Eine Nachfrage zu: „Re: Pandemie-Einschränkungen als Schablone für staatliche Eingriffe und das völlige Versagen der Linken“

Du schreibst:

Wir können doch nicht so tun, als ob wir nichts über Viren wüssten und wie sie sich ausbreiten. In einer Pandemie hat es eben enorme Auswirkungen auf unsere Umgebung, wie wir uns verhalten, ob wir versuchen, uns selbst aus der Infektionskette rauszunehmen (vulgo: Impfen) oder nicht. Und natürlich hat das dann was mit Solidarität zu tun.

Wie kommst du darauf, dass eine Corona-Impfung bedeutet, sich „aus der Infektionskette rauszunehmen“? Es ist doch inzwischen schon ziemlich lange bekannt, dass sie Impfung eben nicht wie erhofft davor schützt, sich zu infizieren, und auch Geimpfte das Virus weitergeben können. Das mit dem Impfen funktioniert ganz offensichtlich nicht so wie ursprünglich gedacht. Die „Impfweltmeister“ werden jetzt seit einiger Zeit zu „Indizidenzweltmeistern“. So hat beispielsweise die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel, wo derzeit schon die vierte Impfung durchgeführt wird, einen Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht. Angesichts der Erkenntnis, dass die Impfung offensichtlich halt eben doch nicht der versprochene Weg aus der Pandemie ist, stößt auch in Deutschland das Vorhaben der Ampelkoalition, der Coronakrise mittels einer allgemeinen Impfpflicht zu begegnen, zunehmend auf Skepsis und Widerspruch. Aktuelle Studien zeigen, dass der Schutz vor der demnächst auch in Deutschland dominierenden Mutante selbst bei mit einer dritten Spritze Geboosterten bereits nach knapp drei Monaten nachlässt. Der neueste „Lagebericht“ des Robert-Koch-Instituts zeigt, dass viele doppelt und sogar dreifach Geimpfte von Omikron betroffen sind: Von 5.117 im Meldesystem vorliegenden Omikron-Fällen waren demnach 1.097 Patienten ungeimpft und 4.020 vollständig geimpft, 1.137 von letzteren auch geboostert.

Davon, „uns selbst aus der Infektionskette rauszunehmen“, wenn wir uns Impfen lassen, kann also überhaupt nicht die Rede sein. Absolut schleierhaft bleibt auch, was das dann mit „Solidarität“ zu tun haben soll. Solidarität bezeichnet eine Haltung der Verbundenheit mit – und Unterstützung von – Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer, mit denen man sich verbunden fühlt. Der Gegenbegriff zur Solidarität ist die Konkurrenz. Die Entwicklung und Verteilung der Corona-Impfstoffe ist in den kapitalistischen Ländern durch und durch geprägt nicht etwa von „Solidarität“ und Zusammenarbeit zum Wohle der (Welt-)Gesundheit, sondern von Konkurrenz – zwischen den Pharmakonzernen, zwischen armen und reichen Ländern, usw. Dass „die Ungeimpften“ Schuld an allem sein sollen, ist eine leicht durschaubare Sündenbock-Strategie, und: „Eine Impfpflicht würde die Pandemie nicht effektiv bekämpfen, sondern ist lediglich ein weiterer Versuch der Herrschenden, die eigene Verantwortung zu verschleiern und sie nun auf die Ungeimpften zu übertragen.“