Klarstellung zum Text „Ende der G7 von der anderen Seite“

Liebe „linke Szene“,

Kürzlich ist der Text „Ende der G7 von der anderen Seite“ erschienen.
Ein Text, der an Widerlichkeit kaum zu übertreffen ist und mal wieder falsche Darstellungen beinhaltet.
Gleichzeitig ist er eine totale Selbstoffenbarung derer, die diesen Text verfasst haben.
Von Täter:schutz, Sexismus, victim blaming bis hin zu 1A Täter-Opfer-Umkehr ist hier alles dabei.

Wer sich hier fragt, warum niemensch den Verfasser:innen erklärt hat, was sie da tun, dem:der möchte ich hier nun die Antwort geben:
Sie wollen es nicht hören.

Alles, was sich in dem Text „Ende der G7 von der anderen Seite“ an Argumentation befindet, ist ein ganz alter Schuh. All diese Vorwürfe gegen die betroffene Person und deren Unterstützer:innen wurden schon vor einem Jahr am Anfang des versuchten „Neustarts“ der G7 von den Verfasser:innen eingebracht und es wurde genug darüber diskutiert.

Aber für alle, die es immer noch nicht verstanden haben und für alle, die sich nochmal genauer mit der ganzen Scheiße auseinandersetzen wollen, drösele ich das ganze nochmal haarklein auf. Ich werde den Text „Ende der G7 von der anderen Seite“ im Einzelnen kommentieren. Verzeiht mir meine Wut. Ich bin fassungslos über die Widerlichkeit des Textes und es kostet unglaublich viel Kraft, sich immer und immer wieder mit dem ganzen Müll auseinanderzusetzen.

Im Folgenden wird also der Text in Gänze stehen gelassen („kursiv und in Anführungszeichen“) und zwischendrin kommentiert (fett).

Ende der G7 von der anderen Seite

28. August 2021

Endlich wird etwas über den Verlauf der G7 auf Tueinfo veröffentlicht („Ende der G7“). Das aktuellste was über das besetzte Haus an die Öffentlichkeit drang war das ‚Papier zum Neustart der Gartensia im Winter 2020‘. Die Forderungen aus dem Papier bezüglich der Gartensia sind seit Frühling 2021 alle erfüllt worden: Die Aktivist:innen von letztem Jahr sind alle ausgezogen, nur noch die von massiver Armut betroffene Besetzer:innen, die weder Sprachkenntnisse noch Zeit für Aktivismus haben, wohnen immer noch dort. Die betroffene Person, wie sie stehts genannt wird, durfte wieder einziehen und es wurde durchgesetzt, dass keines der beiden eingespieltes Teams die Gartensia zum Projekt machen darf, die sich darauf beworben hatten, sondern ein neu zusammengewürfeltes FLINTA-Team mit der betroffenen Person. Und dann war nichts mehr aus dem Haus zu hören, wochenlang, bis schließlich die schlechten Nachrichten durch einen Anti-Räumungs-Aufruf und Zeitungsartikel eintrafen, dass das MHS und die Stadt dort keine Ansprechpartner:innen mehr vorfindet.“

Ja, die Aktivist:innen von letztem Jahr sind ausgezogen. Nach über einem Jahr der Aufarbeitung, an der sich nur teilweise beteiligt wurde und die als gescheitert erklärt wurde. Und zwar nicht nur von Unterstützer:innen der betroffenen Person (wie sie sicherlich genannt werden will, weil niemensch betroffen sein will, aber es nunmal ist!), sondern auch von den Menschen, die die nun Ausgezogenen unterstützt haben und Aufarbeitung mit eben diesen machen wollten. Der Auszug war längst überfällig!

Dass die betroffene Person wieder eingezogen ist, ist schlichtweg falsch. Die betroffene Person und ihr Unterstützer, der auch mit rausgeworfen wurde, mussten stattdessen im letzten Jahr darum Bangen, dass ihre Sachen, die in der G7 verblieben sind, nicht auf dem Müll landen, was auch passiert ist!

Dass keine der „eingespielten Teams“, die sich darauf „beworben“ hatten, die Gartensia zum „Projekt“ machen durfte, hat ganz einfach Gründe: Es war niemensch dabei, der:die betroffenensolidarisch und antisexistisch handeln wollte und die Gewalt, die in der G7 stattfand, angemessen reflektieren und aufarbeiten wollte. Die „neu zusammengewürfelte FLINTA*-Gruppe“ hingegen tut dies!

In dem ganzen Konflikt um die Gartensia, der die halbe Tübinger Szene mit einbezog und spaltete, spielt fehlende Kommunikation eine zentrale Rolle. Dank Corona gab es keine Hausbars, wo der Austausch der einen oder anderen Aktivist:in stattgefunden hätte und gegenseitiges Verständnis wahrscheinlich geworden wäre. Aber auch die weitere Kommunikation per zufälligem Treffen auf der Straße oder per Mail oder ähnlichen Internetdiensten funktionierte nur sehr einseitig und deshalb gar nicht.“

Warum die „Kommunikation“ hier nicht möglich war, ist hoffentlich allen klar, die diesen Text hier durchgelesen haben. Er ist voll mit falschen Darstellungen, Lügen (die längst aufgeflogen und teilweise zugegeben worden sind), Täter-Opfer-Umkehr und Diffamierungen wie bspw.: „die Betroffene ist längst Täter:in“. Die Menschen (oder der Mensch) die diesen Text verfasst haben, waren sehr wohl anfangs Teil des Zukunftsplenums (Das Zukunftsplenum hatte sich nach dem Rauswurf der betroffenen Person + Unterstützi gegründet, für alle, die noch Interesse an der G7 als Projekt hatten. Es hatte den Minimalkonsens der Betroffenensolidarität) und konnten leider nicht mehr teilnehmen, weil jegliche Versuche der Erklärung und Argumentation für Betroffenensolidarität gescheitert sind. Diese Personen haben es nicht geschafft, mit ihren sexistischen und ekelhaft verdrehten Aussagen aufzuhören, sodass sie in diesem Plenum schlichtweg nichts zu suchen hatten! Sie hatten mit all dem gegen den Minimalkonses des Plenums verstoßen und waren nicht bereit das zu reflektieren.

