Erneuter Protest gegen einen AfD Bürgerdialog im Herrenberger Ortsteil Gültstein

09.10.2019 18:30

Erneuter Protest gegen einen AfD Bürgerdialog im Herrenberger Ortsteil Gültstein

Am Mittwoch den 9.10.2019 will sich der Herrenberger Ortsverband der AfD erneut in seiner Stammkneipe "Zom Kronawirt" treffen, dieses mal unter dem Titel "Die Zukunft des Automobils".

Die " Alternative für Deutschland " ist bekanntermaßen offen rassististisch und nationalistisch und spaltet die Gesellschaft in "wir Deutsche" und "die Nichtdeutschen". Die AfD ist die derzeit relevanteste rechte Kraft in Deutschland, sie vertritt u.a. Positionen, die vor wenigen Jahren neonazistischen Parteien wie der NPD vorbehalten waren und die eben auch in Herrenberg versucht ihre Strukturen zu stärken. Wir werden, wollen und dürfen nicht zulassen, dass diese Leute sich ohne Widerspruch in Herrenberg versammeln. Wir sorgen dafür, dass Gültstein für die AfD keine Wohlfühloase wird. Ignoranz und damit auch Verharmlosung würden dieser Partei in die Hände spielen und zu einer weiteren Normalisierung rechtsextremer Positionen führen. Auch wenn es immer wieder Kraft kostet werden wir auch am 9.10.2019 um 18:30 Uhr unseren Protest und unseren Widerstand in Gültstein auf die Straße tragen!

Wie bereits bei den vorangegangenen Stammtischen, sind Vertreter der "extremen Rechten" als Gastredner geladen.

Dirk Spaniel, Bundestagsabgeordneter und Verkehrsexperte der AfD wird dem völkisch nationalen "Flügel" zugerechnet.
Der Kopf und prominenteste Vertreter dieser AfD internen Gruppe, Björn Höcke, darf seit einem kürzlich erlassenen Gerichtsurteil als Faschist bezeichnet werden.

Hans-Peter Strauch ist Verkehrspolitischer Sprecher und Landtagsabgeordneter der AfD in Baden-Württemberg.

Er war Teilnehmer des sogenannten Trauermarsches (nach Falschmeldungen über eine Messerattacke eines Menschen mit Flüchtlingsstatus) in Chemnitz am 27.August 2018. An diesem Aufmarsch, von "Pro Chemnitz" organisiert, nahmen Mitglieder der NPD, des Dritten Weg, Die Rechte, der Kameradschaft Szene, die "Identitäre Bewegung" und Pegida teil. Es war ein offener Schulterschluss der gesamten rechtsextremen Szene mit der AfD ( oder umgekehrt). Die Aufmärsche der Rechten am 26.8. und 27.8. wurden bekanntlich begleitet durch Hetzjagden von Neonazis gegen vermeintliche Migranten.
Hans- Peter Strauch kommentierte auf Twitter seine Teilnahme am Trauermarsch wie folgt:" Falls ich später einmal gefragt werden sollte, wo ich am 27. August 2018 war, als die Stimmung in Deutschland kippte:Ja, ich war in Chemnitz mit dabei."

Als Vertreter der rechtsextremen Gewerkschaft "Zentrum Automobil" die etwa im Daimler Werk in Untertürkheim mit sechs Mitgliedern im Betriebsrat vertreten ist, soll Oliver Hilburger sprechen.
Erst kürzlich berichteten mehrere Medien wie ARD oder das Magazin Stern von Mobbing gegen einen "türkischstämmigen" Kollegen und IG-Metall Vertrauensmann in Form von Hass Nachrichten wie etwa "Hitler-Sport" Schokolade Bildern.

Hilburger spielte in den 90ern in der Neonazi Band "Noie Werte". Dessen Mitglieder führten das Label " German British Friendship", das ab Mitte der 90er Jahre maßgeblich zur Ausweitung des Neonazi -Musiknetzwerk Blood and Honour von Großbritannien nach Deutschland beitrug. Blood and Honour existiert in vielen Ländern bis heute, in Deutschland ist diese Vereinigung seit dem Jahr 2000 verboten. Rechtsextremismusexperten vermuten jedoch, dass das Netzwerk im Untergrund weiter existiert oder in anderen rechtsradikalen Netzwerken aufging.
Laut Wikipedia ist von weltweit bis zu 10.000 Mitgliedern auszugehen. Mit Combat 18 besteht ein bewaffneter Arm. Beispielsweise zählte der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund)bekannt durch zahlreiche Anschläge und Morde, zum harten Kern der "Blood and Hounor Bewegung".

Trotz unserer vielbeachteten regelmäßigen Proteste, beim letzten mal mit annähernd 100 Menschen, findet auch diesmal wieder ein Bürgerdialog der AfD in Gültstein statt und abermals stellt der Wirt der Gaststätte " Zom Kronawirt" den Rechten seine Räumlichkeiten zur Verfügung.
Das wird uns aber keinesfalls entmutigen. Wir werden weiterhin den Rechten ihre Treffen so ungemütlich wie nur möglich gestalten. Offene Rechte, völkische, nationalistische bis hin zu faschistischen Treffen in Herrenberg lassen wir nicht zur Normalität werden, die Besucher des Bürgerdialogs lassen wir wissen, dass sie für uns mit ihren menschenverachtenden Haltungen kein respektierter Teil einer freien und offenen Gesellschaft seien können. Gültstein bleibt bunt und Antifaschistisch!