vor "Zigeunerkriminalität", schürt antisemitische Ressentiments und unterhält die paramilitärische "Ungarische Garde".

Die Großrumänenpartei Romania Mare erhält drei statt bisher zwei Sitze. Sie will die Grenzen der Zwischenkriegszeit und am liebsten auch Diktator Nicola Ceaucescu zurückhaben. Sie hetzt gegen Homosexuelle, Roma - und Ungarn.

Ataka in Bulgarien bekommt zwei (bisher drei) Mandate. Die Partei bezeichnet Juden als "von der Pest verseuchte, gefährliche Rasse" und fordert Arbeitslager für Roma und Homosexuelle.

Die FPÖ in Österreich verdoppelt ihren Anteil auf mehr als 13 Prozent, bekommt zwei Sitze statt einem.

Die Dänische Volkspartei verdoppelte mit Forderungen wie der nach Wiedereinführung der Grenzkontrollen wegen "krimineller Ausländer" die Zahl ihrer Sitze auf zwei.

Die Britische National-Partei unterhält Beziehungen zu militanten Neonazis, etwa zur Terrorgruppe Combat 18. Erstmals wird sie zwei Abgeordnete in Straßburg stellen.

Die Front National des französischen Europa-Abgeordneten Jean-Marie Le Pen bekommt nur noch 6,4 statt zehn Prozent, das sind drei statt sieben Sitze.

Die PVV in den Niederlanden profiliert sich vor allem gegen den Islam - ein Thema, das viele rechtsextreme Parteien für sich entdeckt haben, aber wenige so erfolgreich wie Geert Wilders' Partei für Freiheit, die bei ihrer ersten EU-Wahl gleich zweitstärkste Kraft wurde und vier Mandate erhält.

Die Partei der Flamen in Belgien, die rechtsextreme und separatistische Vlaams Belang, schickt zwei Abgeordnete nach Straßburg.

Die "Wahren Finnen" erzielten mit ähnlichen Parolen den größten Zugewinn aller finnischen Parteien: von 0,5 auf zehn Prozent; ein Sitz.

Laos aus Griechenland bekam 7,2 Prozent. In dieser "Völkischen Orthodoxen Gesamtbewegung" sind mehrere kleine rechtsextremistische Parteien aufgegangen, dennoch gehören ihre nach wie vor zwei Abgeordneten zur europakritischen Fraktion IND/DEM.

Einen Trost gibt es: Die Rechtsextremen haben noch nie eine stabile gemeinsame Fraktion auf die Beine gestellt. Der letzte Versuch zerbrach 2007 nach zehn Monaten, weil die italienische Neofaschistin Alessandra Mussolini, damals Fraktionsmitglied, Rumänen pauschal als Kriminelle bezeichnete. Die Großrumänenpartei trat aus der Fraktion aus, die damit unter die Mindestgröße von damals 20 (inzwischen 25) Abgeordneten schrumpfte.

Noch einmal wird eine rechte Fraktion nicht an Benito Mussolinis Enkelin scheitern: Ihre Azione Sociale ist jetzt Teil der Berlusconi-Partei PdL, die Neofaschistin, wenn sie denn gewählt wurde, gehört also zur EVP-Fraktion - so wie CDU und CSU. olk/ete/gam

drucken Drucken versenden Versenden leserbrief Leserbrief Social Bookmarking Bookmark Artikel verlinken Verlinken

also das hat mich sehr erschrocken das jemand heute noch solche aussagen machen darf!!