Eure benannten „Versuche“, persönlich mit Menschen zu sprechen, waren absolut übergriffig. Wenn mit versuchter Kommunikation gemeint ist, dass Menschen privat Zuhause besucht werden, mit Mails und Anrufen bombardiert werden, dann kann sich hier ja jede:r denken, warum das schief gelaufen ist.

Dieser Artikel, subjektiv doch mit dem Versuch das kollektive Erleben der G7-Aktivist:innen und deren Unterstützer:innen zu erfassen, soll eine differenzierte Sicht auf den Konflikt in der G7 fördern, indem er durch die Darstellung dieser Seite überhaupt erst deutlich macht, dass es sich um einen komplexen Konflikt handelt. Die andere Seite ist durch diverse Veröffentlichungen auf Indymedia, über die Verteiler, auf der G7-Homepage die durch das Neustart-Team verwaltet wird, bereits hinreichend dargelegt.“

Das hier als „differenziert“ darzustellen ist absolut lächerlich.

Ähnliches was der Text „Ende der G7“ zu berichten hat, kennen wir von der anderen Seite, der der G7-Akivist:innen und ihrer Unterstützer:innen. Auch wir hatten Probleme mit der Kommunikationsbereitschaft unserer Gegenüber, euch Unterstützer:innen der betroffenen Person der G7. Diese begannen mit einem schweren Vorwurf und harten Forderungen: die Aktivist:innen der G7 seien falsch mit einem sexualisierten Übergriff umgegangen, hätten alles falsch und die betroffene Person alles richtig gemacht, und müssten letztlich, weil die betroffene Person sich das wünscht, das Haus verlassen. Dieser wurde über sämtliche Verteiler und auf Indymedia veröffentlicht, unterschrieben vom ‚Awareness-Team Tübingen‘. Ist das nicht auch eine unterkomplexe Sicht eines Konflikts?“

Ihr hattet keine Probleme mit der Kommunikationsbereitschaft der Unterstützer:innen und der betroffenen Person, ihr hattet Schwierigkeiten diese nicht ständig zu diffamieren und weiterhin zu verletzen!

Niemensch hat behauptet, dass die eine Seite alles „falsch“ und die andere alles „richtig“ gemacht hat. Es ging und geht lediglich darum darzustellen, was dazu geführt hat, dass Gewalt ausgeübt wurde und Verständnis dafür zu schaffen, warum betroffene Personen durch das Erfahren dieser Gewalt entsprechend reagieren (übrigens nicht mit physischer Gewalt, wie manche damaligen Bewohner:innen). Dass Menschen gehen müssen, die Gewalt ausgeübt haben, ist ein erster Schritt und wenn es dann eine angemessene Aufarbeitung und Reflexion gibt, damit keine Gefahr mehr von diesen Personen mehr ausgeht und sich Menschen wieder wohl miteinander fühlen können, spricht nichts dagegen, dass Menschen wieder kommen können. Das ist aber leider grandios gescheitert! Das das hier wirklich nochmal alles erklärt werden muss, zeigt eindeutig, wie wenig die:der Verfasser:in (oder auch Verfasser:innen) aus dem letzten Jahr gelernt haben.

„Wenn das Awareness bzw. später die Unterstützer:innen der Betroffenen hier eine gewöhnliche Form der Definitionsmacht angewendet hätten, wäre der Konflikt um den Übergriff nach wenigen Tagen beendet gewesen: Aktivist:innen hatte nach wenigen Tagen den Übergriff anerkannt (sicher war auch das ein Fehler, den Übergriff auf dem ersten Plenum dazu noch zu bagatellisieren, was der:diejenige von uns, die dafür jetzt am Pranger steht schon lange zugestanden und sich dafür entschuldigt hat), die Täterperson rausgeworfen und sich mit der Betroffenen ausgesprochen und wieder versöhnt (oder vertöchtert oder wie auch immer). Die betroffene Person hatte (hier kurze Zeit verzögert) die Macht die Situation zu definieren und die Täterperson wurde für immer aus dem Haus geworfen. Das ist die häufige und schon eher härtere Form (weil Rauswurf für immer) der Anwendung von Definitionsmacht.“

Es wäre schön gewesen, wenn das in „wenigen Tagen“ wieder „geklärt“ gewesen wäre. Das das nicht funktioniert hat, liegt nicht an der „falschen“ Anwendung von Definitionsmacht! Das so darzustellen ist eine absolute Frechheit und zeigt wieder, wie wenig diejenigen, die diesen Text verfasst haben, von Definitionsmacht verstehen (wollen).


1. Hat es mehrere Tage gedauert, bis die Täterperson rausgeworfen wurde und für diese Person wurde nach einer anderen Verweilmöglichkeit gesucht. Die betroffene Person und ihr Unterstützer wurden innerhalb weniger Stunden auf die Straße gesetzt, ohne dass sich für die Beiden um eine Bleibe gekümmert wurde!

2. Dass es Entschuldigungen gab, ist teilweise richtig, allerdings hat sich schon früh herausgestellt, dass diese Entschuldigungen nicht sehr ernstgemeint gewesen sein konnten, weil sich die betroffene Person und ihr Unterstützer weiterhin mit Bagatellisierungen des Übergriffs seitens ihrer Mitbewohner:innen, gaslighting und victim blaming auseinandersetzen mussten.

3. Es ist nicht die „härtere“ Version der Definitionsmacht, gewaltausübende Personen aus dem Wohnumfeld der betroffenen Person zu entfernen, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Gewalt anzuerkennen und zu reflektieren, sondern das Einzige, was passieren kann und muss, damit sich betroffene nicht bedroht fühlen müssen!

Aber aus dem Awareness-Handbuch von Ann Wiesental, welches wohl als Maßstab gilt, geht es noch um viel mehr, oder zumindest scheinen Awareness/Unterstützer:innen der Betroffene das so zu interpretieren: Die betroffene Person darf ihre Zufriedenheit mit dem Umgang jederzeit widerrufen, darf sich dann monatelang selbst übergriffig gegenüber anderen verhalten, darf das mit dem Übergriff begründen und darf nicht dafür verantwortlich gemacht werden (das wäre sonst ‚victim-blaming‘). Wir verstehen das Problem, dass Menschen durch sexualisierte Übergriffe oder ähnliches patriarchales Verhalten oft so zur Verzweiflung gebracht werden, dass sie selbst nur noch mit Übergriffen reagieren können. In der Gartensia deutet aber vieles darauf hin, dass dies nicht der Fall war.“

Wunderbares Paradebeispiel dafür, dass Menschen hier keine Verantwortung für ihr eigenes gewaltvolles Handeln übernehmen wollten und sich dann wundern, wenn betroffene verzweifelt sind. Wow, einmal kurz nachdenken bitte. 1A Täter-Opfer-Umkehr.
Genau das erleben Betroffene von sexualisierter Gewalt immer wieder: Sie erleben einen Übergriff und werden am Ende selbst als untragbar dargestellt, weil ihr Umfeld den Übergriff nicht anerkennt und Betroffenen oft vorgeworfen wird „zu emotional“ reagiert zu haben.

