Auf die Straßen zum intersektionalen queerfeministischen Kampftag!

Unter dem Motto „Intersektionale queerfeministische Kämpfe verbinden!“ laden wir Euch am Sonntag, den 6. März 2022, zwischen 15 und 17 Uhr in die Tübinger Südstadt ein. An unterschiedlichen Orten erwarten Euch kreative Mitmachaktionen, Kunst, Infostände, Ausstellungen und Musik. 
Am Dienstag, den 8. März 2022, schließen wir uns um 18 Uhr am Marktplatz zusammen, um unserer Wut und unserem Protest einen kämpferischen Ausdruck zu verleihen. Unser Widerstand wird nicht enden, bevor das Patriarchat besiegt ist und wir alle frei leben können!
Weitere Details können dem Flyer und dem unten folgenden Mobi-Text entnommen werden.
Frauen*gruppe Zumutung
Women Defend Rojava
Migrantifa Tübingen
Ende Gelände Tübingen
about:utopia
Awareness72 Epplehaus
Kollektiv Gesundheitsgerechtigkeit Tübingen
Wohnprojekt Tante Huber
Queere Hochschulgruppe Tübingen
il Tübingen
Einzelpersonen
Am 8. März 2022 heißt es: „Intersektionale queerfeministische Kämpfe verbindet euch!“ 
Zeit/Ort: 18 Uhr, auf dem Marktplatz Tübingen
Am 8. März nehmen wir uns auf der ganzen Welt seit über 100 Jahren die Straßen. Wir schließen uns zusammen, um unserer Wut und unserem Protest einen kämpferischen Ausdruck zu verleihen. Unser Widerstand wird nicht enden, bevor das Patriarchat besiegt ist und wir alle frei leben können!
Häufig erfahren Menschen nicht nur aus einzelnen, sondern aus mehreren Gründen Diskriminierung, die sich dann wiederum gegenseitig verstärken können. Darum wurde es Zeit, dem 8. März einen Namen zu verleihen, der alle vom Patriarchat negativ betroffenen Lebensrealitäten miteinbezieht. Um diese intersektionalen Verschränkungen deutlich zu machen, heißt es deshalb dieses Jahr:
Auf die Straßen zum intersektionalen queerfeministischen Kampftag!
Wir lassen uns nicht in die normativen Formen des Patriarchats mit seinen unterdrückenden Rollenbildern zwängen!
Unsere queerfeministischen Kämpfe haben schon viele Veränderungen bewirkt, aber es gibt immer noch zu viel, was uns wütend macht!
Letztes Jahr konnten wir die Streichung des Paragraphen 219a feiern; heute wird endlich das Selbstbestimmungsrecht auf den Weg gebracht, welches es vereinfachen soll, den eigenen Geschlechtseintrag offiziell ändern zu können. Das sind kleine Ziele, die wir in einem langen Kampf erreicht haben.
Aber lasst uns nicht stehen bleiben: An zu vielen Stellen sehen wir noch so viel Unrecht!
Warum existiert Paragraph 218 immernoch? Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland noch immer illegal und werden kriminalisiert, in Polen und den USA nimmt die Kriminalisierung sogar zu. Die Verteilung von Einkommen und Care-Arbeit sind weiterhin ungleich. 
Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans, agender und queere Menschen sind noch immer täglich von Hasskriminalität betroffen! Jeden Tag werden ca. 137 als Frauen erfasste Menschen getötet. Menschen werden aufgrund ihres Geschlechts und/oder ihrer sexuellen Orientierung noch immer verfolgt und getötet! Wie lange soll das noch so weitergehen? Wo ist die Gleichberechtigung?
Jeden Tag kämpfen weltweit betroffene Menschen für Gleichberechtigung, lasst uns unsere Kämpfe am 8. März vereinen!
Die Rojava-Revolution zeigt uns, dass eine bessere Zukunft möglich ist! Sie ist weltweit ein Beispiel für ein Gesellschaftsmodell, dass auf Frauenbefreiung, Pluralismus, direkter Demokratie und Selbstverwaltung beruht. Auch die Zapatistas kämpfen für eine basisdemokratische Gesellschaft, in der Frauen und alle befreit leben können. Sie haben es als eine der am stärksten benachteiligten, diskriminierten und ärmsten Bevölkerungsschicht Mexikos geschafft, einen Aufstand gegen Neoliberalismus, Kapitalismus und Rassismus zu führen! “Ni una menos!” Mutige FLINTAs Lateinamerikas kämpfen in ihren Protesten gegen die extrem hohen Zahlen an Femiziden, die täglich stattfinden und als Beziehungstat abgestempelt werden.
All diese Bewegungen zeigen: weltweit kämpfen Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre und trans Personen laufend für Gerechtigkeit und Freiheit. Wir kämpfen solidarisch an ihrer Seite! Lasst uns voneinander lernen und am 8. März zusammen auf die Straßen gehen – eine intersektionale queerfeministische Utopie ist realisierbar!
Hinweise für einen reibungslosen Ablauf der Demo: 
Auch dieses Jahr heißt es wieder besondere Maßnahmen einzuhalten, um auch unter Coronabedingungen weiter auf die Straße gehen zu können: auf der Demo besteht die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Bitte kommt am besten getestet und haltet Abstand! Kommt, wenn möglich in Bezugsgruppen und bleibt soweit es geht untereinander, um weiterhin bei der Eindämmung der Pandemie mitzuhelfen!
 
Auch wenn das große Empowerment Freude aufkommen lässt und wir zur Begleitung Musik spielen werden, ist und bleibt die Demo am 08.März eine politische Veranstaltung. Wir verstehen die Demonstration nicht als Party sondern als Kampf – deswegen haben Alkohol und andere Drogen dort nichts zu suchen!
Die Demo ist offen für alle Geschlechter. Wir laden alle Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre und trans Personen ein im vorderen Block der Demo mitzulaufen. Wir freuen uns über Verbündete, die sich gerne im hinteren Block (hinter dem Lauti-Wagen) einreihen können und sich uns unserem Kampf anschließen.
Unser Feminismus positioniert sich klar antifaschistisch, antikapitalistisch, antisexistisch, antirassistisch, antiableistisch, gegen jede Queer- und Trans*feindlichkeit, gegen Antisemitismus und generell gegen jede Diskriminierungsform. Anfeindungen werden nicht geduldet!
Deswegen versuchen wir unsere Demo für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.
Es wird ein Awareness-Team geben, das ihr gerne ansprechen könnt, wenn ihr euch auf der Demo unwohl fühlt. Außerdem kümmern wir uns um Übersetzungen der Redebeiträge und Schiebeassistenz und Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderung. Sollte es sonst noch Dinge geben, die euch die Teilnahme an der Demo ermöglichen, meldet euch gerne bei folgender Adresse: awareness8Mtuebingen2022@gmail.com
Wir sehen es aber vor allem als unsere kollektive Verantwortung, dass wir gemeinsam dafür sorgen, einen Raum zu schaffen, in dem sich alle mit Hilfsbereitschaft begegnen. Dafür braucht es mehr als die Demo-Orga und das Awareness-Team, sondern uns alle!
Lasst uns zusammen für eine intersektionale queerfeministische Zukunft die Tübinger Straßen erobern – auf die Straßen zum 8. März!!!