Dass die Gartensia dann nach Monaten der Erduldung, nachdem die Betroffene fast alle Mediationsvorschläge ablehnte, einstimmig im Plenum den ihren Rauswurf beschlossen hatte, ist nach dieser Version von ‚Definitionsmacht‘ dann auch nicht legitim, und für awarenessnahe Unterstützer:innen Grund genug die Gartensia ihrer Selbstverwaltung zu entheben.“

Mediationsvorschläge wurden abgelehnt, da es sich hier bspw. um Freund:innen der Personen handelte, die nach dem Rauswurf des Täters selbst weiterhin Gewalt der betroffenen und ihrem Unterstützer gegenüber, ausgeübt hatten, oder um Menschen, die wenig sensibel der Thematik gegenüber waren. Da wundert sich hier doch niemensch?

Außerdem gab es dann sehr wohl noch eine Mediation, die völlig aus dem Ruder lief, da sich Menschen in dieser Mediation wiedermal unsolidarisch der betroffenen Person gegenüber verhielten und es immer noch darum ging, dass der Übergriff doch nicht so schlimm war und die betroffene Person nun die Täter:in sei. Diese Mediation musste sogar abgebrochen werden und daraus resultierte dann der gewaltvolle Rauswurf der betroffenen Person und ihres Unterstützers.

Dass diesen Rauswurf ein Plenum bestimmt hat, in dem gar nicht alle Bewohner:innen der G7 anwesend waren und dieses Plenum nicht legitimiert war, solche Rauswürfe zu beschließen, wird hier ausgelassen. Diese bewussten Auslassungen zeigen, welches Bild hier gezeichnet werden soll.

Die betroffene Person bekommt dafür für die restliche Zeit des Projekts (also hier der Hausbesetzung) das Vetorecht auf alle Entscheidungen (also auch, das Recht zu Vetos gegen neue Teams, die nach dem Auszug der Aktivist:innen im Frühjahr 21 sich um die Gartensia beworben haben, und dadurch letztlich das Recht, selbst zu bestimmen wer im G7-Neustart mitmacht). All das habt ihr, die Unterstützer:innen der betroffenen Person letztlich durchgesetzt.“

Es gab nach dem Rauswurf ein Zukunftsplenum, welches sich nicht nur aus Bewohner:innen, sondern aus auch Menschen zusammensetzte, die noch Interesse an der G7 als Projekt hatte. Dieses Plenum wurde unabhängig vom Haus gegründet. Dieses Plenum hatte sich dazu entschlossen, die Gewalt, die durch den Übergriff und den fatalen Umgang damit entstand, zu reflektieren und betroffenensolidarisch zu sein. Es wurde ein Minimalkonsens beschlossen, der Betroffenensolidarität sichern sollte. Um das umsetzen zu können, muss natürlich die betroffene Person gehört werden und in Entscheidungen miteinbezogen werden, klar oder? Aber auch das war ein langer Kampf und leider sind auch hier Menschen gegangen, weil sich sich nicht betroffenensolidarisch verhalten wollten. Wer sich aber dafür einsetzen möchte, dass die G7 ein antisexistisches und feministisches Projekt wird, kommt nicht darum herum, die Gewalt aufzuarbeiten und sich auch an die eigene Nase zu fassen. Es ist doch jede:m klar, wer hier Teil des „Neustarts“ sein konnte und wer eben nicht, damit so eine Scheiße nicht wieder passiert.

Es fragt sich, ob Ann Wiesentals Handbuch wirklich für monatelanges Zusammenleben in komplexen Beziehungsgeflechten geschrieben wurde, oder nicht eher nur auf Parties und vielleicht Festivals funktioniert.“

Danke für diesen ach so wertvollen Hinweis. Es war für alle Beteiligten neu, eine solche Aufarbeitung zu machen. Jedoch wurde sich längst nicht nur auf das Handbuch von Ann Wiesental berufen, sondern eine Menge an Informationsquellen bereitgestellt und auch angeregt, sich auch mit transformativer Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Das wurde lange vom Zukunftsplenum und allen anderen, die sich mit dem Ganzen auseinandersetzen wollten, verpasst, obwohl sogar Einführungen in diese Themen vorbereitet wurden. Die Behauptung, dass sich nur auf das eine Buch bezogen wurde und angenommen wurde, alles darinstehende sei eins-zu-eins auf die G7 anwendbar, ist lächerlich. Um aber zu wissen, dass mensch Betroffenen glaubt und mensch ihnen ihre Erfahrungen und Erlebnisse nicht abspricht, dazu braucht es kein Handbuch sondern auch nur einen kleinen Funken Verständnis von Antisexismus.

Erst als über alle Verteiler und Indymedia die Besetzer:innen verurteilt wurden und eine verkürzte Darstellung des Konflikts kursierte, hat eine:r von uns eine Gegendarstellung auf ebendiesen Kanälen als Ergänzung dazu gepostet. Sicher waren ein Teil davon, weil der wegen der abweichenden Darstellung des Übergriffs eine Traumatisierung förderte, ein Fehler, aber die:der Aktivist:in hat es eingesehen, und ist auf eure Forderung eingegangen, alles geschriebene aus dem Netz nehmen zu lassen.“

Auch hier wird zeitlich wieder alles verdreht. Bevor die betroffene Person mit ihrer „verkürzten Darstellung“, wie sie hier genannt wird, an die Öffentlichkeit ging, wurden bereits über verschiedene Verteiler Lügen über sie verbreitet. Die Person, die diese Lügen verbreitete, hat sogar längst zugegeben, dass dies Lügen waren. Dennoch hat die betroffene Person bis heute damit zu kämpfen, welches Bild von ihr in der „Szene“ herrscht. Die „Gegendarstellung“, die wieder runtergenommen wurde, klingt leider genau wie dieser Mist hier. Vielleicht sollte das dann dementsprechend auch wieder runter genommen werden.

„Das geschah mit der Hoffnung eines fairen Aufarbeitungsprozesses und irgendwann die Möglichkeit zu bekommen, darzustellen, wie wir den Konflikt wahrgenommen haben und welche Teile des Konflikts in den öffentlichen Darstellungen weggelassen werden.
Auch auf dem sogenannten „Zukuftsplenum“ durften diejenigen von uns, die dabei waren, erst gar nicht mitmachen und es wurde verboten, alles, was unser Handeln nachvollziehbar gemacht hätte, auszusprechen.“

Die Runternahme der „Gegendarstellung“ geschah nur auf Druck unter anderem von denen, die in dieser „verteidigt“ werden sollten. So ehrlich solltet ihr mit euch selbst sein. Das hier als „Hoffnung auf einen fairen Aufarbeitungsprozess“ darzustellen ist lächerlich und beschönigt eure Intention schon sehr. Ihr seid ins Zukunftsplenum gekommen, um genau diese verdrehte Darstellung der Geschehnisse aus dieser „Gegendarstellung“ einzubringen und nicht um einen „fairen“ Prozess anzustoßen. Es gab Voraussetzungen für diesen Prozess (der betroffenen Person ihre Wahrnehmung nicht absprechen, darauf zu achten, sie nicht zu retraumatisieren usw.), an die ihr euch nicht halten konntet. Also konntet ihr nicht Teil davon sein. Einleuchtend, oder?

Da die Betroffene Person dabei waren (und aus eurer Perspektive auch immer dabei sein mussten), wäre dies aus eurer Sicht ‚victim blaming‘, ‚gaslighting‘ oder ähnliches gewesen. Das habt ihr mit einer Vehemenz und Wortgewalt durchgesetzt, dass wir uns zu kaum einer weiteren Äußerung gewagt haben. Auch diejenigen von uns, die viel Erfahrung mit Awareness-Arbeit und sexualisierten Übergriffen haben und klüger vorgegangen sind, haben keine Möglichkeit gefunden, eine Aufarbeitung einzuleiten.“

Die betroffene Person war keinesfalls immer bei den Plena anwesend, da auch das Plenum lange retraumatisierend für sie war. Das Plenum wollte aber einen Raum darstellen, in den sich die betroffene Person einbringen kann (weil es irgendwie relevant ist, ihr zuzuhören, wenn mensch die Gewalt die ihr angetan wurde, reflektieren will). Und wenn ihr als „Vehemenz“ bezeichnen wollt, dass leider ständig betont werden musste, dass das Plenum betroffenensolidarisch arbeiten will und sich daran alle halten müssen (beschlossener Minimalkonsens), die Teil des Plenum sein wollen, dann tut das. Es hat sicherlich keinen Spaß gemacht, vehement sein zu müssen und immer wieder die selben Dinge zu erklären. Dass es Vehemenz brauchte, kann sich jede:r denken, der:die euren Text liest.

Dass es unter euch Menschen mit viel Erfahrung mit Awareness-Arbeit gibt, ist dem Plenum leider nicht mitgeteilt worden und konnte aus eurem Verhalten auch nicht abgeleitet werden.

Und bis heute bekamen wir nie einen Raum, darzulegen was wir wahrgenommen haben, welche Leiden wir in und um die Gartensia erlebt haben, welche Mühe wir uns gemacht haben um alles richtig zu machen, und welche Gewalt uns von euch, der betroffenen Person und deren Unterstützer:innen, zugefügt wurde und wird.“

Diese Wahrnehmung habt ihr oft genug eingebracht. Sie war verletzend und hatte nichts mit antisexistischer Awareness zu tun. Die Mühe, die ihr euch gemacht habt, alles „richtig“ zu machen, kam leider nicht an. Sie wurde lediglich als Mühe wahrgenommen, gewaltausübenes Verhalten zu verteidigen.

„Ich glaube gerne, dass der Prozess auch für euch schmerzhaft und frustrierend war und ist.“

Dank euch war und ist dieser Prozess schmerzhaft und zieht sich durch die „Szene“.

Das sollte nicht sein. Ein aufeinander zugehen wäre wichtig gewesen, und genau das haben wir auch versucht, was aber von euch aber immer abgeblockt wurde.“

Aufeinander zugehen“ heißt aber leider nicht, dass Menschen von euch trotz Aufforderungen nicht in Ruhe gelassen wurden, auch nicht im Privaten. Außerdem wart ihr nicht in der Lage, Argumenten zuzuhören, die euch erklären, warum genau ihr mit euren Aussagen die betroffene Person weiter verletzt und somit auch die Aufarbeitung lange Zeit blockiert und sabotiert habt.

„Letztlich habt ihr niemals auch nur einen Fehler zugegeben, habt von vorne herein nach einem Protokoll gehandelt (nach dem Handbuch von Ann Wiesental), welches wir als nicht angemessen für diese Art von Konflikt ansehen.“

Aus eurer Sicht wäre es ein Fehler gewesen, der betroffenen Raum zu geben, der ihr schmerzlich genommen wurde, dafür wird sich sicherlich niemensch entschuldigen, der:die sich antisexistisch verhalten will. Und auch hier nochmal: Es wurde sich NIE nur auf das Handbuch bezogen.

Mehr noch, ihr habt nie zugelassen, dass bei dem Konflikt in der Gartensia von einem Konflikt geredet wurde: Für euch war das alles nur ein Übergriff und der falsche Umgang damit (obwohl der Täter des Übergriffs den die Betroffene in der G7 erdulden musste, von denjenigen von uns nach wenigen Tagen rausgeworfen wurde, die ihr als Täterschützer:innen denunziert). Für euch gibt es daher nur eine Partei, die betroffen ist und solidarisch mit der betroffenen Person, und eine andere Partei die Täter und Täterschützer:innen ist. Jede Darstellung, die aufzeigt, dass es sich um einen komplexen Konflikt handelt, in der beide Seiten sich problematisch und mit Fehlern verhalten haben, wird von euch als victim-blaming oder gaslighting (lest mal nach was der Begriff heißt, dann seht ihr dass die Mehrzahl derer, denen ihr gaslighting vorwerft dazu gar nicht in der Lage sind, da eine Vertrauensbeziehung zur betroffenen Person die Grundlage ist) denunziert und alles dafür getan, dass niemand das mitbekommt.“

Das habt ihr gut verstanden: Wer mit der Absicht Aufarbeitung machen will, die eigenen Gewaltmuster nicht reflektieren zu wollen und stattdessen alles nur einen „komplexen Konflikt“ nennen will, in dem die betroffene Person am Ende die Täter:in ist, ist victim blaming. Ihr bringt hier durcheinander, dass ihr den Übergriff als Konflikt bezeichnen wollt. Dass der Umgang damit einen Konflikt dargestellt hat, ist in Teilen richtig. Wenn aber der Konflikt daraus besteht, dass Menschen den Übergriff nicht ernst nehmen und aus ihm einen Konflikt machen wollen, ist das nunmal falsch. Auch Aussagen darüber, dass die betroffene sich einfach „falsch“ erinnert und selbst die gewalttätige Person war, ist der Versuch des gaslighting. Bravo, gut mitgedacht, nur leider falsch ausgelegt. Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, wie verletzend euer Text für alle ist, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind? Offensichtlich nicht.

Ihr verschweigt was die Besetzer:innen durchmachen mussten und lasst nicht zu, dass sie das erzählen. Einige wurden in selbstverletzendes Verhalten getrieben, sind nun in psychologischer Behandlung, andere haben sich von ‚Frauen helfen Frauen‘ beraten lassen, die euer Vorgehen gar nicht so toll finden.“

Dass es Menschen in der Gesamtscheiße, die in der G7 passiert ist, nicht gut ging, verschweigt niemensch und es ist nicht zu verharmlosen. Es stellt sich aber die Frage, für welche Intention ihr das selbstverletzende Verhalten, dass eine Person erleben musste, benutzt. Das es Menschen, die in der G7 vorerst bleiben konnten schlechter ging, als der betroffenen Person? Solche Aufwiegungen von Verletzung sind völlig unangebracht und nehmen Verletzungen auf beiden Seiten nicht ernst.

Auch auf der anderen Seite gab es Kontakt zu Beratungsstellen die uns unterstützt haben.

Ihr verschweigt die Übergriffe, die die tatsächlichen Gründe für die Rauswürfe in der Gartensia und der Schelling waren, und stellt es so dar, als ob das eine Reaktion auf die Reaktion auf den Übergriff gewesen wäre. Wenn ihr mal anfangen würdet, von euerem Fehlerlosigkeitskult abzukommen, wenn ihr auch mal zugeben könntet, dass ihr nicht alles richtig gemacht habt, könnten wir darüber reden und uns gegenseitig verzeihen.“

Es gibt keinen Grund „euch“ zu „verzeihen“, solange ihr Texte wie diese hier schreibt.
Die Rauswürfe der betroffenen Person und des Unterstützers aus G7 und Schelling resultieren aus Täterschutz. Gerade in der Schelling wird ein Vergewaltiger geschützt, auf Kosten der betroffenen Person. Dass ihr Unterstützer aufgrund eines Witzes, welcher aufgeklärt werden konnte, geschmissen wurde, zeigt die widerliche Intention mancher Bewohner:innen, einem Vergewaltiger lieber Raum zu geben, sein Hausverbot aufbrechen zu wollen und stattdessen Menschen rauszuwerfen, die sich gegen den Vergewaltiger stellen. Vor allem wenn diese, genau wie ihr, die Gewalt abstreiten, die sie anderen angetan haben und gleichzeitig weiterhin die betroffene diffamieren. Außerdem hättet ihr hier dringend die eigenen Mitbewohner:innen hören sollten, die dieses Hausverbot dringend gebraucht hätten, um sich bei euch wieder wohlfühlen zu können.

Die kurdischen Genoss:innen praktizieren ‚Kritik und Selbstkritik‘, während wir, deutsche selbstorganisierte Linke leider eher eine patriarchale Kultur der Fehlerlosigkeit pflegen: Wenn wer mal einen Fehler zugibt, ist die Sanktion gegen sie:ihn erst recht hemmungslos, denn dann wird auf Plena argumentiert, dass ‚die Person es ja selbst zugegeben habe‘. Das prangern wir an und versuchen, trotz der Sanktionen die uns Teile der Szene dafür auferlegt, dagegen vorzugehen in dem wir eigene Fehler anerkennen.

Die meisten von uns sind eingeschüchtert, unsere Wahrnehmung und unsere Erfahrung zu teilen. Dadurch passiert es, dass dies nur noch mündlich im Bekanntenkreis kommuniziert wird. Das kritisiert ihr zu recht als Gerüchteküche, ist aber die letzte Möglichkeit für Leute, denen der Mund verboten wird.“

Niemensch hat euch den Mund verboten, es wollen sich nur nicht alle Menschen immer und immer wieder eure täterschützende Scheiße geben, die ihr nicht bereit seit zu reflektieren.

Und gleichzeitig schreibt die sogenannte betroffene Person, die schon lange selbst Täter:in ist, unter eurem Schutz im Internet über uns, beschreibt uns, dass uns alle erkennen können, die uns grob kennen, und erzählt Gruselgeschichten über uns, die nur zu Teilen stimmen oder zumindest wichtige Teile weglassen, so damit niemand die:der das liest unser Handeln nachvollziehen kann und sicher alle uns als Monster wahrnehmen, die uns nicht besser kennen, als übelste Sexist:innen und Antifeminist:innen.“

Tut ihr das hier nicht selbst? Ihr beschreibt genau das, dass euch zu diesen „Monstern“ macht. Ihr benennt die betroffene Person als Täter:in, weil sie euren Sexismus und eure täterschützenden Verhaltensweisen benennt. Applaus für dieses widerliche Beispiel von Täter-Opfer-Umkehr. Dass die betroffene Person sich auch noch die Arbeit macht, darzulegen wer und wie Gewalt ihr gegenüber ausübt, ist eher etwas, von dem diese gewaltausübenden Personen lernen und reflektieren könnten, damit so etwas nicht mehr passiert. Leider bleibt auch das wieder an der betroffenen Person hängen und geschieht nicht im Umfeld der gewaltausübenden Personen.

Diese Geschichten speisen sich teilweise aus Aussagen, die wir auf Plena oder internen Verteilern tätigen, also Informationen die diese Orte gar nicht verlassen dürften und herausgerissen aus ihrem Diskussionskontext gar nicht richtig zu verstehen sind. Dass dadurch der geschützte Raum „Projekt-Plenum“ zerstört wird, und sich nun auch auf dem Wohnprojektplenum sich viele nicht mehr trauen, ihre Bedürfnisse und Ansichten zu äußern, also die Basisdemokratie untergraben wird, scheint euch, den Unterstützer:innen in den Projekten, die ihr die Informationen im Wissen der Veröffentlichung nach draußen weitergebt, dabei egal zu sein. Diejenigen von uns, die in den Projekten leben und betroffen sind, gehen nur auch gutem Willen nicht mit Sanktionen gegen dieses Verhalten von euch vor.“

Dieser Absatz zeigt hervorragend, wie sehr ihr euch wünscht, dass Menschen nicht über die Gewalt reden, die ihr selbst ausübt. Am liebsten wäre das alles euer kleine „Familiengeheimnis“. Dass es in euren Projekten selbst Menschen gibt, die sich dank eurem täterschützendem Verhalten nicht mehr wohl bei euch fühlen, lasst ihr hier mal wieder aus. Hört doch euren Leuten in euren Projekten selbst mal zu und überlegt mal, warum Menschen bei euch ausziehen.

Das macht Angst, schüchtert ein, wir können nichts dagegen tun, sind dem vollkommen ausgesetzt. Wer von unseren Freund:innen davon mitbekommt, ist erschrocken und empört, aber traut sich nicht, sich zu öffentlich dazu zu äußern oder es mit euch anzusprechen. Wer versucht hat mit euch in Kontakt zu treten, per Mail z.b. bekommt keine Antwort, aber ihre:seine Kontaktversuche werden in der Szene rumgezeigt oder im Internet veröffentlicht, öffentlich verzerrt dargestellt und als Grundlage für Verurteilungen genommen.“

Wenn ihr mit „in Kontakt treten“ meint, Menschen Konsequenzen anzudrohen, wenn sie nicht aufhören über eure Gewalt zu sprechen, dann braucht ihr euch nicht wundern, wenn ihr keine Antwort bekommt und solche Bedrohungen öffentlich gemacht werden. Niemensch muss über die eigens erfahrene Gewalt schweigen, auch wenn ihr euch das so sehr wünscht.

Dass dadurch das Vertrauen für eine Kommunikation fehlt und Kommunikationsversuche eingestellt werden, müsstet auch ihr verstehen. Auf die eine Veröffentlichung (s.o.) von einer:m von uns, habt ihr derart heftig und mit Einschüchterungen reagiert, dass wir seither öffentlich schwiegen.“

Wenn ihr mit „Einschüchterungen“ meint, dass kommentiert wird, wenn Scheiße verbreitet wird, dann weiß ich wirklich nicht, was ich dazu noch schrieben soll. Niemensch von euch wurde mit Mails und Anrufen bombardiert oder wurde gar bedroht.

Als ob dieser Druck nicht genug wäre schreibt die sogenannte betroffene Person jetzt auch linke Institutionen (Gruppen, Autonome Zentren) an, mit der Forderung doch jede Zusammenarbeit mit einzelnen von uns zu verweigern.
-Dadurch wird es Aktivist:innen erschwert in Politgruppen aufgenommen zu werden, oder sie werden gar aus ihrer Gruppe geworfen. Wenn die Gruppe, der die:der Aktivist:in angehört, auch die andere Seite mitbekommen hat und sich weigert Aktivist:innen aus der Gruppe zu werfen, bekommen sie teilweise Druck von zusammenarbeitenden Gruppen, die die Geschichte vor Ort nicht mitbekommen, sondern nur mit den lückenhaften Gruselerzählungen beliefert werden. Das führte zu Rauswürfen von Aktivist:innen aus Politgruppen.“

Und wieder: Ihr wünscht euch einfach, dass Gewalt lieber nicht angesprochen wird. Dass die betroffene Person von ihrer erfahrenen Gewalt erzählt und das nicht nur ihren Freund:innen gegenüber, zeigt, dass sie offenbar die einzige Person ist, die Verantwortung übernimmt, damit Sexismus und sexualisierte Gewalt endlich reflektiert wird und aufhören kann.

-Dadurch wurde ein Musikfestival kurzfristig nach Stuttgart verlegt weil der Veranstaltungsort Zelle angeschrieben wurde dass mit der organisierenden Person des Festivals nicht zusammenzuarbeiten sei, was einen enormen Mehraufwand der Organisation bedeutet hat und es einigen Tübinger:innen verunmöglicht hat das Festvial zu besuchen (auch wenn sich die Stuttgarter:innen wohl darüber gefreut haben).“

Die Zelle wurde nicht einfach angeschrieben, mit der Bitte, mit einer Person (die Nazis und sexualisiert Übergriffe verteidigt und das nicht reflektieren will) nicht mehr zusammen zu arbeiten. Ihr stellt euch das ein wenig einfach vor. Denkt ihr wirklich, dass es im Patriarchat reicht, dass jemensch eine Mail schreibt, in der steht „Hey, bitte nicht mehr mit „dem und dem“ arbeiten, der ist doof“?? Auch hier wurden mit der Zelle die Gründe ausführlich besprochen und diese hat sich dann dazu entschieden, die Arbeit mit dieser Person abzubrechen. Vielleicht redet ihr lieber mit der Person, die Hausverbot bekommen hat, warum sie sich so scheiße verhält, dass Menschen nicht mehr mit ihr arbeiten wollen und reflektiert das mit dieser Person, anstatt eure Energie in solche Texte zu stecken.

-Dadurch wurde die Zusammenarbeit zwischen Politgruppen wird verhindert. Unter anderem wurde eine Antifagruppe unter Druck gesetzt, nicht mit einer anderen Politgruppe zusammenzuarbeiten, obwohl diese gut Support gegen die AfD gebraucht hätte.“

Wenn „unter Druck setzen“ bedeutet, dass benannt wird, dass es Personen in bestimmten Gruppen gibt, die sich täterschützend und sexistisch verhalten und darauf Aufmerksam gemacht wird, dann kann mensch hier nur wieder rauslesen, dass aus eurer Sicht auch hier wieder lieber alles „klein gehalten“ werden soll.

Außerdem heißt gegen die AFD zu kämpfen auch gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt zu kämpfen. Dass das mit Menschen, die sich sexistisch und täterschützend verhalten schwierig ist, leuchtet hier hoffentlich allen ein.

„Wir nehmen das als Sabotage wahr, können uns aber nicht dazu äußern, weil wir davon ausgehen müssen, dass ihr jede unserer Äußerungen sanktionieren werdet.“

Was habt ihr denn bisher als Sanktionen erlebt? Wenn sich jemensch scheiße und verletzend verhält und das weder anerkennen noch reflektieren will, dann erlebt mensch manchmal Konsequenzen, das ist keine Sanktion, da gibt es einen Unterschied. Eine Konsequenz kann zum Beispiel ein Ausschluss sein bis zu dem Zeitpunkt, an dem diese Person keine Gewalt mehr ausübt, damit sich betroffene nicht mehr bedroht fühlen müssen. Eine Sanktion wäre eine willkürliche Strafe, was hier nicht der Fall ist.

Zudem wird eine junge Mutter momentan vor die Wahlgestellt, ihr Wohnprojekt, in dem sie fest integriert und gut vernetzt ist, zu verlassen oder Alleinerziehende zu werden. Wer im Wohnprojekt sie mag und sich für ihre Interessen einsetzt, nämlich dafür dass ihr Freund und Kindsvater auch in das Wohnprojekt kommen darf, wird von euch zum:r Täterschützer:in erklärt.“

Der Kindsvater ist leider der Vergewaltiger der betroffenen Person, das lasst ihr hier wieder gezielt aus, weil ihr auch das nicht anerkennen wollt. Es wurde nicht nur von der betroffenen Person ein Hausverbot gefordert, sondern auch von euren eigenen Leuten, denen ihr offenbar nicht zuhören wollt. Es gab sogar ein „aufgeweichtes“ Hausverbot, in dem es dem Kindsvater ermöglicht wurde, sich bei seinem Kind aufzuhalten, jedoch nicht in bestimmten Gemeinschaftsräumen, damit Menschen ihm nicht begegnen müssen. Selbst dieser Kompromiss wurde missachtet. Wer einen Vergewaltiger verteidigt und die betroffene Person als Lügnerin darstellt, braucht sich nicht wundern, dass er:sie als Täterschützer:in benannt wird.

Und das obwohl die betroffene Person ohnehin nicht in das Wohnprojekt kommt bzw. aus anderen Gründen kommen darf. Also geht es hier nicht um Schutzraum für die betroffene Person, sondern nur um Jahre später durchgesetzte Strafe für ihren Ex-Freund (sehr emanzipatorisch!).“

Nochmal: Ihr hört offenbar euren eigenen Leuten nicht zu, für die die Schelling dadurch auch keinen Schutzraum mehr darstellt. Die betroffene als unemanzipatorisch darzustellen, weil sie sich traut mitzuteilen, dass sie Vergewaltigungen erfahren hat, ist auf so eine schreckliche Art widerlich, wie ich es gar nicht in Worte fassen kann. Außerdem zeigt ihr damit, dass ihr auch in Zukunft weder für die betroffene Person, noch für alle anderen Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, einen Schutzraum darstellen wollt. Zumindest die Teile der Schelling, die den Täter schützen.

Dass die betroffene Person diesen aber mit einem scharfen Gegenstand niederstach (er überlebte knapp), als er sich von ihr trennte, blendet ihr komplett aus. Kann es nicht sein, dass diese Beziehung nicht auch unterkomplex betrachtet wird, wenn sie auf Täter:innen und Betroffene:r reduziert wird? Sollte diese unterkomplexe Sichtweise wirklich für ihn für den Rest seines Lebens zu Verbannungen aus linken Projekten führen?“

Hier zeigt sich wieder wem ihr zuhört und wem nicht. Dass die betroffene Person sich mit einem scharfen Gegenstand gegen ihren Vergewaltiger wehren musste, da sie sonst selbst Schlimmstem ausgesetzt gewesen wäre, wollt ihr hier wieder gezielt auslassen. Das nennt mensch Notwehr. Die Aussage, er hätte nur „knapp überlebt“ ist zudem eine maßlose Übertreibung. Wie sexistisch und täter-opfer-umkehrend ist diese Darstellung denn bitte? Dass ihr euch nicht in Grund und Boden schämt.

Und auch unter eurem Handeln leiden auch vor allem FLINTAs: Vor allem Frauen*, die sich kümmern. Um Arme und Obdachlose, um Nahrung und Sauberkeit in der G7, um Haus und Hauskauf, um Kinder und psychisch Kranke. Dass das Awareness in ihrer politischen Arbeit offenbar wenig Wert auf Care-Arbeit legt, lässt aus dem Umgang der Unterstützer:innen der betroffenen Person deutlich ablesen.“

Diese Absatz ist in Widerlichkeit nicht zu übertreffen. Dass das Awarenessteam aus FLINTA* Personen besteht, die selbst am meisten unter dem Patriarchat leiden und dagegen ankämpfen, ist euch noch nicht aufgefallen, oder? Wenn es wer vermasselt hat, die Mutter gut zu unterstützen und gemeinsam mit ihr herauszufinden, wie sich sie selbst und aber auch die Menschen, die sich von ihrem Freund bedroht fühlen, schützen können, dann doch die Schelling selbst. Das wäre Aufgabe der Schelling gewesen.

Egal wie sehr wir uns kümmern und Care-Arbeit übernehmen, wir werden ausgeschlossen, werden für die Szene als reine Übeltäter:innen dargestellt, wo jede:r die:der auf uns rumhackt noch belohnt wird und sich als gute:r linke:r Antisexist:in fühlen kann. Dabei sind auch die Männer* auf unserer Seite (Aktivist:innen und Unterstützer:innen, nicht unbedingt alle Besetzer:innen, die sich bei der Durchsetzung des Rauswurfs aus der G7 teilweise schon übel daneben benommen haben) eher die sanften, gutmütigen, sich kümmernden Männer*, während auf eurer Seite einige Macker stehen, die sich nie entschuldigen, immer im Recht sein wollen, die sich nie die Hände schmutzig machen, sich gutmütig zeigen oder Verantwortung übernehmen, aber extra hart gegen vermeintliche „Awarenessfeinde“ vorgehen, weil sie ja so super Szene sind. Für sie reicht es oft, die richtigen Buzzwords („Sexismus“) zu lesen, und sie engagieren sich auf eurer Seite und behinderten unsere G7-Soliarbeit.“

Also bei diesem Absatz kann ich mich kaum zurückhalten keinen Lachanfall zu bekommen. Ihr habt unter euch also ein paar Männer*, die auch mal abwaschen und auf Kinder aufpassen? Glückwunsch! Ihr tut das Mindeste, was ihr tun könnt. Jetzt wäre es nur noch gut, sich auch im eigenen politischen Handeln antisexistisch zu verhalten und keine Vergewaltiger zu verteidigen.
Außerdem zeugt es auch nicht besonders von „sanften“ Männern*, sich teilweise in Bündnisse zu drängen, sich jeden Raum zu nehmen und dadurch einigen FLINTA* den Raum zu nehmen, weil sie nicht von euch belästigt werden wollen. Wie mackerhaft ist das denn? Und wenn ihr die Männer*, die sich gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt einsetzen als „Macker“ bezeichnen wollt, dann stimmt aber etwas gewaltig nicht von eurer Vorstellung von „Mackern“.

Ich schreibe das nicht, um Awarenessarbeit zu verhindern, um euch anzupissen oder um einer betroffenen Person das leben schwer zu machen – das alles liegt uns fern. Ich wünsche euch und der betroffenen Person das beste. So aus Menschlichkeit und aus der Hoffnung, dass sie und ihr dann vielleicht auch aufhört, uns das Leben schwer zu machen. Wir haben alle Fehler gemacht, und sollten anfangen, das einzusehen und uns gegenseitig zu verstehen!“

Ihr habt aktiv Awarenessarbeit erschwert und es ist total scheinheilig, hier auf gesprächsbereit zu tun. Wenn es euch das Leben schwer macht, dass ihr mit eurem Sexismus und Täterschutz konfrontiert werdet, dann habt ihr vielleicht einfach nichts mehr mit „links sein“ am Hut.

Dass die FLINTA-Gruppe mit dem MHS und der Stadt nicht richtig in Kontakt kam, tut mir sehr leid, auch wenn ich es nicht so recht verstehe warum, denn die waren bisher doch sehr auf Besetzer:innen zugegangen. Jedenfalls ist es uns allen ist es wichtig, dass die Gartensia ein Projekt wird und nicht dem Markt zurückgeführt, daher hat sicher niemand von uns den Prozess sabotieren wollen oder ähnliches. Dass wir schon die ganze Zeit sagen, dass es ein eingespieltes Team für die Gartensia braucht und dass es so ablaufen wird, wie es jetzt lief, wenn ihr euch durchsetzt, ist auch für uns bitter. Wir müssen sehenden Auges den Fall dem Gartensia zusehen, weil ihr euch so vehement und rücksichtslos gegen uns durchgesetzt habt und wir das, aus gutem Willen und aus Druck, zugelassen haben.“

Auch hier dreht ihr wieder alles zu euren Gunsten. Nicht die betroffene Person und ihre Unterstützer:innen haben verhindert, dass die Gartensia wieder ein feministisches und FLINTA* schützendes Projekt wird – sondern genau diejenigen, die von den ganzen Sexismus und seinen schlimmen Folgen nichts wissen wollen und Menschen ihren erlebten Sexismus absprechen wollen. Diese Menschen seid genau ihr. Und es sind immer die gleichen.

Was wir brauchen ist eine Möglichkeit zum Austausch: ALLE Wahrnehmungen sollen endlich mal Raum bekommen, alle Leiden anerkannt werden, alle Positionen sollen Verständnis bekommen, und wir ALLE sollen lernen können, wie wir innerhalb einer linken, antirassistischen, feministischen, antikapitalistischen Szene miteinander arbeiten oder uns zumindest gegenseitig in Ruhe lassen können.“

Alle bedeutet auch, dass der betroffenen Person ihre Wahrnehmung nicht abgesprochen wird! Und das ist Grundlage für einen „Austausch“, den ihr euch so sehr wünscht. Dieser „Austausch“ konnte aus all den oben genannten Gründen nicht sattfinden. Tut nicht so, als könnten sich einfach alle gemütlich bei Kaffee und Tee an einen Tisch setzen und das Ganze aus der Welt schaffen. Zu oft habt ihr gezeigt, dass ich euch verletzend der betroffenen Person und deren Unterstützer:innen äußert. Die Möglichkeit des „Austauschs“ habt ihr euch mit eurem sexistischen und täterschützendem Verhalten selbst verbock, und ich kann nicht glauben, dass ihr das selbst immer noch nicht verstehen wollt.

Vielleicht wird es auch Zeit anzuerkennen, dass Ann Wiesentals Handbuch für antisexisitsche Awareness nicht für jede Lage der Weisheits letzter Schluss ist.“

Und schon wieder…… Langsam wirds langweilig!

Denn im Gegensatz zu euch, die ihr von uns nur Ausschlüsse zu fürchten habt, wenn ihr euch dauerhaft grob übergriffig benehmt und dazu noch die Möglichkeit bekommt, durch eine Entschuldigung wieder aufgenommen zu werden, ist für uns das alles noch lange nicht zu Ende: Wir bekommen keine Möglichkeiten unser Handeln zu erklären, wir stehen immernoch und permanent unter Beschuss, unsere Projekte werden dauerhaft sabotiert und wir können uns nicht wehren, weil wir a. selbst feministischen Anspruch haben und nichts tun wollen was ihr so schlimm findet und b. ohnehin nur noch härter von euch dafür abgestraft werden würden.

Also: Let’s end it! Lass uns einen Raum zur Aussprache schaffen und einen Prozess der Aufarbeitung beginnen.

ein:e Aktivist:in“

Lächerliches Schlusswort, das nun wirklich niemensch mehr ernst nehmen kann. Wer sich Aufarbeitung gewünscht hat, hätte sich gerne betroffenensolidarisch einbringen können und es hätte all das gemeinsam analysiert werden können. Das wolltet ihr nicht und habt gezeigt, dass ihr euren Sexismus und Täterschutz lieber nicht reflektieren wollt.

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So, genug gesagt.

Ich hoffe, diese kommentierte Version zeigt auf, warum ich so wütend bin. Ich hoffe auch, dass klar geworden ist, warum ein konstruktiver „Austausch“ mit den Verfasser:innen und eine Aufarbeitung mit ihnen so nicht funktioniert haben.